Steuler: Konzernumbau in 2021 erfolgreich abgeschlossen

Kompensation der Kostensteigerungen über umfangreiche Preiserhöhungen

Die Steuler Fliesengruppe AG hat im Geschäftsjahr 2021 den Konzernumbau erfolgreich abgeschlossen und damit operativ und organisatorisch die Weichen für die in 2022 avisierte Rückkehr in die Gewinnzone neu gestellt.

Der Steuler Fliesengruppe Konzern bündelt nun alle Aktivitäten im Bereich Fliesen der Unternehmensgruppe Steuler innerhalb und unterhalb der Steuler Fliesengruppe AG (wir berichteten bereits). Sämtliche Vertriebsaktivitäten werden von der Steuler Fliesengruppe AG ausgeübt, unter ihr sind die drei Produktionsstandorte in Bremerhaven (NordCeram Produktion GmbH), Leisnig (Kerateam Produktion GmbH & Co. KG) sowie Mühlacker (Steuler Fliesen Produktion GmbH) in jeweils 100%-ige Tochtergesellschaften gegliedert. Diese schlanke effiziente und transparente Struktur konnte durch zwei Sachkapitalerhöhungen im Sommer 2021 und damit eine Übernahme der Aktivitäten der Hauptaktionärin Steuler-Fliesen GmbH im Bereich Fliese geschaffen werden. Der Konzernumbau umfasste die vollständige Integration der Kerateam (Joint Venture, zuvor 50 %ige Tochtergesellschaft) sowie die Übernahme des Produktionsstandorts in Mühlacker, einschließlich der Beteiligung an der Team Steuler GmbH und sämtlicher Vertriebsaktivitäten dieser Beteiligungen.

Die erfolgreiche Umstrukturierung hat zwar eine nur bedingte Vergleichbarkeit der Konzernzahlen 2021 zum Vorjahr sowie gewisse einmalige Ergebnisbelastungen auf der Kostenseite zur Folge. Dafür hat der Steuler Fliesengruppe Konzern bereits im Geschäftsjahr 2021 von einer stark erhöhten Ertragskraft und dem geschaffenen einheitlichen Auftritt aller Marken und Sortimente an seinen deutschen Standorten profitiert. So gelang dem Steuler Fliesengruppe Konzern in 2021 bei einem Umsatzanstieg um knapp 14 % auf 102,9 Mio. EUR (Vj.: 89,9 Mio. EUR) eine deutliche Verbesserung des Jahresergebnisses auf -3,8 Mio. EUR (Vj.: -8,7 Mio. EUR).

Hervorzuheben ist, dass diese erfreuliche Umsatz- und Ergebnissteigerung inmitten eines herausfordernden Umfelds – geprägt von der anhaltenden Corona-Pandemie, Kostensteigerungen auf breiter Ebene und begleitet von Verfügbarkeitsproblemen von Rohstoffen – erzielt wurde.

Kompensation der Kostensteigerungen über umfangreiche Preiserhöhungen

Die Fliesenindustrie ist von erheblichen Kostensteigerungen auf der Beschaffungsseite (vor allem Energie sowie diverse Rohstoffe teilweise schon seit September 2021, noch einmal deutlich verstärkt ab 2022), punktuell schwieriger Verfügbarkeit von Rohstoffen und begrenzten Transportkapazitäten betroffen. Auch der Steuler Fliesengruppe Konzern hat aufgrund der Kostensteigerungen im Energie- und Einkaufsbereich zum Jahresbeginn 2022 flächendeckend erhebliche Preiserhöhungen nebst einem zusätzlichen Energiekostenzuschlag eingeführt. Angesichts der sich weiter verteuernden Energiekosten wurden die Preise für die Konzernprodukte im März und nochmals im April 2022 erneut angehoben. Der Konzern behält sich darüber hinaus vor, auf weitere signifikante Kostenerhöhungen mit weiteren Preissteigerungen zu reagieren.

