Steuler Fliesengruppe erreicht im 1. Quartal 2022 Gewinnzone

Konzernumbau, Wachstumsstrategie und Investitionen zahlen sich aus

Die Steuler Fliesengruppe AG hat im ersten Quartal nach einem DGAP-Bericht 2022 ihre Konzernumsatzerlöse deutlich auf 37,6 Mio. EUR (Vj.: 22,8 Mio. EUR) erhöht und dabei ein positives Konzernergebnis von 0,6 Mio. EUR (Vj. -0,4 Mio. EUR) erwirtschaftet (die Vorjahres-Quartalszahlen basieren noch auf der alten Konzernstruktur).

Das erste Quartal 2022 war beschaffungsseitig geprägt von der seit letztem Herbst andauernden Energiepreiskrise und den Folgen des Ukrainekrieges, marktseitig war eine starke Nachfrage zu verzeichnen. Dieser Trend setzte sich bislang auch im zweiten Quartal ungebrochen fort. Besonders erfreulich entwickelt sich die Nachfrage nach dem 2 cm Outdoor-Sortiment. Eine im März eigens nur für dieses Sortiment angepasste Fertigungslinie in Bremerhaven ist nun bereits komplett ausgelastet. Somit werden wir in diesem Jahr den Absatz dieser Sortimente gegenüber 2021 um knapp 40% steigern, gegenüber 2020 sogar mehr als verdoppeln.

Aufgrund der hohen Nachfrage hat sich die Reichweite des Lagerbestands im Berichtszeitraum deutlich von 3,5 Monaten auf 2,5 Monate verringert, was sich im ersten Quartal in einem hohen Bestandsabbau von 3,6 Mio. EUR widergespiegelt hat. In Folge des Umsatzwachstums lag die Konzerngesamtleistung mit 34,0 Mio. EUR (Vj. 22,3 Mio. EUR) deutlich über dem Vorjahresniveau. Die Aufwandserhöhungen bei den Positionen Material, Personal und sonstiger betrieblicher Aufwand sind der Kostenexplosion bei Energie und Rohstoffen sowie teilweise der gegenüber dem Vorjahr nicht vergleichbaren neuen Konzernstruktur geschuldet. Unter Berücksichtigung der Abschreibungen, des Finanzergebnisses und der Steuern erreichte der Konzern einen Konzernüberschuss von 0,6 Mio. EUR (Vj. -0,4 EUR).

Positives Quartalsergebnis

Diese guten Quartalszahlen sind vor allem das Ergebnis der in den letzten Geschäftsjahren erfolgreich umgesetzten Maßnahmen in den Bereichen Kosten senken, Strukturen optimieren und Wachstum generieren. Durch die behutsame und doch konsequente Weitergabe der stark gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten konnten wir erreichen, dass der Konzern seinen erfolgreichen Weg fortsetzen konnte.

Die wesentlichen Maßnahmen des im Vorjahr vollzogenen Konzernumbaus sind abgeschlossen und die Steuler Fliesengruppe profitiert nun von ihrer schlankeren, effizienteren und transparenten Aufstellung, woraus sich erste spürbare Kostensenkungen und zugleich die Hebung von Synergien bemerkbar machen. Die Zusammenlegung der Vertriebsteams und die Vermarktung aller Marken an allen Standorten hat sich bei der Vermarktung des hochwertigen margenträchtigen und innovativen Produktsortiments bewährt, heißt es weiter in dem Bericht.

Diese positiven Effekte und der starke regionale Fokus – sowohl absatzseitig als auch beim Rohstoffbezug – kommen dem Steuler Fliesengruppe Konzern gerade in der aktuellen Marktsituation zugute. Manche süd- und osteuropäischen Wettbewerber sind angesichts des Materialmangels (u.a. Lieferstopp hochwertigen Tons aus der Ostukraine) und der hohen Rohstoff- und Gaspreise dazu gezwungen, ihre Produktion einzuschränken. Die Sorge um leere Regale forciert die hohe Kundennachfrage und die Steuler Fliesengruppe punktet am Markt mit der Verfügbarkeit ihrer Waren. In diesem herausfordernden Umfeld strebt die Steuler Fliesengruppe daher aktiv die Nutzung der Chancen an. Durch die Verwerfungen am Markt beschleunigt sich der Sortimentsumbau und die angestrebte Premiumisierung des Sortiments schreitet erfolgreich voran.

Ergebnisturnaround in 2022

Für das laufende Geschäftsjahr 2022 hält der Vorstand an seiner ursprünglichen Planung für ein Konzernergebnis nach Steuern in einer Bandbreite von 0,8 bis 1,3 Mio. EUR (Vj. -3,8 Mio. EUR) fest und geht davon aus, die Steuler Fliesengruppe dieses Jahr zurück in die Profitabilität zu führen. Hierfür müssen aber steigende Energie- und Rohstoffkosten weiterhin durch Preisanpassungen am Markt kompensiert werden. Darüber hinaus wurde diese Planung unter der Prämisse aufgestellt, dass die Erdgasversorgung in Zeiten des Ukraine-Kriegs aufrecht erhalten bleibt. Ohne Erdgas können Fliesenwerke nicht betrieben werden. Deshalb hat der Vorstand Notfallpläne aufgestellt, um bei einem Abstellen der Gasversorgung schnell und zielgerichtet reagieren zu können.

Die Themen Nachhaltigkeit und Dekarbonisierung gewinnen auch jenseits der derzeitigen Risikofaktoren eine zunehmende Bedeutung. Eine neu gebildete Task Force für die Integration neuer Technologien und Energieeffizienz-Maßnahmen prüft nicht nur den Einsatz energiesparender Technologien, sondern richtet gemeinsam mit dem Bundesverband Keramische Fliesen e.V. und Anlagenherstellern den Fokus auch auf die Frage, wie künftig die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern verringert werden kann.

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