Auftragseingänge: Baukonjunktur verliert an Schwung

Steigende Finanzierungskosten und Baukosten infolge der Preisanstiege bei Baumaterial

„Nachdem wir im März beim Orderzugang noch einmal deutlich hinzugewonnen haben, fallen die Zugänge im April real nur noch knapp auf das Vorjahresniveau (-0,1 %). Steigende Finanzierungskosten und Baukosten infolge der Preisanstiege bei Baumaterial drücken zusehends auf die Order. Es mehren sich aus den Unternehmen Rückmeldungen zu Auftragsstornierungen“, so Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutsches Baugewerbe, zu den heute veröffentlichen Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Nach einem Orderzugang von 10,6 Mrd. Euro im März dieses Jahres waren es im April nur noch 7,9 Mrd. Euro. „Die Aufträge halten noch ein hohes Niveau und spiegeln die hohe Nachfrage nach Bauleistungen wieder. Die Preisentwicklung bei den Baustoffen und steigende Finanzierungskosten bremsen Projektplanungen und Umsetzungen aber nun teilweise aus“, macht Pakleppa deutlich.

„Auch bei den Umsätzen sehen wir einen kleinen Rückgang zu den Vormonaten. Mit 8,2 Mrd. Euro Umsatz im April wird der Vorjahresumsatz nominal um fast 3 % übertroffen. Die Rate lag im ersten Quartal kumulativ noch bei gut 20 % – sie liegt jetzt kumulativ bei 14 % und damit real noch gut auf Vorjahresniveau“, so Pakleppa weiter. Angesichts der weiter deutlich aufgerichteten Preisentwicklung bei Baumaterialien sei es gut, dass es seit gestern eine Verlängerung der Bundeserlasse zur Stoffpreisgleitung gibt. „Wir brauchen nun eine breite Anwendung der Regelung auch bei den Kommunen sowie dringend Impulse der öffentlichen Hand, um die Baukonjunktur zu stützen“, so Pakleppa abschließend. „Eine konstante Förderpolitik für Neubau und energetische Sanierungen sowie die im Koalitionsvertrag vorgesehene afa-Erhöhung wären das richtige Signal!“

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