Ukraine-Krieg intensiviert die Herausforderungen

Die Herausforderungen werden durch den Ukraine-Krieg weiter intensiviert, dessen Implikationen für die Steuler Fliesengruppe täglich bewertet werden. Intern wurden frühzeitig unterschiedliche Szenarien betrachtet und die möglichen Auswirkungen auf das Fliesengeschäft analysiert. Auf der Beschaffungsseite ist der Steuler Fliesengruppe Konzern mit seinen energieintensiven Produktionswerken sehr stark betroffen. Vorausschauenderweise ist der Energiebedarf zu einem gewissen Teil preisseitig abgesichert. Dennoch sind erhebliche Mehrausgaben für den Zukauf noch nicht gedeckter Energiebedarfe, den der Konzern an den Spot- und Terminmärkten tätigt, deutlich zu spüren. Ein kompletter Gaslieferstopp aus Russland würde erhebliche negative Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung des Konzerns haben.

Keine Tone aus der Ukraine

Im Gegensatz zu vielen Wettbewerbern bezieht der Konzern keine Rohstoffe aus dem Kriegsgebiet und ist somit vom ukrainischen Exportstopp unter anderem bei Tonen nicht direkt betroffen. Eine Reihe von süd- und osteuropäischen Herstellern sind angesichts des Materialmangels und der hohen Gaspreise aktuell dazu gezwungen, ihre Produktion einzuschränken.

Der Steuler Fliesengruppe gelang es bislang, wesentliche Kostensteigerungen an die Kunden weitergeben zu können. Parallel dazu werden mit Blick auf die sich schnell ändernden Rahmenbedingungen auf den Beschaffungs- und Absatzmärkten diverse interne Optimierungsansätze geprüft und umgesetzt.

Starker Jahresauftakt: 1. Quartal 2022 über den Erwartungen

Bereits im Dezember 2021 verzeichnete der Steuler Fliesengruppe Konzern im Vorfeld der Preiserhöhung zum Jahreswechsel ein äußerst dynamisches Absatzgeschäft, das sich auch im ersten Quartal 2022 fortgesetzt hat, insbesondere nach Ausbruch des Ukraine Krieges. So lag das erste Quartal 2022 absatzseitig deutlich über den Planungen. Die getätigten Investitionen in die Wettbewerbsfähigkeit der Steuler Fliesengruppe zahlen sich nun aus. Für den im Jahr 2022 angestrebten Ergebnisturnaround wurde eine solide Basis geschaffen, die es ermöglicht, neben der Bewältigung der Krise auf die Wachstumsthemen zu fokussieren: Optimierung und Premiumisierung des Sortiments. Im Fokus stehen sechs Millimeter dünne und großformatige Fliesen sowie weitere Investitionen in die Produktion des Zwei-Zentimeter-Outdoor-Sortiments, das sich einer hohen Nachfrage erfreut, sowie die Vermarktung unserer Produktinnovationen „Smartiles“ und „Kerbon“.

Smartiles sind keramische Bodenfliesen mit einer intelligenten rückseitigen Beschichtung aus Naturkork für die trockene und dadurch bis zu achtmal schnellere Verlegung; Kerbon ist ein neuartiger Hightech-Kompositwerkstoff aus Keramik und Armierung, der kürzlich auch den begehrten reddot Award gewinnen konnte.

Darüber hinaus schreitet der Aufbau des neuen Fliesenlagers in Bremerhaven planmäßig voran, dessen Fertigstellung für Mitte des Jahres 2022 vorgesehen ist. Hiernach wird das derzeit noch in Bremen-Grohn befindliche Fliesenlager im dritten Quartal 2022 umziehen.

Der Geschäftsbericht 2021 wird Anfang Juni 2022 veröffentlicht. Die diesjährige ordentliche Hauptversammlung ist für den 23. Juni 2022 angesetzt.

Anzeige

Erhalten Sie Echtzeit-Updates über 1200Grad Beiträge direkt auf Ihrem Gerät. Jetzt kostenfrei abonnieren!

 GDPR Cookie Consent mit Real Cookie Banner