Carlo Cit. Foto: Hansa UB

Entwicklung des Fliesenmarktes in der EU

Preisdruck wird 2021 auch in die deutschen Vertriebskanäle weitergegeben

Carlo Cit von der Hansa Unternehmensberatung beleuchtet exklusiv für 1200Grad die Entwicklung des Fliesenmarktes in der EU.

Im Jahr 2019 wurden in der EU rd. 1,3 Milliarden Quadratmeter produziert, was ein Minus von rd. 3 %, im Vergleich zu 2018, ausweist. Der Verbrauch betrug 2019 rd. 1,1 Milliarden Quadratmeter und liegt um rd. 1,0 % über dem Jahr 2018.

Die Produktion von 1,3 Milliarden Quadratmeter entspricht in etwa 10 % der Weltproduktion. Der Absatz von rd. 1,1 Milliarden Quadratmeter liegt bei rd. 8 % des Weltabsatzes.

Die größten Produzenten innerhalb der EU waren 2019

·      Spanien mit 510 Mio. m²
·      Italien mit 401 Mio. m²
·      Polen mit 125 Mio. m²

Importland Nummer eins innerhalb der EU war Frankreich mit 113 Millionen Quadratmeter. Importland Nummer zwei war Deutschland mit 110 Millionen Quadratmeter.

2020 wird Deutschland Frankreich überholen und wird Importland Nummer eins der EU. Dies weckt große Begehrlichkeiten bei den ausländischen Fliesenproduzenten, verstärkt im deutschen Markt tätig zu werden, was ja 2020 schon eingetreten ist.

Deutscher Fliesenmarkt als einziger 2020 im Absatzplus

Der deutsche Fliesenmarkt ist von den großen Verbrauchermärkten innerhalb der EU der einzige Markt, der 2020 ein Absatzplus ausweisen wird. Alle anderen großen Märkte, wie Spanien, Italien, Frankreich und England, haben zum Teil beim Absatz erhebliche Einbrüche zu verkraften. Die kleineren Märkte Schweiz und Österreich haben sich bis jetzt sehr gut behauptet.

In den vorgenannten vier Ländern wird sich die Baukonjunktur 2021 nicht erholen, weil sich die Gesamtwirtschaftslage, auch infolge der Pandemie, in diesen Ländern seit Frühjahr 2020 erheblich verschlechtert hat und zurzeit für 2021 keine Verbesserung in Sicht ist.

Die hohen Produktionskapazitäten, die insbesondere aus dem Ausland in den deutschen Markt drängen, führen dazu, dass das Preisgefüge der Produzenten unter Druck kommt oder bereits schon ist. Dieser Preisdruck wird 2021 auch in die deutschen Vertriebskanäle weitergegeben, was in letzter Konsequenz bedeutet, dass auch die Margen unter Druck kommen werden. Diese Entwicklung begann schon Anfang des Jahres 2020 und wird sich 2021 fortsetzen.

Für 2021 eine Prognose für den deutschen Fliesenmarkt abzugeben, ist wegen der Corona-Pandemie äußerst schwierig. Wir wissen alle nicht, wie lange die Pandemie noch andauern und wie stark die Baukonjunktur dadurch geschädigt wird. Carlo Cit: „Ich glaube aber, dass der Fliesenverbrauch 2021 im Inland leicht zurückgehen wird.“

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