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Die Landesinnung Tirol setzt bei der Nachwuchsarbeit auf die Berufsfestivals in den Bezirken.
Die Landesinnung Tirol setzt bei der Nachwuchsarbeit auf die Berufsfestivals in den Bezirken.

Der Tiroler Weg zum Fachkräftenachwuchs

Die Tiroler Landesinnung der Hafner, Fliesenleger und Keramiker wirbt mit einer eigenen Kampagne um Fachkräftenachwuchs. Diese stützt sich auf zwei Säulen: einen gemeinsamen Messestand für die Berufsfestivals und einen Online-Auftritt mit Videos aus dem Alltag von echten Betrieben.

Tirol geht bei der Lehrlingssuche von Anfang an einen eigenen Weg. „Ein Vorarlberger ist anders als ein Salzburger oder ein Wiener. In Tirol haben wir ganz andere Interessen, andere Ebenen und Bezugsquellen“, begründet Landesinnungsmeister Christoph Grasl. Online ist die Tiroler Kampagne seit rund vier Jahren präsent. 2026 ist der gemeinsame Messestand für die Berufsfestivals dazugekommen.

Ein Messestand für alle Betriebe

Bei den acht Tiroler Berufsfestivals informieren sich Jugendliche der dritten und vierten Klasse Mittelschule über Lehrberufe. Früher ist dort jeder Betrieb für sich aufgetreten. „Es muss aufhören, dass jeder sein eigenes Süppchen kocht. Wir müssen als Landesinnung auftreten“, sagt Grasl.

Das Prinzip ist einfach: Die Landesinnung stellt den Messestand samt Kampagnensujet zur Verfügung. Ein Betrieb übernimmt ihn für einen oder mehrere Festivaltage und präsentiert sich dort mit seinem eigenen Logo. Ab 2027 werden die Termine in der Landesinnung ausgeschrieben, interessierte Betriebe können sich zeitgerecht anmelden. Beim dreitägigen Festival in Kufstein sind über 300 Jugendliche am Stand betreut worden.

Am Stand wird nicht nur informiert, sondern gearbeitet: Fliesen kleben, Ofen aufmauern mit Schamotteziegeln – und so das Handwerk im wahrsten Sinne des Wortes „begreifen“. „Viele Kinder sind einfach fasziniert davon, dass sie etwas mit den Händen machen können“, sagt Grasl.

Den häufigsten Fehler bei der Suche nach Fachkräftenachwuchs sieht Grasl im späten Beginn: „Nach der schulischen Ausbildung wissen schon 80 Prozent, was sie machen wollen. Man muss hier früher ansetzen: in der dritten, vierten Klasse Hauptschule bzw. auch in den polytechnischen Schulen.“

Online-Auftritt mit echten Betrieben

Die zweite Säule ist der Online-Auftritt. Auf der Plattform deine-zukunft.tirol präsentieren sich die Tiroler Lehrbetriebe, Jugendliche finden dort Lehrstellen in ihrer Nähe. Dazu kommen Kanäle auf YouTube, Facebook, Instagram und TikTok. Laut Landesinnung haben die Beiträge im Jahr 2025 über 1,7 Millionen Aufrufe erzielt. Gedreht wird direkt in den Mitgliedsbetrieben, mit echten Fachkräften und Lehrlingen statt mit Schauspielern und Statisten. „Das ist unser Tiroler Weg“, sagt Grasl.

Betrieben, die keine Lehrlinge finden, empfiehlt er zuerst die Berufsfestivals und an zweiter Stelle die sozialen Medien. Wer Unterstützung braucht, kann sich direkt an ihn wenden: „Meine Handynummer ist überall sichtbar, es kann mich jeder anrufen.“ Den Hype um künstliche Intelligenz sieht Grasl gelassen: „Als Handwerker kann ich der KI nur ins Gesicht lachen. Sie wird es niemals schaffen, uns in irgendeiner Form zu ersetzen.“

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