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Neue Initiative will für den Beruf des Fliesenlegers begeistern

Interview mit Peter W. Blanke zur Initiative „König der Baustelle“

Auf der diesjährigen Mitgliederversammlung des Verbandes Deutscher Fliesengroßhändler hat Peter W. Blanke, Geschäftsführer der Blanke GmbH aus Iserlohn, zum ersten Mal seine Ideen für die neue Initiative “König der Baustelle” vorgestellt, die junge Menschen für den Beruf des Fliesenlegers begeistern will (siehe Bericht hier). Inzwischen wurde die Kampagne mit weiteren Ideen und Inhalten bestückt, die uns Peter W. Blanke im exklusiven Interview mit 1200Grad erläuterte.

Was hat Sie im Frühjahr dieses Jahres dazu bewogen, die Aktion “König der Baustelle” ins Leben zu rufen?

Die Idee zu der Aktion entstand bereits im Frühjahr 2017. Anstoß dazu lieferte uns die Schwierigkeit, die nicht nur uns in der Industrie und im Handwerk betrifft: der Fachkräftemangel.

Handwerksbetriebe stehen jedes Jahr erneut vor der Heraus­forderung neue Auszubildende zu gewinnen. 1997 gab es 663.000 Auszubildende in Handwerksberufen, 2016 waren es lediglich nur noch 363.000 – und das obwohl der Markt boomt. Die Initiative „König der Baustelle“ stellt sich der Herausforderung, junge Leute für den Beruf des Fliesenlegers zu begeistern. Hier können sich interessier­te Jugendliche über den Beruf informieren, freie Stellen finden und sich austauschen. „König der Baustelle“ hat sich zum Ziel gesetzt, dem Fliesenhandwerk einen Mehr­wert zu geben und die Aufmerksamkeit auf dieses ein­zigartige Handwerk zu legen.

„König der Baustelle“ hat sich zum Ziel gesetzt, dem Fliesenhandwerk einen Mehr­wert zu geben und die Aufmerksamkeit auf dieses ein­zigartige Handwerk zu legen.

Können Sie uns kurz erläutern, woraus sich die Aktion zusammensetzt?

Begonnen hat das Ganze als Idee in den Räumen von Blanke in Iserlohn. Zusammen mit meinen Mitarbeitern habe ich das Konzept entwickelt und König der Baustelle ein Gesicht gegeben. Wir sind stolz darauf, dass wir mittlerweile ein Team aus sieben Initiatoren sind.

Mit diesem Slogan, Logo und Erscheinungsbild wirbt die Initiave für Untertützer.

Fliesen-, Platten- und Mosaikleger ist ein Beruf mit Tradition und Perspektive, der viel Abwechslung und Gestaltungsfreiheit bietet. Wer sein Handwerk beherrscht, ist in meinen Augen ein wahrer Künstler. In den letzten Jahren haben wir leider an Nachwuchs verloren, viele junge Leute möchten studieren oder kaufmännische Ausbildungen machen. Wir möchten dem Fliesenhandwerk wieder die Aufmerksamkeit geben, die es verdient hat. Das bedeutet für uns vor allem, die Initiative und damit den Beruf des Fliesen-, Platten- und Mosaiklegers bekannt zu machen, vor allem durch die Website koenig-der-baustelle.de, durch Social Media wie Facebook und Instagram, durch Kurzfilme, die gerade die junge Zielgruppe ansprechen, durch Messeauftritte etc..

Wir möchten dem Fliesenhandwerk wieder die Aufmerksamkeit geben, die es verdient hat.

Welche Aktivitäten planen Sie in Zukunft?

Wir möchten weiterhin Unterstützer für „König der Baustelle“ gewinnen, um mehr Möglichkeiten zu haben, die Idee noch bekannter zu machen. Wichtig ist dabei vor allem, die häufig genutzten Plattformen der jungen Leute zu bedienen. Dabei sind wir gerade am letzten Feinschliff eines Spots, der auf die beliebte Film-Reihe „The Avengers“ abspielt und unseren Slogan „Ich bin Fliesenleger, weil Superheld kein anerkannter Beruf ist!“ auf witzige Weise aufgreift.

Wie haben Handel, Industrie und Verleger auf Ihre Vorschläge reagiert?

Wie schwierig es ist, Nachwuchs zu finden, ist mittlerweile den meisten bewusst. Es betrifft uns alle – den Meisterbetrieb, den Handel, den Hersteller, den Bauherren. Die Idee von „König der Baustelle“ ist deshalb durchweg auf positive Stimmen gestoßen, einige Unternehmen beteiligen sich bereits an der Initiative, investieren oder machen sie durch Veröffentlichungen bekannt.

Wie schwierig es ist, Nachwuchs zu finden, ist mittlerweile den meisten bewusst.

Welche finanzielle und inhaltliche Unterstützung haben Sie bereits und was wird noch benötigt, um die Ziele umzusetzen?

Es gibt eine Startfinanzierung, aber wir suchen weiterhin Unterstützer. Wir möchten alle, die von der Fliese profitieren, für die Initiative gewinnen.

Würde es nicht auch Sinn machen ausländische Partner, z.B. die Hersteller-Verbände ASCER und Confindustria Ceramica, mit ins Boot zu holen?

Auch ausländische Unternehmen profitieren von gut ausgebildeten Handwerkern, insofern sind wir froh über jegliche Unterstützung. Das Ganze auf weitere Sprachen und Länder auszuweiten ist definitiv etwas, was in Zukunft interessant ist.

Lesen Sie dazu auch unseren Kommentar hier.

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