Werner Schlüter feiert runden Geburtstag

Pionier der Fliesenbranche wird 80 Jahre alt

Es gibt wohl nur wenige Namen, die in der Fliesenbranche einen höheren Bekanntheitsgrad haben als der von Werner Schlüter. Der Erfinder der Schlüter-Schiene sowie zahlreicher weiterer Produkte, die nachhaltig die Branche beeinflusst haben, feiert im August seinen 80. Geburtstag.

Dass sein Name einmal Synonym für weltweit erfolgreiche Produkte rund um die Fliesen- und Natursteinverlegung stehen würde, konnte Werner Schlüter natürlich nicht vorhersehen, als er im Alter von 14 Jahren im münsterländischen Saerbeck seine Ausbildung als Fliesenleger begann. Schon als junger Fliesenleger entstanden die ersten Kontakte ins Sauerland und zum heutigen Wohn- und Firmensitz Iserlohn, unter anderem durch die Arbeit an der Fassade eines Iserlohner Kaufhauses. Nach dem Abschluss seiner Meisterprüfung im Jahr 1966 gründete Schlüter seinen eigenen Fliesenverlegebetrieb: Fliesen Schlüter. Im Frühjahr 1968 erfolgte der Umzug nach Iserlohn; von Anfang an kümmerten sich Werner und seine Frau Bärbel Schlüter gemeinsam um die Geschicke des jungen Betriebs.

Eine gute Idee und ihre Folgen

Im Jahr 1975 arbeitete Werner Schlüter in einem Badezimmer mit nicht weniger als fünf Türen an der Verlegung eines Florentiner-Mosaiks im Dünnbett, als ihm die Idee kam, die sein (Berufs)Leben für immer verändern sollte: Um die Fliesen sauber abzuschließen und ihre Kanten zu schützen, entwickelte er die Schlüter-Schiene. Obwohl er von Anfang an überzeugt war, mit der Schiene ein Produkt geschaffen zu haben, dass seinen Kollegen im In- und Ausland bei der täglichen Arbeit helfen würde, war der große Erfolg für ihn so nicht abzusehen. „Die paar Profile verkaufen wir doch nebenbei“, war er sich im Gespräch mit seiner Frau sicher. Dass es dabei nicht geblieben ist, liegt auch daran, dass Werner Schlüter von Beginn an auf ein zielgerichtetes Marketing gesetzt hat. So hat er schon früh Anzeigen und Beilagen in Fachzeitschriften gebucht und war bereits im Jahr 1976 das erste Mal auf der BAU in München vertreten – seinerzeit noch als Gastaussteller bei Villeroy & Boch. So sprach sich das intelligente Produkt schnell in der Branche herum, und Schlüter konnte viele Kontakte für den Ausbau des jungen Unternehmens knüpfen.

Mit der Erfindung der Schlüter-Schiene wurde der Name Schlüter in der Branche schnell bekannt und entwickelte sich zu einer echten Marke. Foto: Schlüter Systems

Schon bald reichte das eigene Wohnhaus samt Garage nicht mehr aus, um den gestiegenen Lager- und Versandbedarf zu bedienen. So erfolgte Ende 1978 der Umzug an den heutigen Firmenstandort an der Schmölestraße in Iserlohn, wo Produktion, Versand und Lager unter einem Dach eingerichtet waren. Mit diesem Hintergrund und aus seiner täglichen Praxis heraus beschäftigte Werner Schlüter sich mit weiteren Problemstellungen der Branche und ihren möglichen Lösungen. Auf diese Weise entstand ebenfalls 1978 das Balkonrandprofil Schlüter-Bara, während das Schiene-Portfolio beständig erweitert wurde. Schon 1982, nur sieben Jahre nach der Erfindung der Schiene, war das Geschäft mit den Profilen zum Hauptgeschäftszweig geworden und Schlüter gründete die Schlüter-Schiene GmbH. In den folgenden Jahren wurde nicht nur das Firmengelände weiter ausgebaut, sondern auch das Produktportfolio beständig erweitert – getreu dem Firmenmotto „aus der Praxis für die Praxis“. Das Profilsortiment wurde 1985 um die Dehnungsfugenprofile Schlüter-Dilex erweitert. 1987 folgten dann gleich zwei Produkte, die ebenfalls die Branche auf Dauer prägen sollten: die Verbundabdichtung Schlüter-Kerdi sowie die Verbundentkopplung Schlüter-Ditra. Beide feiern in diesem Jahr ihr 35-jähriges Jubiläum.

