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Dominik Pfeiffer ist der “Fliesenleger-Champion”

Finale im Profi-Wettbewerb: In Rosendahl gingen die „Besten der Besten“ an den Start

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„Das hätte ich nie gedacht, ich bin völlig fertig!“ Dominik Pfeiffer kann es kaum fassen. Doch er ist Deutschlands „Fliesenleger-Champion 2019“. In einem äußerst spannenden Finale sicherte sich der 32jährige Fliesenlegermeister den Titel. „Das Ding war echt schwer, am Anfang habe ich mich erst verschnitten, aber dann bin ich so richtig heiß gelaufen“, schildert Pfeiffer seinen „Kampf“ mit dem „Ding“, dem anzufertigenden Werkstück. „Mit ist ganz schlecht vor Aufregung“, beteuert er bei der Siegerehrung im Sika-Schulungszentrum im münsterländischen Rosendahl. Doch schnell ist der quirlige Meister seines Fachs wieder gefasst. Als das Smartphone klingelt, meldet er sich mit einem breiten Grinsen: „Hallo, Sie sprechen mit dem Fliesenleger-Champion 2019…“ Auf Platz zwei kam Todor Todorov, gefolgt von Marcel Hartmann.

Und das sind die „Besten der Besten“: v. l. Todor Todorov (Platz 2), „Champion“ Dominik Pfeiffer und Marcel Hartmann (Platz 3).

„Ihr seid alle Champions“, beglückwünschte Gastgeber und Sika Handel Bau-Vertriebsleiter André Hornemann die acht Finalisten. Es überhaupt bis hierher geschafft zu haben, sei bereits eine enorme Leistung. Nach der Premiere im vergangenen Jahr gingen die ausrichtenden Industriepartner Blanke Systems, Karl Dahm, Collomix, Villeroy & Boch, Schönox und Lux Elements mit ihrer beispielhaften „Fliesenleger-Championship“ in diesem Jahr in die zweite Runde. Ziel und Anspruch des Wettbewerbs ist es, den Fokus der Öffentlichkeit auf einen überaus attraktiven und vielseitigen Beruf zu richten und gleichzeitig die Wertschätzung gegenüber diesem traditionsreichen und gleichzeitig sehr modernen Handwerk auszudrücken. In regionalen Qualifikationsrunden an den Standorten der Industriepartner konnten sich die Teilnehmer an zwei Tagen vergleichen. Ins Finale schafften es letztendlich neben Dominik Pfeiffer, Todor Todorov und Marcel Hartmann außerdem Johannes Neubauer – der im letzten Jahr auf den zweiten Platz kam –, Oliver Kuhn, Sebastian Heimbach, Manfred Ebert und Manfred Gröbmair; Tobias Gröbmair konnte leider krankheitsbedingt nicht bei der Endausscheidung dabei sein.

Hohe Professionalität und Konzentration

Die Qualitäten der abgelieferten Arbeit – ein Waschtisch, den es in einem ambitionierten Zeitrahmen anzufertigen galt – lagen sehr eng beieinander. Die Jury hatte somit keine leichte Aufgabe. Immerhin hatten die erfahrenen Juroren, selbst „Meister ihres Fachs“, es hier mit wahren Könnern zu tun, die ihre Aufgabe höchst professionell und konzentriert erledigten. Neben dem Titel „Fliesenleger-Champion 2019“ und der damit einhergehenden Anerkennung erhielten die drei Erstplatzierten Reisegutscheine im Wert von 3000 €, 1500 € und 600 €.

„Guten Tag, Sie sprechen mit dem Fliesenleger-Champion 2019.“ Dominik Pfeiffer hat nicht nur ausgezeichnete Arbeit abgeliefert. Er sorgte während der Veranstaltung auch stets für gute Stimmung.

