Leichtausgleich – leichte Lösung für schwierige Untergründe

Leichtausgleich spielt vor allem bei der Sanierung von Altbauten eine Rolle

Kritische Untergründe und starke Unebenheiten können vor den weiteren Belagsarbeiten optimal ausgeglichen werden. Gerade im Rahmen einer Sanierung kann das geringe Eigengewicht der Fußbodenkonstruktion ein entscheidender Faktor für die Statik sein.

Historische Bauweisen, wie Preußische Kappendecken oder Tonnengewölbe erzeugen durch ihre Geometrie viel Aufbauvolumen, welches bis zum fertigen Oberbelag aufgefüllt sein möchte. Hierfür ist ein leichtes, aber dennoch druckstabiles Material gefragt – Anforderungen, die von einer gebundenen Schüttung mit Leichtzuschlag erfüllt werden.Dieser Leichtausgleich bietet eine universelle Lösung für die Überdeckung von Installationsleitungen auf Rohböden, Untergründe mit bauartbedingten Materialwechseln oder auch Holzbalkendecken mit offenen Gefachen und vieles mehr.

In Neubauten sind gemäß den Vorgaben der „Hinweise zur 
Planung und Ausführung von Fußbodenkonstruktionen bei Rohren, Leitungen und Einbauteilen auf Rohdecken“ des Bundes­verbandes Estrich und Belag e. V., Leitungsführungen so einzubinden, dass eine durchgängige Verlegung von Estrichen und Dämmschichten ermöglicht wird. Der Leichtausgleich ermöglicht hier die problemlose, gleichmäßige Überdeckung aller Rohre und Leitungen.

Im Kern des Systems befindet sich ein Leichtzuschlag aus mineralischem, nicht brennbarem Blähglasgranulat (Baustoffklasse A1, gem. DIN 4102), welches mit einem zementären Estrichbinder zu einem dauerhaft formstabilen, feuchteresistenten, wärme- und schalldämmenden Leichtausgleich mit sehr geringem Eigengewicht angemischt wird. Für größere Flächen kann das Gemisch problemlos gepumpt werden.


Auf dem Leichtausgleich wird dann eine Tragschicht in Form eines Estrichs im Verbund oder auf Trennlage oder in Form einer Spachtelung aufgebracht. Einen besonders geringen Höhenaufbau bietet die Verwendung einer lediglich 10 mm dicken Spachtelschicht, in die zur Erhöhung der Biegezugfestigkeit ein extra verstärkendes Gewebe eingelegt wird.


Dieser Systemaufbau erfüllt die Anforderungen der Nutzungskategorie A3 (gem. DIN EN 1991-1-1/NA) für Wohn- und Aufenthaltsräume mit 2,0 kN/qm Flächenlast. Bei einem auf Trennlage oder schwimmend verwendeten Aufbau mit einer Gesamt­dicke von 45 mm entsteht ein Eigengewicht von nur ca. 38,2 kg/qm. Zement- und auch Calciumsulfatestriche erreichen in diesen Dimensionen schnell 90 – 110 kg/qm.

Für gewerbliche Bereiche mit höheren Nutzlasten muss lediglich die Fließspachtelschichtstärke erhöht oder ein fließfähiger Zementestrich eingesetzt werden.

Autor: Patrick Altenhofen

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