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Mit der Lehrlingskampagne "Mach was Echtes" bewarben die Landesinnungen Wien und Oberösterreich die Ausbildung im Handwerk. Abbildung: Agentur Papabogner / LI Wien & OÖ
Mit der Lehrlingskampagne "Mach was Echtes" bewarben die Landesinnungen Wien und Oberösterreich die Ausbildung im Handwerk. Abbildung: Agentur Papabogner / LI Wien & OÖ

Lehrlingskampagne „Mach was Echtes“ bewirbt das Handwerk

Der viel zitierte Fachkräftemangel ist auch bei den Berufsgruppen der Hafner, Fliesen- und Plattenleger und Keramiker in Österreich spürbar. Mit zielgruppenspezifischen Kampagnen wollen die Innungen nun Jugendliche für die Ausbildung im Handwerk gewinnen.

Zuletzt setzte die Branche auf einen österreichweit nahezu einheitlichen Zugang: Die Kampagne „Und wofür brennst du?“ sollte junge Menschen bundesländerübergreifend für die Lehrberufe Hafner, Fliesen- und Plattenleger und Keramiker begeistern. Während acht von neun Bundesländern teilnahmen, verfolgte Tirol weiterhin die eigene, seit mehreren Jahren bewährte Kampagne „Deine Zukunft“.

Mittlerweile gehen alle Bundesländer wieder eigene Wege. Die Landesinnungen Wien und Oberösterreich haben sich für eine gemeinsame Initiative entschieden: Mit der digitalen Kampagne „Mach was Echtes“ warben die beiden Landesinnungen im ersten Halbjahr 2026 gezielt bei jungen Menschen für eine Ausbildung im Handwerk – mit messbarem Erfolg.

LIM OÖ Christoph Angermayer. Foto: WKOÖ

LIM OÖ Christoph Angermayer. Foto: WKOÖ

TikTok, Instagram und Snapchat

Ziel der Kampagne war es, das Interesse an handwerklichen Lehrberufen zu steigern und Jugendliche dort anzusprechen, wo sie ihre Zeit verbringen: auf Social-Media-Plattformen wie TikTok, Instagram und Snapchat. Dabei setzte die Kampagne bewusst auf ungewöhnliche und aufmerksamkeitsstarke Inhalte, die sich an der Sprache und den Sehgewohnheiten der jungen Zielgruppe orientierten. „Wir wollten zeigen, dass Handwerk nicht nur Zukunft hat, sondern auch spannend, kreativ und relevant ist. Die Ergebnisse bestätigen, dass wir mit diesem Ansatz genau den richtigen Nerv getroffen haben“, erklärt der oberösterreichische Landesinnungsmeister Christoph Angermayer.

Klare Strategie

Die Kampagne wurde in drei aufeinander aufbauenden Phasen umgesetzt. Zuerst ging es darum, mit provokanten und ungewöhnlichen Kurzvideos überhaupt Aufmerksamkeit zu wecken. In der zweiten Phase folgten gezielte Inhalte, um das geweckte Interesse zu vertiefen. In der dritten Phase wurden jene jungen Menschen, die sich bereits interessiert gezeigt hatten, dazu motiviert, sich auf der Plattform www.machwasechtes.at näher mit den Ausbildungsangeboten zu beschäftigen und Schnuppermöglichkeiten zu nutzen.

 

Ergebnisse über den Erwartungen

Insgesamt wurden fast 300.000 Videoaufrufe erzielt. Durchschnittlich haben sich 39,4 Prozent aller Menschen, denen die Inhalte ausgespielt wurden, die Videos tatsächlich angeschaut.  Die Website verzeichnete im Kampagnenzeitraum rund 27.000 Besuche.

LIM Wien Peter Kluhs. Foto: Studiowey

LIM Wien Peter Kluhs. Foto: Studiowey

Interesse am Handwerk vorhanden

Für die Landesinnungen Oberösterreich und Wien ist das Ergebnis ein klarer Beleg dafür, dass junge Menschen für handwerkliche Berufe erreichbar sind: „Die Kampagne zeigt, dass das Interesse am Handwerk vorhanden ist. Entscheidend ist, junge Menschen mit relevanten Inhalten und zeitgemäßen Formaten anzusprechen. Genau das ist uns gelungen. Die Sichtbarkeit unserer Lehrberufe konnte deutlich gesteigert werden“, so Peter Kluhs, Landesinnungsmeister von Wien.

Ob Kampagnen wie diese den Fachkräftemangel im Handwerk langfristig lösen können, bleibt abzuwarten – ein Werkzeug, um bei jungen Menschen Interesse zu wecken und ihnen ein Bild von den handwerklichen Berufen zu vermitteln, sind sie allemal.

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