Spanische Zahlen zeigen deutlich nach oben

Deutschland mit einem Umsatz-Plus von 31 Prozent

Das Wetter in Valencia war in diesem Jahr ungewöhnlich kalt, obwohl die Cevisama fast einen Monat später stattfand als üblich. Bei den Zahlen der spanischen Fliesenindustrie dürfte den Herstellern aber warm ums Herz geworden sein, denn beim Umsatz und beim Export gab es kräftige Plus-Zahlen, nur die Produktion ging deutlich zurück.

Laut spanischem Herstellerverband ASCER erwirtschafteten die spanischen Fliesenhersteller im Jahr 2022 einen Umsatz von 5,5 Mrd. Euro, das entspricht einem Plus von 16,2 %. Der Export in 187 Länder brachte dabei 4,2 Mrd. Euro Umsatz, das ist ein Plus von 16,5 %. Der heimische Markt, für die Spanier das wichtigste Absatzgebiet, erzielte ein Plus um 15 % auf 1,2 Mrd. Euro. Mit einer Produktionskapazität von 500 Mio. qm (- 15%) ist Spanien somit weiterhin der größte Hersteller von Keramikfliesen in der EU.

Bei den Exportländern nach Kontinenten führt Europa weiterhin die Liste an mit 1,6 Mrd. Euro Umsatz (+27,6 %). Es folgen Asien (741 Mio. Euro = +14,8%) vor Nord-Amerika mit 621 Mio. Euro (+15%).

Zu den Top Ten der Exportländer gehören an Rang 1 die USA mit 516,1 Mio. Euro (+15,4%) vor Frankreich (482,5 Mio. Euro = +21%) und Großbritannien mit 194,8 Mio. Euro (+24,5%). Deutschland liegt unverändert auf Platz 6 mit 171,6 Mio. Euro (+31,4%).

Blick in die internationale Pressekonferenz der ASCER in Valencia. Fotos: Redaktion
Blick in die internationale Pressekonferenz der ASCER in Valencia. Fotos: Redaktion

Russische Markt kommt fast zum Erliegen

ASCER Präsident Vicente Nomdedeu Lluesma. Fotos: Redaktion

Erwartungsgemäß ist der russische Markt sehr stark eingebrochen. Das ist für die Spanier ein Rückschritt, denn der russischen Markt hatte sich in der Vergangenheit für sie sehr positiv entwickelt. Im Gegensatz zu den Vorjahren gab es auf der Cevisama dieses Jahr auch keine russischen Besucher. Im ersten Quartal des letzten Jahres wurde von den Spaniern noch gen Osten geliefert, dann kam das Geschäft fast ganz zum Erliegen. Während man 2021 noch 5,6 Mio. qm für 71 Mio. Euro geliefert hatte, wurden 2022 nur noch 2 Mio. qm zu 28 Mio. Euro exportiert. Unter dem Strich also ein Minus von rund 60 %. Auf der Pressekonferenz der ACER wurde jedoch darauf hingewiesen, dass der Markt nicht komplett geschlossen sei und einige Hersteller durchaus noch Geschäfte mit Russland abwickeln. Allerdings sei das Geschäft mit Russland natürlich auch eine moralische Frage, so der ASCER Präsident Vicente Nomdedeu Lluesma.

Das liest sich insgesamt erst Mal recht erfreulich, allerdings stehen die Margen unter Druck, denn die Energiekosten drücken auch in Spanien auf die Erlöse. Hier fühlen sich die spanischen Fliesen-Hersteller nach wie vor von ihrem Staat allein gelassen. Also bleibt ihnen nur optimistisch die Selbsthilfe: „Die Effizienz steigern, die Unabhängigkeit vom Gas erhöhen und dabei noch nachhaltig handeln,“ so fordert es ASCER Präsident Vicente Nomdedeu Lluesma auf der internationalen Pressekonferenz von seinen Kollegen. Zu den Maßnahmen gehören logischer Weise auch Preiserhöhungen, zu denen sich der Verband allerdings vor den Journalisten verständlicher Weise recht schmallippig äußerte.

Für Optimismus sorgen bei den spanischen Herstellern die insgesamt sehr positiven Konjunkturzahlen auf der spanischen Halbinsel. So hat das Spanische Amt für Statistik vor kurzem noch Zahlen veröffentlicht, dass die spanische Wirtschaft im letzten Jahr um satte 5,5 % zulegen konnte. Das ist das größte Konjunkturplus für Spanien seit 20 Jahren. Damit steht Spanien wesentlich besser da als viele nordeuropäische Länder. Auch die Arbeitslosigkeit sank auf die niedrigste Quote seit 15 Jahren. Bei der Inflation weist Spanien ebenfalls sehr gute Werte auf: Mit einer Preissteigerungsrate von 5,5 % lag Spanien weiter unter dem Durchschnitt der EU.

Lesen Sie unseren ausführlichen Beitrag zur Messe hier.

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