Das Projekt „79 West“ in der bayerischen Stadt Straubing demonstriert, wie nachhaltige Transformation im Bestand mit moderner Architektur gelingen kann: Aus einem ehemaligen Autohaus entstand ein modernes Geschäftshaus mit individueller, vorgehängter hinterlüfteter Keramikfassade von Tonality. Vertikal strukturierte, mattschwarze Elemente verleihen dem Gebäude einen markanten Charakter und verbinden Technik, Gestaltung und Effizienz. Das flexible Fassadensystem, Graffitischutz und nachhaltige Materialien stehen für Langlebigkeit und wirtschaftliche Modernisierung.
Die Umnutzung und Erweiterung bestehender Gebäude rücken bundesweit zunehmend in den Fokus von Stadtentwicklung und Immobilienwirtschaft. Angesichts knapper Flächen und wachsender Nachhaltigkeitsanforderungen bieten Sanierung und Aufstockung von Bestandsbauten entscheidende Vorteile: Sie sparen wertvolle Flächen, schonen Ressourcen und beleben innerstädtische Lagen. Die Umwandlung ehemaliger Gewerbestandorte in moderne Geschäfts- und Wohnquartiere gilt als wichtiger Baustein einer zukunftsfähigen Stadtentwicklung.
Sanierung und Erweiterung mit Signalwirkung
Vor diesem Hintergrund hat das Projekt „79 West“ einem bekannten Gebäude an der Regensburger Straße in Straubing ein neues Gesicht verliehen. Das ehemalige Autohaus Sieber prägte über Jahrzehnte das Stadtbild, entsprach in seiner baulichen Gestaltung jedoch nicht mehr heutigen Anforderungen. Nun definiert ein modernes Geschäftshaus den westlichen Stadteingang neu. Ergänzt wird das Areal künftig durch einen Neubau mit rund 40 Eigentumswohnungen.
Vertikale Eleganz als architektonisches Leitmotiv
Die Fassade des neuen Geschäftshauses setzt ein markantes architektonisches Statement. Die Gestaltung entstand in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz, da sich das Gebäude gegenüber dem denkmalgeschützten Bildungszentrum St. Wolfgang befindet.
Das von pielmeier architekten entworfene Gebäude interpretiert den Standort im urbanen Kontext neu und macht den Wandel vom ehemaligen Autohaus zum hochwertigen Gewerbestandort sichtbar. Die Tonality-Keramikfassade von Leipfinger-Bader prägt maßgeblich das Erscheinungsbild. Vertikal ausgerichtete Elemente mit fein gerillter Kammstruktur erzeugen ein Spiel aus Licht, Schatten und Reflexionen. Die vertikalen Strukturen der mattschwarzen Oberfläche verleihen der Fassade Tiefe und Haptik.
Die unterschiedlichen Fensterebenen und die Pfosten-Riegel-Fassade unterstreichen den Entwurfsgedanken und schaffen visuelle Spannung. Während die Fenster der Obergeschosse innenbündig angeordnet sind, ist die Pfosten-Riegel-Fassade im Erdgeschoss außenbündig ausgeführt. So bleiben die klare Struktur und der Charakter des ursprünglichen Autohauses in zeitgemäßer Form erhalten.
Individuelle Planung – effiziente Umsetzung
Jede Tonality-Fassade wird projektbezogen individuell geplant und gefertigt. In Straubing kam ein speziell für die vertikale Elementverlegung entwickeltes System zum Einsatz. Die präzise abgestimmte Unterkonstruktion aus Konsolen sowie Trag- und Halteprofilen ermöglicht eine flexible, sichere und materialsparende Montage der keramischen Fassadenelemente.
Die System-Unterkonstruktion erlaubt durch große Spannweiten der Trägerprofile eine Reduzierung der benötigten Konsolen und sorgt so für eine effiziente Ausführung. Mit dieser Systematik lassen sich nahezu alle Details einer vertikal gerichteten Keramikfassade realisieren – ein Vorteil insbesondere bei Sanierungs- und Erweiterungsprojekten mit komplexen Gegebenheiten.
Zudem bietet die vorgehängte hinterlüftete Fassade effektiven Witterungsschutz, verbessert das Gebäudeklima, trägt zur Energieeffizienz bei und besitzt eine lange Lebensdauer. Wartungsarm und widerstandsfähig gegenüber Umwelteinflüssen erfüllt sie hohe Anforderungen an Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit.
Graffitischutz und dauerhaft hochwertige Optik
Ein weiterer Vorteil der Tonality-Keramikfassade ist der integrierte Graffitischutz. Die keramischen Oberflächen sind werkseitig farbabweisend und leicht zu reinigen. Selbst Graffitis lassen sich ohne aufwendige Spezialreinigung entfernen. Ideal für stark frequentierte Lagen wie die Regensburger Straße, an der das Geschäftshaus „79 West“ prominent im öffentlichen Raum steht.
Synergie von Bestand und Neubau
Im Rahmen der Umnutzung wurde das ehemalige Autohaus bis auf den Rohbau entkernt und neu strukturiert. Die Werkstatthallen, die zuvor das Grundstück nahezu vollständig versiegelt hatten, wurden abgerissen und durch einen modernen Erweiterungsbau ersetzt. Der rechte Teil des Bestandsgebäudes blieb erhalten, um die graue Energie des Betonskelettbaus weiter zu nutzen.
Neubau und Bestand verschmelzen zu einer gestalterischen Einheit. Energieeffiziente Aluminiumfenster, nachhaltige Dämmstoffe und ein schadstoffarmer Bodenbelag unterstreichen den nachhaltigen Anspruch. Die sichtbare Rippendecke und die großzügigen Raumhöhen des ehemaligen Autohauses wurden übernommen. Technisch setzt das Gebäude auf eine Luftwärmepumpe, Photovoltaik und E-Mobilitätsinfrastruktur. Die entsiegelten Außenflächen wurden mit heimischen Pflanzen naturnah gestaltet.
Tonality-Fassaden für zukunftsfähige Stadtentwicklung
„79 West“ zeigt, wie Nachverdichtung und gestalterischer Anspruch Hand in Hand gehen. Die langlebige und rückbaubare Keramikfassade wertet Bestandsbauten architektonisch und ökologisch auf und steht beispielhaft für nachhaltige Architektur im urbanen Raum.



Sanierung und Erweiterung mit Signalwirkung
Graffitischutz und dauerhaft hochwertige Optik

