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Italien: Volle Lager – Betriebsferien in Keramikwerken vorgezogen

Massive Investitionen in Produktionsanlagen

Massive Investitionen in Produktionsanlagen und die damit verbundene Erhöhung der Produktionskapazität sind nach Einschätzungen von Gewerkschaftsvertretern ein Grund für den verlängerten Stillstand der Werke. Im italienischen Keramikdistrikt fallen die Betriebsferien zum Jahreswechsel nach Medienberichten bei vielen Produzenten rund eine Woche länger aus als in den vergangenen drei bis vier Jahren. Die Weihnachtspause wurde vorgezogen, für den Januar wird aber ein normaler Start erwartet. Die Gewerkschaft Filctem-Cgil aus Modena sieht jedoch keinen Grund zur Unruhe. 1200grad hatte bereits über die Umsetzung des Investitionsprogramms “Industrie 4.0” hier berichtet.

Die Einführung sehr günstiger spanischer Materialien auf internationalen Märkten, insbesondere im ersten Quartal des Jahres 2018, habe sich ebenfalls auf die italienischen Lagerbestände ausgewirkt.

Ausblick auf 2019 – wie steht die italienische Keramikindustrie da?

Gewerkschaftsvertreter Roberto Righi bietet in einem Interview mit der Lokalpresse eine Einschätzung der italienischen Keramikhersteller zum Jahresende. Dabei sieht er drei Unternehmenskategorien:

Die groβen Gruppen, die in Innovation investiert haben, verfügen über eine sehr hohe Produktionskapazität und solide Bilanzen. Die mittelgroβen Betriebe, die keine umfassenden, aber sinnvolle Innovationsprozesse durchlaufen haben, sind einigermaβen gut da. Die kleinen Firmen und Zulieferer leiden bis auf einige Ausnahmen unter ihrer niedrigen Kapitalisierung und der entsprechend schwächeren Investitionstätigkeit.

Etwa 30% der Arbeitsplätze (etwa 8.000 von 27.000 Beschäftigten) sind in den vergangenen 10 Jahren in der Branche verloren gegangen. Nun sei sie fast am Minimum angelangt, das notwendig sei, um die Produktion sicherzustellen. Ein weiterer Abbau der Belegschaft sei, auβer in Fällen wie Oscar Ceramiche (https://www.1200grad.com/oscar-ceramiche-hat-konkurs-angemeldet), nicht zu erwarten.

Konkurrenz für italienische Fliesen aus Spanien und China

Die wichtigsten Mitbewerber bleiben aus Righis Sicht die Spanier, “…auch wenn sich deren extrem niedrige Gewinnspanne langfristig als Bumerang erweisen könnte. Die Chinesen produzieren über eine Milliarde Quadratmeter und können nur mit Schutzzöllen in Schach gehalten werden – fragt sich nur, wie lange”?

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