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Sievert„erfindet sich neu“ und rüstet sich für den globalen Wettbewerb

strasser: Fliesenleger-Marke entwickelt sich positiv

100 Jahre Sievert: Der Spezialist für Baustoff- und Logistiklösungen mit weltweit über 1.700 Beschäftigten nutzt dieses Jubiläum nicht nur, um innezuhalten und auf die erfolgreiche und bewegte Unternehmensgeschichte zurückzublicken. Der Fokus liegt auf den gewaltigen Herausforderungen der Zukunft. Aus diesem Grunde „erfindet“ sich die Sievert AG neu und stellt sich unter dem Motto „Das Beste vom Fach unter neuem Dach“ komplett neu auf. „Bei der Bestimmung unserer künftigen Marschrichtung lassen wir keinen Stein auf dem anderen“, beschrieb Frank Frössel, Leiter Marketing und Kommunikation, den Beginn einer neuen Ära in der Firmenhistorie auf einem Fachpressetreffen vergangene Woche in Osnabrück.

Frank Frössel, Leiter Marketing und Kommunikation, beschrieb den Beginn einer neuen Ära in der Firmenhistorie auf einem Fachpressetreffen vergangene Woche in Osnabrück.
Foto: Redaktion/Rottstegge

Im zukünftigen „House of Expert Brands“ stehen unter dem Sievert-Dach folgende Sortimentsmarken stellvertretend für Premiumsysteme im Baustoffbereich: quick-mix (Mörtelsysteme), Schwenk Putztechnik (Putz- und Fassadensysteme), tubag (Systeme für Garten-, Landschafts- und Straßenbau sowie Restaurierung von historischen Gebäuden), strasser (Systeme für Fliesen und Boden) und hahne (Bautenschutzsysteme). Zum „House of Expert Brands“ zählt auch die sievert logistik als wichtiger Logistik-Dienstleister.

Handelsstrukturen und Vertriebswege im Wandel

„Die Umstrukturierung ist notwendig geworden, um für den globalen Wettbewerb gerüstet zu sein. Denn wir konkurrieren mit Unternehmen, die sich zu internationalen Netzwerken zusammenschließen. Handelsstrukturen, Vertriebswege und Logistikkonzepte verändern sich permanent. Dem tragen wir Rechnung. Und darüber hinaus wollen wir die Chancen der Digitalisierung nutzen, um neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Dafür ist es nötig, dass wir uns besser denn je aufstellen und unsere Stärken ausspielen, denn unsere Kunden erwarten nicht nur gute Produkte, sondern in allen Bereichen maßgeschneiderte Lösungen“, so Jens Günther, CEO der Sievert AG.

Die Neuausrichtung zeigt sich auch am neuen Logo: Die Farbe Blau steht für technologischen Fortschritt, grüne Punkt auf dem „i“ für den Nachhaltigkeitsansatz. Logo: Sievert AG

Die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Veränderungsprozess seien ideal, denn bereits jetzt vereine die Sievert AG im Baustoff- sowie im Logistik-Bereich hoch anerkannte Segmentmarken, die für Premiumsysteme und für enorme Innovationskraft stünden. „In der Vergangenheit erreichte uns immer wieder die Kritik von Kunden, die unsere Marken für ,zu unspezifisch´ halten“, so Frössel. „Daher müssen wir an die Marken-Architektur ran und unseren Marken eine eigene Story geben.“ So werde Sievert künftig als Dachmarke fungieren und die einzelnen Produktmarken ein übergreifendes Sortiment für Lösungen vom Keller bis zum Dach und von innen nach außen bieten – ein strukturiertes Sortiment aus einer Hand inklusive der Logistik. Sievert verfüge über eine Reihe an Systemen, die als Benchmark in ihren Nischen gelten. Hierbei komme dem Unternehmen zugute, dass man einen hohen Aufwand an Forschung und Entwicklung betreibe und dem Markt Lösungen mit Mehrwert anbiete.

„Ist das Bauen der Gegenwart noch zeitgemäß? Wie verändern sich die Strukturen am Bau? Welche Veränderungen betreffen das Handwerk, den Handel, die Materialien und Abläufe?“ Diese und weitere Fragen werden derzeit in der Unternehmenszentrale in Osnabrück mit großem Engagement diskutiert. „Wir werden mit einem strategischen Produktsortiment, einer neuen Marken-Architektur und neuer Vertriebsstruktur Antworten auf die vielfältigen Herausforderungen der Zukunft geben“, versprach Frössel. Ein entscheidendes Arbeitsfeld im Zukunftsszenario sei das Management der Schnittstellen bei den unterschiedlichen Gewerken; auch hier werde man zukunftsweisende Lösungen bieten.

