Italien: Lock down bis zum 13. April verlängert

Ceramiche Iris will die Öfen auf eine minimale Temperatur herunterfahren

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In einer Ansprache an die Nation mit nachfolgender Unterzeichnung eines neuen Erlasses hat Ministerpräsident Giuseppe Conte am 1. April den Lock Down Italiens bis zum 13. April verlängert. Mit Spannung hatte nicht nur die italienische Fliesenwelt den 3.4.2020 erwartet. Bis zu diesem Tag waren die aktuell in Italien gültigen strengen Maβnahmen zur Bekämpfung der Corona-Virus Epidemie zunächst befristet gewesen. Es bleibt dabei:

Mit dem am 22. März von der italienischen Regierung erlassenen Dekret hatte auch die Produktion aller nicht essentieller Güter angehalten. Davon war auch die italienische Fliesenindustrie betroffen (1200GRAD berichtete hier) – eine besonders schwierige Situation auch aufgrund der sonst kontinuierlichen Produktion an 7 Tagen der Woche im 24 Stunden Rhythmus.

So kündigte Ceramiche Iris in Medienberichten an, dass die Öfen auf eine minimale Temperatur herunterfahren werden. Dadurch soll eine Beschädigung der Anlagen verhindert werden. Geplant war, die Produktion ab dem 6. April wieder voll aufzunehmen, um die Verpflichtungen mit den Kunden zu erfüllen. In der Phase der Zwangsschließung sind die 242 Mitarbeiter in Kurzarbeit. Eine Verlängerung dieser Phase ist in Anbetracht der neuesten Entwicklungen bis nach Ostern zu erwarten.

Nach Verhandlungen des Unternehmerverbands Confindustria Ceramica mit den zuständigen Ministerien konnte letzte Woche erreicht werden, dass die Auslieferung bereits vor dem 23.3.2020 gefertigter Ware möglich ist (1200GRAD berichtete hier).

1200GRAD hat sich in den letzten Tagen bei den Herstellern umgehört, wie dies im Einzelfall gehandhabt wird. Allen gemeinsam ist, dass die Kunden weiterhin durch Vertriebsmitarbeiter und Innendienst betreut werden, dies fast ausschlieβlich über Homeoffice.

Die Unternehmen der Gruppe Del Conca teilte der Redaktion mit, dass die Versandaktivitäten des Logistikzentrums autonom von einem spezialisierten Logistikunternehmen mit dem ATECO-Code 52 durchgeführt, der in der Liste aus Anhang 1 des Ministerpräsidentendekrets vom 22. März 2020 der zum Betrieb zugelassenen Aktivitäten enthalten ist. Der durch den ATECO-Code 49 gekennzeichnete Transport gehört ebenfalls zu den Aktivitäten, die nicht ausgesetzt sind – das bereitstehende Material kann daher weiterhin im Logistikzentrum abgeholt werden.

Alberto Terzoni, Vertriebsleiter bei Sichenia für die Deutschland, Österreich, Schweiz und Niederlande bestätigt ebenfalls, dass weiterhin geliefert wird. Schwierig sei die Situation allerdings teilweise bei den Speditionen. Da zur Zeit kaum Ware aus den entsprechenden Ländern nach Italien geliefert werden kann, steht wenig Frachtvolumen für die Rücklieferung aus Italien zur Verfügung. Bei Florim wurden bis auf Weiteres alle Tätigkeiten eingestellt, die nicht im Smart Working-Modus umgesetzt werden können.

Auch Tanja Pahlke, Vertriebsleiterin Fiandre für Deutschland und Österreich, bestätigte gegenüber 1200GRAD, dass das Logistiklager vorerst bis zum 4.4.2020 geschlossen sei – auch hier muss nun mit dem aktualisierten Datum 14.4. gerechnet werden.

Von Christoph Thaler, Vertriebsleitung Marazzi für Deutschland und Österreich, erreichte uns am 1.4. die aktuelle Meldung, dass die Vertriebslager der Produktion in Spanien wieder geöffnet seien und, ebenso wie aus Italien, daher uneingeschränkte Verladungen für den Export weiterhin ermöglicht werden.

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