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Auf architiles.at sind nur Kollektionen zu finden, die in Österreich erhältlich sind. Foto: www.aparici.es
Auf architiles.at sind nur Kollektionen zu finden, die in Österreich erhältlich sind. Foto: www.aparici.es

Architiles: Neue Plattform setzt bei Fliesen auf Verfügbarkeit

Seit 1. November ist die Online-Plattform www.architiles.at mit allen Funktionalitäten und Services im Vollbetrieb. Sie richtet sich an Architekten, Planer und Innenarchitekten und präsentiert ausschließlich Fliesen und Produkte aus Feinsteinzeug, die über den österreichischen Fachhandel erhältlich sind. Hinter dem Angebot steht ein Netzwerk aus Herstellern, Händlern und ausgewählten Fliesenlegern.

Emanuel Hofer ist seit mehr als 30 Jahren als Werksvertreter zweier spanischer Hersteller tätig und bei Architiles für die Projektberatung zuständig. Termine bei Architekten zu bekommen, ist in den vergangenen Jahren immer schwieriger geworden – nicht nur für ihn, wie Gespräche mit Kollegen gezeigt haben. So holen sich viele Planer in der Entwurfsphase ihre Ideen lieber aus dem Internet. Ob die ausgewählte Fliese in Österreich überhaupt lieferbar ist, stellt sich oft erst bei der Ausschreibung heraus. Aus dieser Erfahrung heraus hat Hofer gemeinsam mit Geschäftsführerin Simone Lässer das Konzept für die Plattform entwickelt.

Auswahl nach klaren Kriterien

Auf der Website präsentieren sich namhafte Hersteller und Händler, ebenso wie Anbieter von Baustoffen und Zubehör für die Verlegung sowie Betriebe, die Großformatplatten zuschneiden oder Sonderformate fertigen. Aufgenommen wird nur, wer ein Alleinstellungsmerkmal, eine eigene Architektenbetreuung in Österreich und heimische Handelspartner vorweisen kann. Auch bei den Kollektionen treffen die Betreiber eine Auswahl, um Doppelungen zu vermeiden. Laut Unternehmensangaben sollen langfristig rund 25 Hersteller vertreten sein.

Die Plattform versteht sich als Informationsangebot, das persönliche Beratung und bestehende Vertriebswege ergänzen soll. Für Architekten, Planer und Innenarchitekten ist die Nutzung kostenlos.

Vom Entwurf zum Muster

Auf der Plattform liefern ausgewählte Kollektionen und Referenzprojekte erste Inspirationen für die Gestaltung. Für die weitere Planung stehen technische Angaben wie Format und Rutschhemmung zur Verfügung. Richtpreise in drei Stufen – von 20 bis 40 über 40 bis 70 bis zu 70 bis 100 Euro pro Quadratmeter – erleichtern eine erste Kostenschätzung. Der Mustershop umfasst laut Unternehmensangaben derzeit knapp 500 Produkte, das Ziel liegt bei rund 1.000.

Im Mustershop lässt sich gezielt nach Optik, Farbe, Anwendung oder Hersteller filtern – das passende Muster ist mit einem Klick bestellt. Foto: Architiles

Im Mustershop lässt sich gezielt nach Optik, Farbe, Anwendung oder Hersteller filtern – das passende Muster ist mit einem Klick bestellt. Foto: Architiles

Bestellte Muster verschickt der zuständige Vertreter des jeweiligen Herstellers. Auf diese Weise entsteht von Beginn an ein direkter Kontakt zu jenem Ansprechpartner, der das Projekt später begleitet. Künftig sollen auch Datenblätter, Prüfzeugnisse und Ausschreibungstexte abrufbar sein.

Auch in „Notfällen“ hilft die Plattform: Wird kurzfristig Ersatz für ein bestimmtes Produkt gebraucht, das nicht mehr lieferbar ist, genügt ein Foto an Architiles. Die Anfrage geht an das gesamte Netzwerk. In einem Fall, so schildert Hofer, konnte für eine nicht mehr produzierte Wandfliese binnen 20 Minuten eine passende Alternative gefunden werden.

Fliesenleger im Netzwerk

Die Anregung, auch Verlegebetriebe in die Plattform einzubinden, kam laut Hofer aus dem Handwerk selbst. Als digitaler Schauraum bietet www.architiles.at schließlich auch für Fliesenleger einen Nutzen. Sie können Bauherren und Architekten Produkte vorab präsentieren und so Termine im eigenen Schauraum vorbereiten. Fliesenleger werden ausschließlich auf Empfehlung in das Netzwerk aufgenommen. Eine Österreich-Karte zeigt sie mit ihren Schwerpunkten und typischen Projektgrößen. Geplant sind rund 30 Betriebe.

Aus dem Netzwerk heraus ist bereits eine Kooperation zwischen einem Wiener Großhändler und einem Zuschnittbetrieb entstanden. Im Schauraum des Händlers sind künftig Bäder aus Großformatplatten zu fixen Quadratmeterpreisen zu sehen, sodass Kunden die Kosten für das eigene Projekt bereits vor Ort abschätzen können.

Startseite von www.architiles.at.

Ausblick

Ab dem Frühjahr 2027 sind Veranstaltungen geplant – etwa Abende, an denen mehrere Hersteller Innenarchitekten ihre Produkte vorstellen, sowie regionale Treffen bei Handwerksbetrieben. Das Sortiment soll weiter wachsen, gesucht werden derzeit unter anderem Anbieter von Mosaik und Zementfliesen.

Geschäftsführerin Simone Lässer beschreibt den Anspruch der Plattform so: „Gute Architektur braucht nicht möglichst viele Produkte, sondern die richtigen Lösungen. Mit Architiles möchten wir Inspiration, Materialkompetenz und persönliche Beratung zusammenbringen – und damit den Weg von der ersten Idee bis zur Umsetzung erleichtern.“

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