Innovation trifft Nachhaltigkeit

Bei Sievert treffen sich Innovation und Nachhaltigkeit, und das sei gleich im neuen Logo erkennbar. Die Farbe Blau steht für technologischen Fortschritt und der grüne Punkt auf dem „i“ für den Nachhaltigkeitsansatz, der innerhalb der Gruppe gelebt wird. Frank Frössel: „Wir legen Wert auf mineralische Baustoffe und auf effiziente Logistikkonzepte. Energiesparende und CO2-minimierte Herstellungsprozesse stehen da genauso im Fokus wie die Minimierung von Transportwegen oder die Nutzung von umweltfreundlichen Antriebskonzepten.“

Alle Prozesse selbst im Griff

Frank Frössel: Wir geben mit einem strategischen Produktsortiment, einer neuen Marken-Architektur und neuer Vertriebsstruktur Antworten auf die vielfältigen Herausforderungen der Zukunft.“
Foto: Redaktion/Rottstegge

Gerade die Tatsache, dass Sievert über die sievert logistik auch über eine etablierte Logistik-Sparte verfügt, sieht das Unternehmen als entscheidenden Vorteil für die zukünftige Ausrichtung. Das erlaube ganz neue Möglichkeiten im Supply-Chain-Management, denn so habe man die kompletten Prozesse selbst im Griff und man sei nicht von der Qualität externer Dienstleister abhängig. Die Kunden wünschten perfekte Services aus einer Hand und diese könne man ihnen jetzt besser bieten denn je.

Dass die Sievert Gruppe mit Veränderungen umgehen kann, das hat das Unternehmen in der 100-jährigen Geschichte  bewiesen. „Der Wandel gehört zur Sievert-DNA, das sind also perfekte Voraussetzungen für einen erfolgreichen Change Prozess“, erklärte Frank Frössel. Bei aller Wandlungsfähigkeit stehe der Name Sievert aber auch für Verlässlichkeit und ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein. Mit Niklas Sievert, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrates und Gesellschafter, ist mittlerweile die vierte Generation der Familie Sievert im Unternehmen vertreten. Gesellschafter Prof. Dr. Hans-Wolf Sievert ist Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrats.

strasser: Fliesenleger-Marke entwickelt sich positiv

Im Januar 2018 ging das Unternehmen mit strasser, der neuen Marke für den Fliesenleger-Profi, an den Markt – mit dem Anspruch nach mehr Sicherheit im System, mehr Flexibilität auf der Baustelle und mehr Service für den unternehmerischen Erfolg. In Osnabrück gab es die Gelegenheit für ein Zwischenfazit nach eineinhalb Jahren. Mit der Marke strasser und ihrem Anspruch nach Einfachheit wurden Kompetenzen gebündelt, neue Strukturen geschaffen und eine neue, einfache Systemwelt erarbeitet, in der sich Fachhändler und Fachhandwerker schnell zurechtfinden sollen.

Im Januar 2018 startete das Unternehmen mit strasser, der neuen Marke für den Fliesenleger-Profi – das Fazit nach eineinhalb Jahren im Markt fällt positiv aus.
Foto: Sievert AG

„Wir waren hier keineswegs so vermessen, auf Augenhöhe beispielsweise mit Ardex oder Sopro agieren zu wollen“, erläuterte Frank Frössel. „Das Grundkonzept ist: Wir brauchen nicht 18 verschiedene Fliesenkleber im Sortiment, denn heute kann der Fliesenleger mit fünf, sechs Klebern mindestens 90 Prozent seines Tagegeschäftes abdecken.“ Zunächst sei man im eigenen Hause auf Widerstände gestoßen, was das „Funktionieren“ der neuen Marke angeht, die es bereits vor Jahrzehnten gab und deren Name nun revitalisiert wurde. Aber die Handwerker hätten das Konzept verstanden und sogar einige Wettbewerber hätten diesen Schritt mit Respekt kommentiert. „Die Handwerker brauchen nicht nur Produkte, sondern möglichst einfache Antworten auf die Probleme auf der Baustelle“, so Frössel. strasser entwickele sich sehr gut, mit einem klaren Leistungsversprechen und derzeit 17 Beratern draußen beim Kunden – „eine Zahl, die wir allerdings noch deutlich ausbauen werden.“ Bei den „älteren Jahrgängen unter den Fliesenlegern“ sei strasser noch als Premium-Marke im Bewusstsein.

