Mehr Sicherheit dank neuer Normen

Schlüter Systems erklärt, worauf Verarbeiter von Keramik und Naturstein achten müssen

Aus der ehemaligen DIN 18195 für Bauwerksabdichtung ist die Normreihe DIN 18531 bis 18535 entstanden – aus einer Norm wurden also fünf. Das hat bei vielen in der Branche zunächst zu großer Verunsicherung geführt. Wenn man die Änderungen analysiert, kann man jedoch Entwarnung geben. Die neue Regelung vereinfacht das Leben all jener, die mit modernen Abdichtungssystemen arbeiten, und hat erstmals auch einen Blick für die Details täglicher Anwendungen. Welche Änderungen die neue Norm für Verarbeiter von Keramik und Naturstein mit sich bringt und worauf sie achten müssen, erläutert dieser Beitrag.

Zwar bleibt auch die DIN 18195 weiterhin bestehen – sie beinhaltet allerdings nur noch die einheitliche Definition von Begrifflichkeiten für die Abdichtung von Bauwerken. Inhaltlich teilt sich das neue Regelwerk wie folgt auf: DIN 18531 (Abdichtung von Dächern sowie Balkonen, Loggien und Laubengängen), DIN 18532 (Abdichtung von befahrenen Verkehrsflächen aus Beton), DIN 18533 (Abdichtung von erdberührten Bauteilen), DIN 18534 (Abdichtung von Innenräumen) und die DIN 18535 (Abdichtung von Behältern und Becken).

Die werkseitig angebrachte Dichtmanschette der Entwässerungsrinne wird an die Verbundabdichtung angeschlossen.

Für die Arbeit mit Fliesen und Platten sind vor allem die Beanspruchungsklassen wichtig, die in den Normen DIN 18531, 18534 und 18535 geregelt werden. Eine der wichtigsten Neuerungen ist dabei: Erstmals sind dabei auch Abdichtungen im Verbund (AIV) aufgenommen worden. In den Teilen 5 und 6 der DIN 18534 für die Innenraumabdichtung sind bahnen- und plattenförmige Abdichtungsstoffe, wie zum Beispiel Schlüter-Kerdi oder -Kerdi-Board, jetzt fest verankert. Ein logischer und überfälliger Schritt, wenn man bedenkt, wie lange solche Abdichtungen schon zur täglichen Praxis für Fliesenleger gehören. Die bisher immer notwendige Vereinbarung als Sonderkonstruktion mit dem Bauherrn fällt nun weg, da AIV als anerkannte Regel der Technik nun normativ erfasst sind. Ein Hauptaugenmerk liegt in diesem Zusammenhang darauf, dass alle Komponenten einer AIV im System nach dem allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnis (abP) oder nach den European Technical Approval Guidelines (ETAG 022) geprüft sein müssen. Dazu gehören natürlich auch Einbauteile wie Wannenranddichtbänder oder Entwässerungssysteme.

Weitere Neuerungen auf einen Blick

* Entwässerungsrinnen (Bild Badabdichtung, Punkt 1) und Abläufe müssen sowohl die Belagsfläche als auch die Abdichtungsebene dauerhaft entwässern (Sekundärentwässerung);

* Bereiche unter bzw. hinter Dusch- und Badewannen müssen vor Wassereinwirkung geschützt werden – entweder durch den Anschluss des Rands an die Abdichtungsschicht oder durch das Fortführen der Abdichtungsschicht unter und hinter der Wanne (Bild Badabdichtung, Punkt 2);

* laut DIN 18534 muss die Flanschbreite bei Entwässerungsrinnen, Bodenabläufen und Einbauteilen mindestens 50 cm betragen. Für werkseitig angebrachte Manschetten wie zum Beispiel bei Schlüter-KERDI-LINE Rinnen ist eine geringere Flanschbreite von ≥ 30 mm bei einem Dichtigkeitsnachweis durch den Hersteller zulässig;

* wenn nur Bodenflächen abgedichtet werden, muss die Abdichtungsschicht mindestens 5 cm über die Oberkante des Fliesenbelags geführt werden (Bild Badabdichtung, Punkt 3);

* an aufgehenden Bauteilen ist die Abdichtungsschicht mindestens 20 cm über die Wasserentnahmestelle (Bild Badabdichtung, Punkt 4) bzw. den zu erwartenden Spritzwasserbereich hochzuführen;

* im Bereich von Türen muss die Abdichtung auch hinter den Zargen hochgeführt werden;

* je nach Wassereinwirkung müssen in Zugänge, z.B. Türen, Schwellenabschlüsse oder ein Niveauunterschied von mindestens 1 cm eingeplant werden.

Bahnenförmige Materialien wie Schlüter-KERDI sind erstmals normativ erfasst – ein lange überfälliger Schritt.

Mit der neuen Einteilung ist das zuvor sehr komplexe Regelwerk deutlich übersichtlicher geworden. Gemeinsam mit der Tatsache, dass nun auch aktuelle Produkte und Techniken normativ geregelt und erfasst sind, macht das die neue DIN-Reihe einfacher und sicherer in der Handhabung.

Die Komponenten führender Hersteller wie beispielsweise Schlüter-Systems sind im System geprüft und erfüllen damit die Anforderungen der neuen Normen. Die Internetseite www.din18534.de gibt einen kompakten Überblick über alle Neuerungen und die passenden Produkte – dort findet sich auch eine Gegenüberstellung, die die neuen Beanspruchungsklassen mit der bisherigen Regelung nach dem ZDB-Merkblatt vergleicht. Der Folder „Sicher im System“ kann ebenfalls auf der Webseite heruntergeladen werden.

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