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Verschiebung der Cersaie: organisatorischer und emotionaler „Eiertanz“

Eine Absage wäre die einzig richtige Entscheidung gewesen

Nach langem Ringen haben sich die Veranstalter der Cersaie nun für eine Verschiebung der Messe auf den November 2020 entschieden. Man kann verstehen, dass sich sowohl die Messeleitung in Bologna als auch der italienische Herstellerverband Confindustria Ceramica mit dieser Entscheidung sehr schwer getan haben. Neben der langjährigen Tradition der Messe spielen auch erhebliche wirtschaftliche Zwänge dabei eine wichtige Rolle.

Aber bei allem Verständnis: Die Verschiebung ist die falsche Entscheidung! Der einzig richtige Weg wäre eine Absage der Cersaie 2020 gewesen. Wenn die Fußball-Europa-Meisterschaft, die Olympischen Spiele in Tokio, ja sogar das Oktoberfest in München abgesagt werden, dann braucht sich auch eine Cersaie nicht zu schämen oder zu rechtfertigen, ihren Termin dieses Jahr ganz ausfallen zu lassen.

Stattdessen hat man sich auf den organisatorischen und auch emotionalen „Eiertanz“ einer Verschiebung eingelassen. Das kann nicht gut gehen, das wird nicht gut gehen! Selbst wenn sich die Veranstalter und Aussteller noch so viel Mühe geben werden eine möglichst „normale Messe“ auf die Beine zu stellen, wird die Cersaie 2020 trotzdem ein trauriges Bild abgeben.

Schon jetzt ist absehbar, dass sich viele Hersteller mit dem neuen Termin aus diversen Gründen nicht anfreunden wollen. Darüber hinaus kann derzeit kein Mensch der Welt vorhersagen, welche Situation die Corona-Pandemie im November herauf beschwören wird. Selbst wenn die Lage auf Basis der aktuellen Situation stabil bleiben sollte und keine zweite Infektionswelle durch Europa rollt, mag man sich kaum vorstellen, wie Menschen aus aller Herren Länder dicht gedrängt durch Hallen strömen und über Stände pilgern. Kein Hände schütteln, alle Besucher und Aussteller Masken vor dem Gesicht, ständig Hände waschen, keine Abendveranstaltungen und vielleicht nur eine stark reduzierte Anzahl von Ausstellern sind ein Szenario, dass der Cersaie nicht würdig ist.

Und welche Besucher oder Aussteller aus dem entfernten Ausland – ihre Internationalität ist eines der Aushängeschilder der Cersaie – will und kann sich gerade in ein Flugzeug setzen? Deshalb: besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

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