Ist die Überschaubarkeit und „einfache Struktur“ des strasser-Portfolios nicht auch ein Argument, das auf die Verarbeitergruppe der „Mobilen Generalisten“ abzielen könnte? „Wir haben uns ganz klar zum Ziel gesetzt, mit strasser ausschließlich den Fliesen-Profi zu stärken“, winkt Frank Frössel ab. „Die Mobilen Generalisten sind nach unserer Einschätzung nicht besonders Marken-affin, außerdem sehr preisbewusst und nicht greifbar. Die erledigen zwar mittlerweile einen nicht unerheblichen Teil der Verlegearbeiten hierzulande, aber wir dürfen sie nicht größer machen als sie tatsächlich sind. Die Produkte werden ausschließlich über den Fachhandel vertrieben.“

Mut zum Wandel als Erfolgsfaktor

Die Firmengeschichte der Sievert AG geht bis ins Jahr 1919 zurück. Damals gründete Carl Fliege, der Großvater des heutigen Gesellschafters Hans-Wolf Sievert, in Osnabrück die Habadü Handelsgesellschaft für Bau- und Düngestoffe und legte damit den Grundstein für die Sievert AG. Nach 1949 wurde im Rahmen einer Diversifizierungsstrategie in andere Geschäftsfelder expandiert: Zunächst in die Bereiche Spedition, Transportbeton, Bauchemie, Trockenbaustoffe, später auch in den Maschinenbau, in die Immobilien- und Textilbranche und sogar in den Flugverkehr. Gegen Ende der 1980er Jahre trennte sich Sievert von den nicht baustoffbezogenen Aktivitäten und trieb die Internationalisierungsstrategie weiter voran. Die Unternehmensstrategie lautet seitdem „Konzentration auf das Kerngeschäft“. Von Anfang an war der Mut zum Wandel einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren des Unternehmens und wird dies auch in der Zukunft sein.

Weitere Meilensteine, die bis heute ausstrahlen, waren der Einstieg in das Trockenmörtelgeschäft 1967 mit der Marke quick-mix, die ab 1977 auch in den Baumarkt lieferte. Mit Hahne erfolgte 1998 der Einstieg in die Sparte Bauchemie, im Jahr 2004 übernahm die Gruppe die Marke tubag und im Jahr 2015 schließlich die Schwenk Putztechnik. Hier steht die nächste große Veränderung an, denn ab dem 1. Januar 2020 wird die Sievert AG ihre Putz- und Fassadensysteme unter einem neuen Markennamen präsentieren.

Das Jubiläum 100 Jahre Sievert feiert das Unternehmen mit einem besonderen Projekt, an dem sich alle 60 Standorte weltweit beteiligen. Unter dem Motto „100 Jahre – 100 gute Taten“ sind alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgerufen, Ideen umzusetzen, die anderen helfen.

Von der „Habadü“ zum weltweit agierenden Player

Die Sievert AG ist mit spezialisierten Baustoff- und Logistiklösungen an rund 60 Standorten in Deutschland, Europa und China aktiv. Zur besonderen Expertise des Unternehmens gehören neben modernen Trockenmörteln mineralischer Art auch bauchemische Spezialprodukte sowie umfassende Serviceleistungen und eine intelligent vernetzte Logistik. Sievert steht dabei für Systembaustoffe für Rohbau, die Fassade und den Innenraum, im Garten- und Landschaftsbau, Straßen- und Tiefbau sowie Geotechnik. Außerdem umfasst das Sortiment Abdichtungs- und Beschichtungssysteme genauso wie Verlegesysteme für Fliesen und Naturwerkstein. Die Logistikmarke Sievert Logistik ist ein Spezialist für ganzheitliche Logistik-Konzepte. Per Plane, Silo und Intermodal werden vielfältigste Güter transportiert. Die Geschichte der Sievert AG geht bis auf die Gündung der Habadü Handelsgesellschaft für Bau- und Düngestoffe im Jahr 1919 zurück. Die Unternehmen der Sievert AG beschäftigen an insgesamt 60 Standorten weltweit 1700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

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