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Die Ausstellung der Zukunft

Viele Ausstellungen der letzten Jahrzehnte sind nicht zukunftsfähig

In den letzten Jahren beklagen immer mehr Händler, dass ihre opulenten Fliesen- und Parkettausstellungen immer weniger Besucher anziehen. Entgegen dessen genießt der Trend zu Fertighäusern und schlüsselfertigen Wohnungen immer mehr Aufmerksamkeit und Zuspruch. Hier übernimmt der Bauträger die gesamte Bemusterung und der Handel geht leer aus bzw. muss in den Preiskampf gehen. Fakt ist, das sich immer mehr große Ausstellungen so nicht mehr rechnen. Das jedenfalls meint Unternehmensberater Christian Uth, der für 1200Grad die Ausstellungsvisionen für die Zukunft beleuchtet.

Die Kunden, die heute ein Fliesenfachgeschäft aufsuchen um sich beispielsweise ein Bad auszusuchen, haben Geld und sind durch das Internet oder Wohnzeitschriften vorinformiert. Diese Kunden möchten heute möglichst unabhängig aussuchen, und nicht von einem Verkäufer „vollgelabert“ werden. Sie haben meist ein Gespür für „schönes Wohnen“ und für Innenarchitektur, kommen aber in den heutigen Ausstellungen ohne Hilfe nicht zurecht.

Das Zauberwort heißt Interaktion

Aus meiner Sicht müssen Ausstellungen deutlich kleiner und interaktiver werden. Schaffen Sie einen Bereich in der Ausstellung in dem der Kunde selbst kreativ werden kann. Bei den üblichen Kollagentischen kann man die farbliche Abstimmung zwar sehr gut erkennen, aber viele Kunden haben keine Vorstellungskraft, wie die Fliesen auf der Fläche wirken. Ich sehe hier zwei Systeme die dem Kunden bei der Erstauswahl helfen könnten.

1.   Der Digitale Showroom auf einem Touchscreen Monitor auf dem Produkte einiger Hersteller in vorhandene Bildern eingesetzt werden können um die Wirkung des Belags zu sehen. Nachteil ist, dass nicht alle Hersteller dem System angeschlossen sind und Eigenmarken keine Berücksichtigung finden.

2.   Eine Multimedia Ausstellung (siehe Beitragsfoto). Hier legen Sie Handmuster im DIN A4 Format auf eine Säule welche sofort das Muster erkennt und mehrere Monitore aktiviert, die dem Kunden jegliche Möglichkeiten, Raumsituationen und Informationen zum ausgewählten Muster liefern sowie eine digital dargestellte Bodenfläche. So hat man auf einer Fläche von 4 x 6 Metern eine Verkaufsausstellung für nahezu unendlich viele verschiedene Beläge.

Alles Skizzen: Uth

Genau bei diesen Anwendungen zeigen sich die Vorteile von interaktiven Lösungen. Ohne Zeitaufwand lassen sich hier Flächen darstellen, mit denen die Kunden „spielen“ können. So bekommen sie das Gefühl ihr eigener „Innenarchitekt“ zu sein. Gleichzeitig kann man auch auswerten, welche Produktmuster am häufigsten hergenommen werden und auf welche Regalplätze am meisten zugegriffen wird.

Diese interaktive Lösung gibt es nun sogar für bereits vorhandene Schubladenschränke zum nachrüsten. So kann eine Musterfläche herausgezogen werden und auf einem Monitor werden ebenfalls Ambientebilder zu genau diesem Produkt gezeigt. (siehe auch unser Bericht hier)

Wenn ich ein Ambientebild aus den Herstellerprospekten auf jede Mustertafel klebe, habe ich doch den gleichen Effekt, oder?

Leider nicht! Wenn ich als Kunde zwei Materialien unterschiedlicher Hersteller miteinander vergleichen möchte und eine Vorstellung benötige, wie diese im Raum wirken, dann benötige ich eine Abbildung vom gleichen Raum. Wenn man beispielsweise Parkett und Fliesen im Sortiment hat, und der Kunde ist unsicher, dann muss er beide Beläge im einem Ambientebild miteinander vergleiche können.

Worin besteht der wesentliche Unterschied zwischen interaktive Multimedia Ausstellung und Planungsprogrammen wie Visoft und Palette?

Aus meiner Sicht sind die Aufgaben der beiden Systeme vollkommen unterschiedlich. Jedoch können sie sich, wenn man sie richtig einsetzt, sogar gegenseitig unterstützen.

Präsentation eines Bodenfliesendesigns über einen in den Boden eingelassenen Bildschirm.

Die interaktiven Ausstellungen sollen den Kunden bei der Auswahl der Beläge unterstützen. Es soll Muster- und Ausstellungsflächen reduzieren und natürlich auch unnötige Planungen vermeiden. Ein weiterer Vorteil für eine kleine Ausstellungen ist, dass der Kunde nie das Gefühl hat, zu wenig Auswahl zu haben.

Die interaktive Ausstellung ist also ein Beratungstool das dem Unternehmen Zeit spart und hilft, schneller zur Unterschrift zu kommen.

Ein Planungsprogramm dagegen ist eine Dienstleistung für Ihren Kunden. Hier geht es um Raumkonzepte und auch um Funktionalität. Selbstverständlich bekommt hier der Kunde auch eine Hilfe bei der Auswahl der Beläge. Da für dieses System ein Mitarbeiter abgestellt bzw. angelernt werden muss, sollte diese Arbeit auch in Rechnung gestellt werden. Es spart keine Zeit, erzeugt aber zusätzliche Umsätze. Denn, wer eine Planung macht, erhält im Normalfall auch den Auftrag.

Aus meiner Sicht unterstützen sich die beiden Systeme sogar. Wenn sich der Kunde mit Hilfe der Interaktiven Systeme einen Belag ausgesucht hat, kann man ihm nun einfach auch eine Planung anbieten bei der er seine eigenen Räume „sehen“ kann.

Christian Uth. Foto: Uth

Christian Uth
Marketing & Training
Am Zieglberg 7
83352 Altenmarkt
Tel. : +49 8628 / 987485
Fax : +49 8628 / 987484

 

 

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1 Kommentar
  1. Thomas sagt

    Hallo, für mich sind das keine Ausstellungen,schon gar nicht für die Zukunft.
    Das sind Musterlager. Da kann jeder ja gleich die Fliesen aus dem Lager holen und Sie auf den Hauffkollagentisch legen. Einen Vorteil hat das ganze wir sparen . Außerdem Zukunft so haben wir schon in den 80ziger Jahren verkauft.

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