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Markus Preising (Area Manager bei Dominó) . Foto: Redaktion
Markus Preising (Area Manager bei Dominó) . Foto: Redaktion

Dominó: Umgang mit einem schwierigen deutschen Markt

Der deutsche Fliesenmarkt bleibt herausfordernd. Nach mehreren Jahren wirtschaftlicher Unsicherheit und einer schwachen Investitionstätigkeit müssen die Hersteller ihre Herangehensweise an einen der wichtigsten Märkte Europas neu überdenken. Der portugiesische Hersteller Dominó Cerâmicas spürt die Auswirkungen unmittelbar: Zwischen 2022 und 2025 ging der Umsatz des Unternehmens in Deutschland um rund 33 % zurück.

Für Markus Preising, Area Manager bei Dominó, besteht die Antwort jedoch nicht darin, sich aus dem Markt zurückzuziehen, sondern die Präsenz des Unternehmens zu stärken und den Kunden noch näher zu sein. „Der deutsche Markt war in den vergangenen Jahren herausfordernd, aber Deutschland bleibt ein wichtiger Markt für Dominó. In dieser Situation ist es für uns besonders wichtig, enge Beziehungen zu unseren Kunden zu pflegen, ihre Bedürfnisse zu verstehen und schnell auf Veränderungen zu reagieren.“

Dominó-Messestand auf der Cersaie. Foto: Redaktion

Kundennähe im Markt

Dominó hat in Deutschland eine flächendeckende Vertriebsstruktur mit sechs Mitarbeitern aufgebaut, die jeweils für eine bestimmte Region zuständig sind. Das Unternehmen arbeitet sowohl mit spezialisierten Fachhändlern als auch mit Großhändlern zusammen und pflegt den direkten Kontakt zu seinen Partnern in ganz Deutschland.

„In einem schwierigen Markt wird der persönliche Kontakt noch wichtiger“, sagt Preising. „Unsere regionalen Vertriebsmitarbeiter kennen ihre Kunden und deren individuellen Anforderungen. Dadurch bleiben wir nah am Markt und können Entwicklungen frühzeitig erkennen.“

Dieser Ansatz gewinnt insbesondere in einer Zeit an Bedeutung, in der Händler und Distributoren vorsichtiger planen müssen. Für Dominó sind die Pflege bestehender Kundenbeziehungen und die gleichzeitige Flexibilität daher wichtige Bestandteile der Strategie für den deutschen Markt.

Dominó-Messestand auf der Cersaie. Foto: Redaktion

Logistik als Teil des Service

Für einen portugiesischen Hersteller stellt der deutsche Markt auch logistisch eine Herausforderung dar. Die geografische Entfernung zwischen beiden Ländern macht eine zuverlässige und planbare Lieferung zu einem wichtigen Bestandteil des Kundenservices. Dominó bietet seinen Kunden daher Franco-Lieferungen, also Lieferungen inklusive der anfallenden Abgaben, in Zusammenarbeit mit etablierten Transportunternehmen an.

„Eine zuverlässige Logistik ist für unsere deutschen Kunden ein entscheidender Faktor“, erklärt Preising. „Wir möchten, dass die Entfernung zwischen Portugal und Deutschland für unsere Partner möglichst keine Rolle spielt. Sie müssen sich darauf verlassen können, dass ihre Bestellungen zuverlässig und mit möglichst wenig zusätzlichem Aufwand ankommen.“

Das internationale Geschäft bleibt eine wichtige Säule des Unternehmens: Mehr als 45 % des Gesamtumsatzes von Dominó werden außerhalb Portugals erwirtschaftet.

Dominó-Werk und Lager im Raum Coimbra. Foto: Redaktion

Portugiesische Qualität sichtbarer machen

Nach Angaben von Dominó besteht eine der längerfristigen Herausforderungen nicht nur in der wirtschaftlichen Lage, sondern auch in der Wahrnehmung Portugals selbst. „Portugal verfügt über hervorragende Rohstoffe und sehr gute Produktionsbedingungen, doch portugiesische Keramik wird in Deutschland nach wie vor unterschätzt. Hier gibt es viel Qualität und Fachwissen, und wir möchten dies auf dem deutschen Markt sichtbarer machen.“

Dominó-Ausstellung in der Region Coimbra. Foto: Redaktion

Qualität zum richtigen Preis

Auf der Produktseite entwickelt Dominó weiterhin größere Formate, 20 mm starkes Feinsteinzeug für den Außenbereich sowie zunehmend anspruchsvollere digitale Designs. Gleichzeitig konzentriert sich das Unternehmen weiterhin auf hochwertige Produkte im mittleren Preissegment.

Wir wollen weiterhin in Qualität investieren, dabei aber stets im Blick behalten, was der Markt tatsächlich braucht. Als mittelständisches Familienunternehmen ist unsere Flexibilität eine unserer Stärken. Ob es um einen besonderen Designwunsch, eine individuelle Verpackung oder eine andere spezifische Anforderung geht – wir können individuell darauf reagieren.

Nach rund drei Jahren der Rezession bleibt das Unternehmen mit Blick auf Deutschland vorsichtig optimistisch. Dominó hofft, dass eine Verbesserung der Verbraucherstimmung letztlich auch die Bereitschaft stärken wird, wieder in hochwertige und langlebige Produkte zu investieren.

„Wir können nicht genau vorhersagen, wann sich der Markt wenden wird“, schließt Preising. „Aber wir wollen bereit sein, wenn es so weit ist.“

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