Köbig trotz Corona mit starkem Wachstum       

2020 über zehn Prozent Umsatzplus in der J.N. Köbig GmbH

Ungeachtet der organisatorischen Einschränkungen durch die Corona-Pandemie festigt der Baubedarfsspezialist Köbig seine Marktposition. Die J.N. Köbig GmbH erzielte nach eigenen Angaben im Geschäftsjahr 2020 an ihren elf Standorten in Rheinland-Pfalz und Hessen mit 170 Mio. Euro 11,6 Prozent mehr Umsatz als im Jahr zuvor. Für die Köbig-Gruppe wurden im letzten Jahr rund 190 (2019: 165) Mio. Euro an Umsatzerlösen ermittelt, eine Steigerung um 15,1 Prozent. Mit einer aktuellen Eigenkapitalquote von 54,7 (2019: 48,6) Prozent besitzt Köbig eine solide finanzielle Basis.

Für Markus Thurn kam diese Entwicklung aufgrund der guten Auslastung der Bauwirtschaft zwar nicht völlig überraschend. Aber die „Umsatzexplosion von Herbst bis zum Jahresende 2020“ sei für Köbig schon außergewöhnlich gewesen. Markus Thurn ist nach dem plötzlichen Tod seines Bruders Stefan im letzten Jahr jetzt alleiniger geschäftsführender Gesellschafter. Der auf den Handel mit Baustoffen (inklusive Produkte für den Garten- und Landschaftsbau), Fliesen und Haustechnik (Sanitär/Heizung) konzentrierte Vollsortimenter registrierte im vierten Quartal knapp über 20 Prozent Umsatzplus. Allein im relativ milden Dezember stieg der Umsatz um 25 Prozent. Umsatzstärkste Köbig-Geschäftssparte ist unverändert der Baustoff-Bereich (zirka 50 Prozent), gefolgt von den Geschäftsbereichen Haustechnik und Fliesen.

3,5 Prozent Wachstum 2021 erwartet

Für 2021 prognostiziert Köbig ein Umsatzwachstum von 3,5 Prozent. Markus Thurn: „Diese vorsichtige, zurückhaltende Erwartung ist in erheblichem Maße einer zunehmenden Materialverknappung geschuldet.“ Besonders kritisch sei die Versorgung des Handels bereits mit Holz und Kunststoff-Artikeln. In zwei Jahren will Köbig die Umsatzmarke von 200 Mio. Euro übertreffen.

Drei Mega-Trends bestimmten derzeit das Köbig-Geschäft: Wohnen, Renovieren und Nachhaltigkeit. Markus Thurn will sein Unternehmen auf jeden Fall noch nachhaltiger machen. Die bereits 2019 erfolgte Zertifizierung für Produkte zum gesünderen Bauen (Stichwort „Grünes Regal“) sei ein Anfang gewesen und habe Köbig zu einem der Vorreiter auf diesem Gebiet im deutschen Baustoff-Fachhandel gemacht. Inzwischen ist das Unternehmen auch der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen beigetreten. Diese gemeinnützige Nichtregierungsorganisation in Stuttgart widmet sich dem Thema über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg. „Wir wollen bis zum Ende des laufenden Jahrzehnts CO2 plus werden“, gibt Markus Thurn die Richtung vor. Zu der Reduktion sollen geplante Photovoltaik-Anlagen und Dachbegrünungen auf allen Köbig-Gebäuden in Mainz beitragen.

Der nächste große Schritt zur geringeren Umwelt- und Klimabelastung werde das Umstellen des erst vor wenigen Jahren rundum erneuerten, zentral von Mainz aus gesteuerten Köbig-Fuhrparks auf Hybrid- und E-Pkw sowie -Staplerfahrzeuge, ferner (bei Verfügbarkeit) auf mit Wasserstoff betriebene LKW sein.

Bis Ende 2022 will Köbig am Standort Koblenz diesen Neubau in unmittelbarer Nachbarschaft des bisherigen Gebäudes fertigstellen. Das Unternehmen investiert dafür annähernd acht Millionen Euro. Zeichnung: Köbig

In diesem Jahr über zehn Mio. Euro an Investitionen

Köbig hat 2020 gruppenweit rund zwei Mio. Euro ins operative Geschäft investiert – 2021 sind über zehn Mio. Euro vorgesehen. Die mit annähernd acht Mio. Euro größte Ausgabe steht für den Neubau der Niederlassung in Koblenz an. Die dortigen 60 Mitarbeiter werden von der Friedrich-Mohr-Straße in die benachbarte Bubenheimer Bann umziehen. Nach fünfjährigen Verhandlungen mit der Stadt kaufte Köbig das 20.500 qm große Grundstück, reichte im Februar dieses Jahres den Bauantrag ein und wartet derzeit noch auf die Baugenehmigung. Die Bauzeit ist auf 15 Monate veranschlagt.

Der Personalbestand der J.N. Köbig GmbH bewegte sich zum Jahresbeginn mit 594 Mitarbeitern etwa auf dem Stand von 2019, davon 268 Personen in Mainz. Die Köbig-Gruppe zählt gegenwärtig 625 Mitarbeiter. An dieser Personalsituation werde sich 2021 – so Markus Thurn – kaum etwas ändern. Gleichwohl könnte das Unternehmen in den nächsten Jahren wegen des konsequenten Nachhaltigkeitskurses „sicherlich noch etwas mehr Expertise in diesem Bereich gebrauchen“.

 

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