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Zahlen, Daten und Fakten zum deutschen Fliesenmarkt 2017

Statistik der Hansa Unternehmensberatung sieht Italiener als Gewinner

Die Zahlen und Fakten der Hansa Unternehmensberatung werden von vielen Marktteilnehmern jedes Jahr mit Spannung ewartet, denn Carlo Cit bündelt in seinen Statistiken auch die Werte der ausländischen Herstellergruppen in Bezug auf den deutschen Markt in einem Bericht. Exklusiv hat 1200 Grad als erstes Medium die Übersicht für das Jahr 2017 von Hansa zur Verfügung gestellt bekommen.

Carlo Cit: Foto: Hansa Unternehmensberatung

Der deutsche Fliesenmarkt 2017 hat im Vergleich zu 2016 um 1,5 % zugelegt. Das gesamte Absatzvolumen ist 2017 auf 132,5 Millionen Quadratmeter angewachsen.

Die Absatzentwicklung ist seit 2009 positiv. Wurden 2009 nur 105 Millionen Quadratmeter im deutschen Markt abgesetzt, waren es 2017 132,5 Millionen Quadratmeter. Dies ist eine Steigerung von 27,5 Millionen Quadratmeter oder ein Plus von 26,2 %.Der dominierende Verteiler im Markt ist nach wie vor der Fliesenfachhandel, der auch 2017 seine Marktposition leicht ausbauen konnte.

Das Fliesenhandwerk war 2017 mit Aufträgen total ausgelastet. Was sich aber immer negativer bemerkbar macht, ist das Fehlen von Fachhandwerkern und der eklatante Rückgang von Auszubildenden. Bei steigender Bautätigkeit sind davon alle Handwerksbereiche betroffen und die Situation weitet sich zu einem Problem aus, das kaum gelöst werden kann, so Carlo Cit.

BKF-Mitglieder verlieren seit Jahren Marktanteile

Die wichtigsten ausländischen Produzenten, wie Italien, Spanien und die Türkei, haben 2017 moderate Absatzzuwächse erzielen können. Die Mitglieder des Bundesverbandes Keramische Fliesen e.V. (BKF) verlieren seit Jahren Marktanteile. Im abgelaufenen Jahr war der Rückgang minus 3,7 %, obwohl der Markt um ca. 1,5 % gewachsen ist.

 

Die Absatzentwicklung der Mitglieder des BKF seit 2008 ersehen Sie aus dem Chart. Skizze: Hansa

Die Fliesenabsätze der in- und ausländischen Produzenten im deutschen Markt sind im 2. Halbjahr 2017 im Vergleich zum 1. Halbjahr zurückgegangen. Hat die Industrie im 1. Halbjahr 2017 noch 67,5 Millionen Quadratmeter abgesetzt, waren es im 2. Halbjahr nur noch 65,0 Millionen Quadratmeter oder minus 3,7 %.
Erstmals wurden Wand- und Bodenfliesen aus Russland nach Deutschland eingeführt. Die Lieferungen kamen aus dem neuen Werk von Vitra. Hauptabnehmer war Villeroy & Boch. Diese Bezüge, es handelt sich überwiegend um Wandfliesen, wurden im deutschen Markt abgesetzt. Auch aus Brasilien wurden wieder Fliesen durch zwei Importeure importiert.

Die Chinesen, die 2010 noch 10,2 Millionen Quadratmeter nach Deutschland exportierten, haben durch die Strafzölle, die 2011 verhängt und 2017 verlängert wurden, erhebliche Absatzeinbußen hinnehmen müssen. 2017 lag der Absatz bei nur noch 4,3 Millionen Quadratmeter. Gegenüber 2016 ist das Volumen aber um 7,5 % angestiegen.

Italiener konnten Absätze kontinuierlich ausbauen

Die italienischen Produzenten haben ihre Absätze in den letzten Jahren im deutschen Markt kontinuierlich und erfolgreich ausgebaut. Der Marktanteil beim Absatz beträgt 41,6 %. Infolge des hohen Durchschnittserlöses pro Quadratmeter, den die Italiener in Deutschland erzielen, haben sie aber am Gesamtumsatz, den die in- und ausländische Fliesenindustrie im deutschen Markt generiert hat, einen Anteil von über 54,0 % oder 781,8 Millionen Euro. Der Durchschnittserlös pro Quadratmeter ist 2017 leicht um 1,30 % auf 14,20 € zurückgegangen.

Das heißt, über die Hälfte des Umsatzes, den die in- und ausländischen Fliesenproduzenten 2017 in Deutschland erzielt haben, wird durch die Italiener abgedeckt. Tendenz, wie in den letzten Jahren, weiterhin steigend.

Was die Kooperationen betrifft, so ist an erster Stelle Eurobaustoff zu nennen. Dazu Carlo Cit: “Die Fliesensparte dieser Kooperation hat sich auch 2017 durch eine erfahrene und kompetente Führung sehr gut entwickelt, und davon profitieren die Mitglieder. Die Fliesenumsätze, die die Mitglieder der Eurobaustoff im deutschen Markt erzielen, sind beträchtlich. Auch im Ausland wird diese Kooperation immer stärker, weil viele ausländische Fachhändler als Mitglieder gewonnen wurden und dadurch die Expansion weiter geht. Aber auch die hagebau unternimmt große Anstrengungen, den Fliesenbereich auszubauen, damit ihre Mitglieder im Markt gestärkt werden.”

Durchschnittserlös von 11,00 €/m²

Der gesamte Verkaufsumsatz der Fliesenindustrie im deutschen Markt lag 2017 bei ca.
1.458 Milliarden Euro netto ohne MwSt. (ohne Frachtanteile), was einen Zuwachs von rd. 0,56 %, im Vergleich zum Vorjahr, bedeutet. 2016 war der Zuwachs, gegenüber 2015, noch plus 4,7 %.

Die in- und ausländischen Produzenten erzielten einen Durchschnittserlös von 11,00 €/m² (minus 1 % im Vergleich zu 2016).

Der Verkaufsumsatz, der 2017 über alle Vertriebskanäle in Deutschland erzielt wurde, lag bei ca. 2.650 Milliarden Euro netto ohne MwSt. (inkl. Frachtanteile).Dies bedeutet ein Minus von 3,7 % zum Vorjahr. 2016 war der Zuwachs, gegenüber 2015, plus 6,0 %.

Und zum Abschluß noch ein hisotrisches “Bonbon”: Die erste Statistik über den Fliesenabsatz im „Deutschen Reich“ wurde 1927 veröffentlicht. Übrigens sind alle Statistiken – Absatz und Umsatz – seit 1927 – 2017 in der Datenbank von Hansa hinterlegt.

Weiteres Infos und die Bestellmöglichkeit der kompletten Studie für 2017 finden Sie hier.

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