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Mapei: Mosaikbrunnen in Dresden erstrahlt in neuem Glanz

Historisches Mosaik mit modernen Baustoffen unter Denkmalschutz-Anforderungen restauriert

Der vom damaligen Stadtbaurat Prof. Hans Poelzig anlässlich der 1926 in Dresden stattfindenden Internationalen Gartenbauausstellung in den Jahren 1922 bis 1926 geschaffene Brunnen war seit seiner Errichtung ein beliebter Anziehungspunkt von Besuchern des Großen Gartens. Die aus vier Brunnenschalen bestehende Brunnenanlage in der Form eines Blütenkelches wurde aus Stampfbeton errichtet und von der Firma Puhl & Wagner Berlin kunstvoll mit einem Glasmosaik bekleidet.

Mit den Jahren war es mit der alleinigen Reparatur von kleineren Schäden nicht mehr getan. Die untere Brunnenschale wies massive Rissbildungen und Undichtigkeiten auf, sodass in den Jahren 2014 bis 2016 zum Erhalt des Brunnens eine grundlegende Sanierung erforderlich wurde. Im Auftrag des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) wurde die Dresdener Heidelmann & Klingebiel Planungsgesellschaft mbH mit der Planung und Bauleitung der Instandsetzungsarbeiten beauftrag. Dies war eine interessante Aufgabe, da neben statisch-konstruktiven Herausforderungen auch sehr hohe denkmalschutz-restauratorische Anforderungen gestellt wurden. Mit der Ausführung der restauratorischen Mosaikarbeiten wurde die Firma Restaurierungsatelier Klaus-Peter Dyroff aus Dippoldiswalde beauftragt.

Zunächst erfolgte zur Sicherung und zum Erhalt der Rückbau des historischen Mosaiks auf der wasserführenden Innenseite der unteren Brunnenschale. Diese Mosaikteile wurden in möglichst großen Segmenten vom Untergrund gelöst, abgenommen und anschließend in der Werkstatt der Firma Dyroff von losen, minderfesten Bestandteilen und Mörtelresten befreit und gereinigt. Zur Stabilisierung und zum Ausgleich der unterschiedlichen Segmentdicken wurde auf der Rückseite der Mosaiksegmente mit Elastorapid zunächst Mapenet 150 aufgeklebt und anschließend eine Ausgleichsspachtelung in einer Schichtdicke von bis zu 15 mm aufgebracht. Dabei wurden bereits in der Werkstatt beschädigte Mosaikteilchen originalgetreu ersetzt.

Brunnenschale wurde zurückgebaut

Unter Erhalt und Sicherung der äußeren Mosaikbekleidung wurde die alte, nicht mehr tragfähige Brunnenschale zurückgebaut. Dafür musste die äußere Mosaikbekleidung so abgestützt und gesichert werden, dass diese beim Ausbau des alten Stampfbetons nicht beschädigt wurde. Nach Rückbau der Brunnenschale wurde zur Sicherstellung der Standsicherheit der Gesamtanlage zunächst ein neues Fundament unter den verbleibenden Brunnenteilen, der Kelch in der Mitte und die dünne Mosaikschale auf der Kelchaußenseite, erstellt.

Da die verbleibende Mosaikschale in Teilbereichen in dem jetzt freiliegenden Mörtelbett massive Rissbildungen aufwies, wurden diese zunächst gesichert. Dafür wurden die Risse vorsichtig aufgeweitet und die verbleibende Mörtelstruktur tränkend mit der Epoxidharzgrundierung Primer MF grundiert. Danach wurden die Risse mit dem Epoxidharzmörtel Adesilex PG 4 geschlossen und anschließend mit Adesilex PG 4 und dem Glasfaserarmierungsgewebe Mapenet 150 die geschädigten Bereiche fixiert.

