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Kurzweilige Kombination aus Theorie und Praxis

„7. Sopro ProfiTag“ in Wiesbaden mit 900 begeisterten Teilnehmern

Bereits zum siebten Mal ging in dieser Woche der „7. Sopro ProfiTag“ in Wiesbaden über die Bühne. Genauer gesagt, waren es – aufgrund der enormen Nachfrage – zwei Tage. Um dem großen Zuspruch unter den Fliesenlegern und Fliesenfachhändlern aus den Reihen der Sopro-Kunden gerecht zu werden, wurde das Veranstaltungszelt abermals an zwei Tagen zum Austragungsort dieses etablierten Branchen-Events des führenden Herstellers bauchemischer Produkte. Am Dienstag und Donnerstag dieser Woche kamen jeweils um die 450 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach Wiesbaden, um sich vor Ort über (produkt)-technische, juristische aber auch „zwischenmenschliche“ Themen zu informieren – und waren einmal mehr von der kurzweiligen Kombination aus aktuellen Fachvorträgen und praktischen Vorführungen begeistert.

Gewohnt souverän begrüßte Mario Sommer, Leiter der Sopro Anwendungstechnik und Objektberatung, die Gäste auf dem diesjährigen „Sopro ProfiTag“.

Angereist aus allen Teilen der Republik, von der Waterkant bis zum Alpenrand, sind viele der Teilnehmer bereits seit der ersten Veranstaltung vor sieben Jahren dabei. Der „Profi-Tag“ findet seitdem jedes Jahr im Rahmen der „Profi-Akademie für Handwerker, die es wissen wollen“, statt. Wie Gabi Bill, maßgeblich mit der Organisation dieses Events betraut, sagte, waren in diesem November etwa 30 Prozent der Teilnehmer aus dem Fliesenfachhandel, 70 Prozent kamen aus den Reihen des Handwerks. Am zweiten Tag waren zudem Kundengruppen aus Italien und Schweden mit von der Partie. „Wir hätten aufgrund der überragenden Nachfrage gut und gerne noch einen dritten und vierten Tag gebrauchen können“, freute sich Gabi Bill über den Zuspruch. Leider habe man daher viele Kunden auf das nächste Jahr vertrösten müssen.

Großformate, Verlegesysteme und Verbundabdichtungen

Wie in den Vorjahren, so bestand auch diesmal das Konzept wieder aus einem kurzweiligen Mix aus Fachvorträgen und praktischen Demonstrationen. Diesmal standen die Verlegung großer Formate, Verlegesysteme im Außenbereich sowie Verbundabdichtungen im Vordergrund. In drei Nebenzelten waren die „Aktionszonen“ von Anfang an dicht umlagert, teilweise standen die interessierten Gäste vor den Eingängen und verfolgten das Geschehen über Monitore. Glücklicherweise wurden die Vorführungen zweimal wiederholt, sodass jeder irgendwann zum Zug kam. Auch die Ansprechpartner auf den Ständen der Sopro-Systempartner – unter ihnen Karl Dahm, Collomix, DeWalt, Kermi und Heylo –  hatten eine Menge Fragen zu beantworten.

Nach eigenen Angaben ein wenig nervös, aber gewohnt souverän begrüßte Mario Sommer, Leiter der Sopro Anwendungstechnik und Objektberatung, die Gäste. Er versprach „Technik pur, viel Spaß und gute Gespräche“. Es ist neben der Vermittlung fachlicher Kompetenz vor allem auch das Networking, das den Reiz dieser Veranstaltung ausmacht. Denn der „ProfiTag“ bietet hervorragende Möglichkeiten, „alte Bekannte“ zu treffen und neue Kontakte mit Gleichgesinnten zu knüpfen. Das zeigte sich bereits am Vorabend beim gemütlichen Treffen im Wiesbadener Ratskeller.

Volker Schwenk, Fliesen-, Platten- und Mosaiklegemeister und Inhaber der Firma Schwenk Fliesen in Eppstein (r.) – hier im Dialog mit Mario Sommer – , berichtete aus Sicht eines Verlegebetriebes über das gewaltige Potenzial, das große bzw. sehr große Fliesen bieten.