Blick über den Tellerrand

Auch wenn sich die Produktlösungen, die Werner Schlüter entwickelt hat, immer an Verarbeiter von Fliesen und Naturstein richten, hat er dabei stets auch über den sprichwörtlichen Tellerrand hinaus geschaut. So hat er sich nicht gescheut, sich mit dem Belagskonstruktionssystem Bekotec in den Bereich der Estrichverlegung vorzuwagen, da er erkannt hatte, dass hier eine Ursache für Schäden am Fliesenbelag lag, die es zu bekämpfen galt. Aber damit nicht genug: Aufgrund wiederkehrender Reklamationen bei auf Fußbodenheizungen verlegten Fliesen baute er Bekotec zu einem kompletten Fußbodenheizungssystem aus und etablierte den Keramik-Klimaboden Schlüter-Bekotec-Therm erfolgreich auf dem Markt. Für das Problem der fehlenden funktionsfähigen Anbindung von Flächenabdichtungen an Duschabläufe fand er mit der Entwicklung von Kerdi-Drain eine praxisgerechte Lösung. Nach diesem Komplettsystem für die Punktentwässerung in der Dusche folgte wenig später mit Kerdi-Line eine Systemlösung für Duschen mit linearer Entwässerung. Beide fügen sich optimal in die Flächenabdichtung im Badezimmer ein.

Mit weiteren intelligenten Produkten und Systemlösungen – als Beispiel seien hier nur der universelle Fliesenverlegeuntergrund Schlüter-Kerdi-Board oder die eleganten und vielseitigen beleuchteten Profile Schlüter-Liprotec genannt – hat Schlüter-Systems seine Marktführerposition in der Branche beständig ausgebaut. Dabei hat Werner Schlüter die stetig wachsenden Anforderungen an die Fliesenverlegung als Ansporn gesehen, noch bessere Produkte zu entwickeln und so immer einen Schritt voraus zu sein. Das gilt in gleichem Maße für ein effizientes Lager- und Logistiksystem. Schon früh setzte Werner Schlüter auf ein elektronisch gestütztes Warehouse-Management-System, das fortlaufend optimiert wird. Mit dem momentanen Bau eines neuen Logistikzentrums mit modernster Technologie trägt Schlüter-Systems den kontinuierlich steigenden Anforderungen in diesem Bereich weiter Rechnung. Für das Unternehmen wie auch für Werner Schlüter selbst stand und steht immer der größtmögliche Nutzen für die Kunden im Vordergrund.

Schon früh nutzte Schlüter Videos, um die Verarbeitung der Produkte Schritt für Schritt anschaulich zu erläutern.
Schon früh nutzte Schlüter Videos, um die Verarbeitung der Produkte Schritt für Schritt anschaulich zu erläutern. Foto: Schlüter Systems

Auch beim Thema Schulung ein Vorreiter

Ein wichtiger Baustein war für Werner Schlüter von Anfang an, seinen Kunden die Verarbeitung seiner Produkte und Systemlösungen anschaulich zu erklären – dazu setzte er schon früh auf Videos mit einer Schritt-für-Schritt-Anwendung, die beispielsweise auf Messen oder bei Schulungen im Handel und bei Fliesenlegerfachgruppen zum Einsatz kamen. Seit rund 25 Jahren bietet das Unternehmen seinen Partnern aus Handel, Handwerk und Planung ein umfangreiches Angebot an Seminaren in Iserlohn an, in denen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch praktisch die Vorteile intelligenter Systemlösungen erleben können. Mit der Schlüter-WorkBox steht dazu ein ansprechendes, identitätsstiftendes und hochmodernes Seminarzentrum zur Verfügung – obendrein sind hier selbstverständlich zahlreiche Schlüter-Systemlösungen in der Praxis eingesetzt.

Für die Zukunft gut aufgestellt

Aus dem ursprünglichen Iserlohner Fliesenlegerbetrieb hat sich ein weltweit marktführendes Unternehmen mit einem Portfolio von über 10.000 Produkten entwickelt. Dabei ist Schlüter-Systems dem Standort Iserlohn immer treu geblieben, der nach wie vor die Unternehmensbasis bildet. An diesem und weiteren sieben internationalen Standorten beschäftigt das heute in zweiter Generation von Marc und Udo Schlüter familiengeführte Unternehmen mehr als 2.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Motto für seinen Erfolg hat Werner Schlüter einmal so umschrieben: „Tu, was du gerne machst, dann bist zu zufrieden, ausgeglichen und erfolgreich.“ Ein Motto, das sich offensichtlich bewährt hat.

von links nach rechts: Marc, Werner, Bärbel und Udo Schlüter in der Schlüter-WorkBox. Foto: Schlüter Systems
von links nach rechts: Marc, Werner, Bärbel und Udo Schlüter in der Schlüter-WorkBox. Foto: Schlüter Systems

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