Um die äußere Mosaikschale mit der neuherzustellenden Brunnenschale aus WU-Beton zu verbinden, wurde diese innenseitig mit der epoxidharzgebundenen Nasshaftbrücke EPORIP abschnittsweise grundiert, der PCC-Mörtel Mapegrout 50 PCC in einer Gesamtschichtdicke von 50 mm aufgebracht und dabei eine Baustahlmatte aus Edelstahl eingebettet. Diese wurde später über Drahtanker mit der Bewehrung der statisch tragfähigen Brunnenschale verbunden. Somit konnte die Mosaikbekleidung an der Außenseite der Brunnenschale erhalten und gesichert werden.

Danach erfolgte der Einbau der neuen Brunnenschale mit einer Edelstahlbewehrung. Um lange Trocknungszeiten und Schwindspannungen im Gesamtsystem zu vermeiden, wurde für die Betonierarbeiten eine nahezu schwindfreie Betonrezeptur verwendet.

Passgenaue Puzzelarbeit

Da die historischen Mosaiksegmente unterschiedlichste Krümmungen und Wölbungen aufwiesen und es nicht möglich war, den neu eingebauten Beton mit dieser Kontur herzustellen, musste die Oberfläche der neu hergestellten Rohbauschale so profiliert werden, dass die Mosaikelemente nach der Verklebung mit maximal 10 mm Kleberbettdicke in der ursprünglich vorhanden Kontur der Mosaikoberfläche passgenau wieder verlegt werden konnten.

Dafür wurde mit Mapegrout 50 PCC unter Verwendung der Haftschlämme Mapegrout Primer D zunächst ein Grobausgleich vorgenommen. Nach dessen Erhärtung und Trocknung wurde Planitop FAST 330 abschnittsweise in Schichtdicken bis 30 mm aufgebracht und die Mosaiksegmente mit einer Folienzwischenlage darauf aufgelegt und in der Lage im weichen Mörtel so ausgerichtet, dass nach der Erhärtung dieser Mörtelschicht eine Verklebung des Mosaiks mit ca. 10 mm Kleberbettdicke möglich war.

Aufgrund der verwendeten Folienzwischenlage konnten die Segmente vom Mörtelbett problemlos wieder abgenommen werden. Die so entstandene Oberfläche mit einem Positivabdruck der Segmentrückseiten wurde nach Erhärtung und Austrocknung des Ausgleichsmörtels mit der flexiblen Dichtungsschlämme Mapelastic abgedichtet. Durch diese Abdichtung sollen die Auslösung von wasserlöslichen Kalkbestandteilen aus dem Konstruktionsbeton und den Ausgleichsschichten und somit die daraus resultierende Gefahr von Kalkausblühungen auf der Mosaikoberfläche reduziert werden.

Die Verklebung der Mosaiksegmente erfolgte auf dem abgedichteten Verlegeuntergrund dann wieder mit Elastorapid weitgehend hohlraumfrei im Buttering-Floating-Verfahren.

Es ist an diesem Objekt gelungen, ein historisches Mosaik mit modernen Baustoffen unter Berücksichtigung denkmalschutz-restauratorischer Anforderungen zu verlegen und somit ein kulturhistorisches Kunstdenkmal zu erhalten. Das war mit Sicherheit eine interessante und anspruchsvolle Aufgabe für alle an diesem Objekt beteiligten Firmen und Personen.

Autor: Burkhard Prechel

Bautafel

Baubeginn: Dezember 2014

Fertigstellung: Juli 2016

Zeitpunkt der Ausführen der Mapei-Leistung: 2015 bis 2016

Objektgröße: 27 m², Wiederverlegung von historischem Mosaik aus dem Jahr 1926

Architekturbüro: Heidelmann & Klingebiel Planungsgesellschaft mbH, Dresden

Eigentümer: Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB), Dresden

Projekt- und Bauleitung: Heidelmann & Klingebiel Planungsgesellschaft mbH, Dresden

Großhandelspartner: Fliesen Apel GmbH, Dresden

Ausführender Betrieb: Restaurierungsatelier Klaus Peter Dyroff, Dippoldiswalde

Betreuenden Mapei-Außendienstmitarbeiter: Mathias Ast

 

 

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