Sopro-Geschäftsführer Andreas Wilbrand nannte in seiner Begrüßungsansprache das derzeitige Szenario am Bau die „Goldene Dekade des Wohnungsbaus“ und verwies in diesem Zusammenhang auf die Notwendigkeit ständiger Weiterbildung der Agierenden. „Wir wollen auch mit dieser Veranstaltung unseren Teil dazu beitragen, dass die gewaltige Nachfrage nach Wohnraum nicht nur abgearbeitet, sondern qualitativ umgesetzt wird.“ Kurz erwähnte er das Abschneiden seines Unternehmens im zu Ende gehenden Jahr. „Wir schließen 2018 hervorragend ab – mit einem Umsatz von knapp unter 150 Mio. €. Dafür danke ich Ihnen allen. Wir haben noch viel vor. Lassen Sie uns auch die nächsten Jahre gemeinsam erfolgreich angehen“, so der Geschäftsführer.

Volker Schwenk, Fliesen-, Platten- und Mosaiklegemeister und Inhaber der Firma Schwenk Fliesen in Eppstein, berichtete aus Sicht eines Verlegebetriebes über das gewaltige Potenzial, das große bzw. sehr große Fliesen bieten. „Zehn Jahre Großverlegung – ein Werksbericht aus der Sicht eines Verlegebetriebes“, so das Thema seiner spannenden Ausführungen.

Über das Anfang dieses Jahres in Kraft getretene neue Bauvertragsrecht sprach Rechtsanwalt Goetz Michaelis.

„Der Zug ist losgefahren,“ führte Schwenk in ein Thema ein, das die Branche auf produkttechnischer Seite wie kein zweites umtreibt. „Der Markt fordert dieses Material und da müssen wir mitmachen, um nicht irgendwann abgehängt zu werden.“ Schwenk gründete seinen Fachbetrieb vor 28 Jahren und ist heute bereits bei 80 Prozent Großformaten in seinem Arbeitsalltag angekommen. „Großformat ist immer Teamarbeit“, sagt er, und daher hat er gemeinsam mit Partnerbetrieben eine Projektgesellschaft gegründet, um sich diesem Thema auf höchstkompetente Weise zu stellen und eine höhere Schlagkraft zu erreichen. Mit im Boot sind seine beiden Söhne, die mit „Mega Tile Solutions“ ein eigenes Unternehmen gegründet haben, das sich auf absolut professionelle Weise mit der Verarbeitung dieser Produkte beschäftigt. Von der erfolgreichen Verlegung der Riesen Fliesen – „normalerweise“ im Format 3.20 x 1.60 m – zeugen mittlerweile zahlreiche beeindruckende Referenzobjekte wie die neue Bahnhofspassage in Potsdam, wo Schwenk insgesamt 3000 Quadratmeter der „Mega-Fliesen“ verlegte. Aber es sind nicht allein die imposanten Flächen, auf denen diese Produkte punkten. Was in privaten Bädern, Küchen und Wohnbereichen möglich ist, präsentierte Schwenk mit zahlreichen Beispielen in der Bearbeitung dieses Materials. Zum Beispiel für die Dusche ein eingebautes Gefälle mithilfe einer einzigen XXL-Platte; Wandgestaltungen aus Feinsteinzeug wie aus „einem Guss“, die noch vor wenigen Jahren nur dem Steinmetz mit Naturstein möglich waren; Küchenarbeitsplatten, die aufgrund der entsprechenden Kantenausführungen wie zentimeterdicke Natursteinblöcke anmuten.

Als Systempartner der Sopro in Wiesbaden: Collomix Marketingleiter Herbert Geier (r.) und Andreas Kölbl.