Mit Dominik Pfeiffer, Todor Todorov und Manfred Ebert hatte der führende deutsche Verlegebetrieb Fliesen Röhlich gleich drei seiner Besten ins Rennen geschickt. Qualifizierung gehört zu den Eckpfeilern der Unternehmensphilosophie. Röhlich erzielte in 2017 einen Umsatz von knapp 50 Mio. € bei fast einer Million verlegter Quadratmeter an Fliesen, Natur- und Betonstein. Acht Projektleiter, sechs Bauleiter, zwölf Meister, 300 Fliesen- und Natursteinverleger sowie neun Auszubildende sind dort tätig. Dominik Pfeiffer kam in 2001 erstmals im Rahmen eines Praktikums „in Kontakt“ mit Fliesen und entdeckte seine Leidenschaft für diesen Beruf. In 2014 legte er seine Meisterprüfung im Fliesenlegerhandwerk ab und ist heute bei Röhlich als Bauleiter für den hochwertigen Privatkundenbereich tätig. „Auch nach dem Wegfall der Meisterpflicht freut es umso mehr, dass unsere Mitarbeiter diese Qualifikation weiterhin erwerben wollen“, ist auf der Röhlich-Homepage zu lesen. Mit seinen Meistern setzt das Unternehmen konsequent und mit großem Erfolg nicht nur auf Quantität, sondern auch auf Qualität.

Höchst anspruchsvolle Aufgabe

Noch ist nichts entschieden: Mit fachkundigem Blick nehmen die Juroren das Werkstück von Dominik Pfeiffer in Augenschein.

Wie Dominik Pfeiffer es bereits ausdrückte: Das „Ding“ hatte es in sich. Im Vorfeld hatte Jury-Mitglied Andreas Kölbl, Fliesenlegermeister und verantwortlicher Anwendungstechniker im Hause Collomix, den Waschtisch auf Basis des „Lavado-Float-Z“ von Lux Elements bereits vorgebaut, um ein Gefühl für die Schwierigkeiten und den benötigten zeitlichen Rahmen zur Fertigstellung des Werkstücks zu bekommen. Geflieste Waschtische sind derzeit im Trend und gehören zu den Königsdisziplinen im Verlegerhandwerk, erläuterte Jurymitglied Max Kaiser von Karl Dahm.

Im letzten Jahr der „Fliesenleger-Champion 2018“, in diesem war er mit seiner Expertise als Jurymitglied dabei: Thomas Löffler.

Die Finalisten mussten die Feinsteinzeugfliesen im Format 60 x 120 cm bei einer Stärke von 6 mm auf das entsprechende Fliesenformat herunterschneiden. Auch wenn die Verarbeitung dieser Formate heute zum „täglich´ Brot“ eines ausgebildeten Fliesenlegers gehört, so hatten es die Details wie die zu verfliesende Mulde inklusive des Gefälles doch in sich. Es war vor allem der rechteckige Ausschnitt, der den Teilnehmern Respekt abforderte. Und die gerundeten Fliesen mussten mit einer Schattenfuge ausgeführt werden. Rundungen, Gefälle, Ausschnitte, die Schienen sauber auf Gehrung schneiden – da war so ziemlich alles drin, was höchster Planung und Präzision in der Ausführung erfordert. „Erst besinnen, dann beginnen“, zitierte Leo Krüppel von Schönox einen alten Handwerkerspruch. Wie bereits in den Vorausscheidungen gingen die Kandidaten wohlüberlegt, schon fast „meditativ“ ans Werk, auch wenn jeder seine eigene Art der Herangehensweise hatte. In diesem Zusammenhang fiel ein zweiter Spruch, der nur zu gut zum Geschehen passte. „Du musst nur gut fugen können….“ Will heißen, dass man mit Fugen so manchen Murks prima vertuschen kann. Pech aber, dass sich die fertigen Werkstücke ungefugt den höchst kritischen Augen der Juroren präsentierten.

Vergleich mit den „Besten“ – aber auch „Pragmatismus“

Die Motivationslagen der Teilnehmer, bei diesem „Wettbewerb der Besten“ dabei zu sein, waren vielfältiger Natur. Während ein Kandidat (ohne dessen Wissen) von seinem Chef angemeldet wurde, weil er hin und wieder durchblicken ließ, er sei ohnehin der beste Fliesenleger in der Firma, war es für das Trio aus dem bereits genannten Unternehmen wohl ausschlaggebend, sich mit ihren „Wettbewerbern“ auf höchstem Niveau zu messen. „Wiederholungstäter“ Johannes Neubauer, in 2018 „Vize-Champion“, nutzte seinen „Titel“ ganz pragmatisch für sein Geschäft und wies mit einem Autoaufkleber auf sein „verbrieftes“ Können hin – was ihm einige interessante und lukrative Aufträge einbrachte.

Höchste Konzentration: Marcel Hartmann bei der Arbeit.