„Klingt hochtechnisch, ist aber super einfach!“

Für die Verarbeitung dieser neuen Generation von Keramik bedarf es spezieller Werkzeuge wie Tische, Vakuum- und Wasserstrahlschneidetechnik. „Wir haben bei diesem extrem großen und dabei extrem dünnen Material viele Anregungen aus der glasverarbeitenden Industrie aufgenommen und wir fügen, nach entsprechender Vorfertigung in der Werkstatt, auf der Baustelle alles zusammen: das ist die Königsklasse der verlegerischen Arbeit“, so Schwenk. Aufgrund des fantastischen Feinsteinzeugmaterials seien heute wunderbare Lösungen möglich, die früher nur dem Naturstein vorbehalten waren, denn mit Gehrungsschnitten erhalten die Flächen einen monolithischen Charakter und hätten nicht mehr die „Tapetenoptik von früher. Da ist selbst der Steinmetz geplättet!!“

In drei Nebenzelten waren die „Aktionszonen“ von Anfang an dicht umlagert, teilweise standen die interessierten Gäste vor den Eingängen und verfolgten das Geschehen über Monitore

„Klingt alles hochtechnisch – ist aber super einfach“, machte er seinen Zuhörern Mut, es ihm gleichzutun. „Das ist ein Markt, der nicht aufzuhalten ist. Und Ihr müsst Erfahrungen sammeln damit, traut Euch in kleinen Schritten heran.“ Und mit einem Augenzwinkern: „Denn es besteht hierbei durchaus die Gefahr, dass Ihr damit Eure Umsätze deutlich erhöhen könnt!““

Über das Anfang dieses Jahres in Kraft getretene neue Bauvertragsrecht sprach Rechtsanwalt Goetz Michaelis. „Klingt erst mal langweilig, ist aber sauwitzig“, so der hyperaktiv über die Bühne hin und her flitzende Baurechts-Experte aus Werne. „Viele Handwerker kümmern sich nicht um das, was vereinbart wurde. Und daraus drehen ihm ausgebuffte Kunden, unterstützt durch gewiefte Anwälte, immer wieder einen Strick.“ In der Regel geht es dabei um den Mangel, also die Abweichung des Bau-Ist vom Bau-Soll. Michaelis verwies auf juristische Fallstricke, die bei der Bauabnahme zur Gefahr werden können und gab seinen Zuhörern Tipps mit auf den Weg, wie sie künftig juristische Gefahren gekonnt umschiffen können.

Mario Sommer und Gabi Bill, die maßgeblich mit der Organisation dieses Events betraut ist.

„Großformate sind keine kurzfristige Modeerscheinung“

“Sie sind gekommen, um zu bleiben“, so die Einschätzung von Dipl.-Ing. Sebastian Kammerer, Bereichsleiter Anwendungstechnik bei der Sopro: Fliesen-Großformate innen wie außen seien keine kurzfristige Modeerscheinung, sondern haben sich fest etabliert mit einem starken weiteren Wachstum. Was noch vor wenigen Jahren in die Kategorie „Großformat“ fiel, ist heute – nach Definition in Kleidergrößen – bestenfalls „XS“. „S“ ist heute das Format 60 x 60 cm, 120 x 60 cm sind „M“, 150 x 75 cm und 100 x 100 cm sind „L“, „XL“ sind 150 x 100 cm und „XXL“, das sind heute so kapitale Abmessungen wie 300 bzw. 320 x 100 bzw. 160 cm. Ganz entscheidend dabei sei die Dicke der Fliese, gepaart mit der enormen Größe, so Kammerer. „Bei der Verarbeitung sind handwerkliches Können gefragt, hohes Fachwissen, Ideen und Kreativität: Großformate sind ein Produkt für die absoluten Profis.“ Und: „Sehen Sie das als Chance und nicht als Bürde.“ Besondere Risikofaktoren seien Feuchtigkeitsstau oder unebene Untergründe. Dafür habe Sopro ein abgerundetes Sortiment, das Lösungen für sämtliche Problemstellungen bei der fachgerechten Verlegung biete.

Monika Matschnig demonstrierte ihre Thesen „am lebenden Objekt“.

„Etwas Leichtes“, aber keineswegs zu Unterschätzendes gab es zum Schluss. Charmant führte die österreichische Diplom-Psychologin Monika Matschnig in die positive wie negative Wirkung der Körpersprache ein – was nicht nur im Privatleben und in Liebesangelegenheiten, sondern auch im Umgang mit Kunden oder Kolleginnen und Kollegen von elementarer Bedeutung sein kann. „Mit Worten kann ich vieles sagen. Aber der Körper ist der größte Schwätzer.“ Oder einfacher ausgedrückt: Körpersprache ist immer und überall.