Diese Erfahrung machte auch der Erstplatzierte des vergangenen Jahres, Thomas Löffler – in diesem Jahr als Juror dabei. Der 36jährige ist seit 17 Jahren als angestellter Fliesenleger tätig und wird in wenigen Wochen den Betrieb in Stegen im Schwarzwald übernehmen. Als er den Championship-Flyer auf der Verkaufstresen seines Fliesenhändlers sah, war er gleich „Feuer und Flamme“. „Ich finde es klasse, dass man sich hier als ,altgedienter` Fliesenleger mit Seinesgleichen messen kann.“ Denn die Euro- bzw. World Skills seien schließlich der Wettbewerb für die jungen Leute. Löffler nutzt intensiv die zahlreichen Schulungsangebote der Industrie, um in Sachen Technik und Design immer am Puls der Zeit zu sein. „Wunderbar“ findet er die Kontakte zu seinen Berufskollegen; es gelte nicht nur, seine Arbeit tadellos zu machen. Wichtig sei die „Kommunikation ohne Konkurrenzdenken und Scheuklappen“ mit den Kollegen. Und dafür biete diese Veranstaltung die idealen Voraussetzungen. „Die hier sind alle echte Typen, die schon was richtig Gutes geleistet haben und mit denen man sich wunderbar austauschen kann“, findet Thomas Löffler. Nach seinem Sieg im letzten Jahr nahmen nicht nur die Fachzeitschriften und die regionalen Medien von seinem Erfolg Notiz, auch der SWR widmete ihm einen kleinen Beitrag. Und es gab auch einige (Neu)kunden, die einen Fliesenbelag vom Champion wollten.

“Wir brauchen den Meisterbrief!”

Freute sich sehr, mit Stefan Bohlken (l.) einen prominenten Mitstreiter für die Branche in der Jury zu haben: Dipl.-Ing. André Hornemann, Vertriebsleiter Sika Handel Bau.

Neben Thomas Löffler ging in Rosendahl beim Finale ein weiteres “Ehren-Jurymitglied” an den Start. In unserer Branche ist er mittlerweile so bekannt wie der sprichwörtliche „bunte Hund“. Seit knapp zwei Jahren kämpft Stefan Bohlken für die Wiedereinführung der Meisterpflicht im Fliesenlegerhandwerk. Der Obermeister der Oldenburgischen Fliesenlegerinnung nutzt die Sozialen Medien und spricht die Öffentlichkeit – hier vor allem unsere Branche und die Politik – an, um auf diese Weise die Wiedereinführung der Meisterpflicht zu fordern. Bohlkens zentrale Forderung an die Politik lautet: „Ihr habt ein Stück Handwerk kaputtgemacht, macht es wieder heil.“ Damit spricht er dem Handwerk aus der Seele, was zigtausende Videozugriffe belegen. „Je mehr Menschen diese Videos teilen, desto klarer wird den Politikern hoffentlich, dass wir den Meisterbrief wirklich brauchen“, so Bohlken. Vor kurzem erst hat sich der Bundesrat für die Wiedereinführung der Meisterpflicht ausgesprochen. Am Zuge wäre jetzt das Bundeswirtschaftsministerium in Person von Minister Peter Altmaier. Stefan Bohlken will ihm nun helfen, das Fliesenlegerhandwerk wieder „ins Lot“ zu bringen – und veröffentlichte hierzu vor kurzem ein sehenswertes Video (siehe 1200Grad Bericht hier).

Am Ende des zweitägigen Finales zogen die Veranstalter ein positives Fazit. Am Rande eines Handballspiels in Flensburg entstand aus der Idee, etwas Gutes für das Fliesenlegerhandwerk zu tun, mit einer großen Portion an Enthusiasmus und Leidenschaft aller Beteiligten ein Wettbewerb, der ein Ausrufezeichen in der Branche gesetzt hat. „Wir müssen den Stolz der Verarbeiter fördern, Ideen und Impulse für den Fliesenleger liefern. Wir haben hier ein tolles Handwerk, das Design und Technik in idealer Weise miteinander vereint. Und wir wollen dazu beitragen, dass mit unserer Initiative das Bild des Fliesenlegers in der Öffentlichkeit den Stellenwert erfährt, den es verdient“, brachte es André Hornemann abschließend auf den Punkt.

Bevor es „ans Werk“ ging, schnell noch ein Foto der gesamten Truppe.

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