In der Sopro ProfiAkademie werden pro Jahr zwischen 20.000 und 25.000 Profis geschult. Die neu ernannten System-Profis wurden auf der Bühne vorgestellt. Die Sopro ProfiAkademie – das ist professionelles Know-how, exakt abgestimmt auf die spezifischen Bedürfnisse verschiedener Zielgruppen, wie Fachhändler und Fachhandwerker, aber auch Architekten, Planer, Sachverständige und Bauausführende.
Wilma Hennemann, Fachberaterin im Fliesenzentrum Linnenbecker in Meschede, ist gemeinsam mit einer Kundengruppe angereist.

Dass Sopro gut und gerne die doppelte Teilnehmerzahl nach Wiesbaden hätte einladen können, haben wir bereits eingangs erwähnt. Einen Abend sowie einen ganzen Tag lang gemeinsam mit den Kunden des Unternehmens eröffnete die Gelegenheit, beispielhaft einige der Anwesenden zum Verhältnis zu ihrem Lieferanten zu befragen. Wilma Hennemann, Fachberaterin im Fliesenzentrum Linnenbecker in Meschede, ist gemeinsam mit einer 26köpfigen Kundengruppe angereist. Wilma Hennemann ist bereits zum sechsten Mal dabei und ist begeistert von der „tollen Atmosphäre, den geballten technischen Informationen, aber auch von den immer wieder spannenden juristischen Themenblöcken“. „Ganz besonders freue ich mich jedes Mal, meine Ansprechpartner auf Sopro-Seite zu treffen sowie die Kollegen und Kolleginnen anderer Betriebe“, so Wilma Hennemann. „Weiter so!“

Florian Wurschy alias „Fliesen Flo“ aus Puchheim in der Nähe von Fürstenfeldbruck findet die Sopro ProfiAkademie „genial“.

Florian Wurschy alias „Fliesen Flo“ ist aus Puchheim in der Nähe von Fürstenfeldbruck angereist. Seit 21 Jahren führt er nun schon seinen Meisterbetrieb, bereits seit seiner Lehrzeit ist er mit den Produkten der Sopro vertraut. Er findet die „Sopro ProfiAkademie“ „genial. Die IHK kümmert sich in Sachen Information überhaupt nicht“, so der Fliesenlegermeister. „Wenn neue Normen rauskommen, bekommen wir immer gleich die Infos von der Sopro, hervorragend für unseren Bedarf aufbereitet. Das ist Unterstützung vom Allerfeinsten. Wenn ich Probleme habe, kann ich jederzeit dort anrufen.“ Ein dickes Lob gab es auch für den „ProfiTag“, und hier vor allem für die Themenvielfalt, die Organisation und das „klasse Vorabendprogramm“.

Michael Luckey, Fliesenlegermeister aus Marsberg, schätzt die klare Struktur der Veranstaltung, die Themenauswahl sowie das ausgewogene Verhältnis zwischen Theorie und Praxis.

Michael Luckey, Fliesenlegermeister aus Marsberg im Sauerland, ist seit 14 Jahren selbständig: auch er setzt seit vielen Jahren konsequent auf die Sopro Bauchemie als Lieferant. „Die sind verlässlich, immer erreichbar und haben ein verständliches, logisch aufgebautes Sortiment“, so Luckey, der diesmal schon zum siebten Mal beim „Profi-Tag“ dabei ist, also ein „Mann der ersten Stunde“. Er habe mit den Jahren zu seinen Ansprechpartnern ein freundschaftliches Verhältnis aufgebaut. Luckey schätzt die klare Struktur der Veranstaltung, die Themenauswahl sowie das ausgewogene Verhältnis zwischen Theorie und Praxis. „Das hat alles Hand und Fuß.“

Zum Abschluss ein Gruppenbild mit den Referenten/der Referentin: v. l. Michael Hecker (GF Sopro), Sebastian Kammerer, Andreas Wilbrand (GF Sopro), Monika Matschnig, Mario Sommer, Volker Schwenk. Bereits abgereist: Goetz Michaelis.

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