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Keramik Orion setzt auf menschliches Miteinander

Interview mit Christian Göbel, Vorstandsvorsitzender Keramik Orion

Seit Anfang des Jahres ist Christian Göbel Vorstandsvorsitzender der Keramik Orion. Er übernahm die Tätigkeit von Rainer Wolf, der seit 2010 als Vorstand für die Einkaufskooperation tätig war und in den Ruhestand ging. Göbel ist seit 2011 als selbstständiger Unternehmensberater tätig. Zu den Schwerpunkten seiner Arbeit gehört das Thema Vertrieb. Zuvor war Göbel Geschäftsführer der Wienerberger Ziegelindustrie, der Deutschen Rockwool Mineralwoll und der Haniel Baustoff-Industrie in Duisburg. 1200Grad sprach mit ihm über seine Vorstellungen für die Zukunft der Einkaufskooperation.

Herr Göbel: Die obligatorischen 100 Tage in Ihrem neuen Job sind inzwischen vorbei. Wie ist Ihr Eindruck von der Fliesenbranche?

Mein erster Eindruck ist rundum positiv. Nicht nur dass ich die Fliese oder den Naturstein für einen der wohngesündesten, robustesten und optisch vielfältigsten Baustoffe bei der Wohnraumgestaltung halte, ich fühle mich wirklich sehr wohl und angekommen.

Sowohl mit den Gesellschaftern der Keramik Orion als auch zu unseren Industriepartnern wird ein faires und wertschätzendes Miteinander gepflegt. Auf dieser Basis bin ich sehr zuversichtlich, dass wir die Entwicklung von Keramik Orion weiter vorantreiben können.

In den letzten Monaten hat es im deutschen Fliesenhandel eine Menge Unruhe gegeben und die Kräfteverhältnisse in den Kooperationen neu verteilt. Wie beurteilen Sie diese Entwicklung?

Die großen Kooperationen haben sich in der Fliese neu aufgestellt und es wird aus meiner Sicht bestimmt noch weiter Veränderungen geben. Da ich häufiger mit Konzernstrukturen und Strategie konfrontiert war, interessiert mich sehr wie die großen Private Equity Organisationen wie Lone Star und Blackstone agieren. Ein weiteres Investieren dieser Fonds in die Baustoff- / Fliesenbranche halte ich für wahrscheinlich. Aus meiner Sicht ist dieses für die Industrie als auch den Handel ein Thema der Zukunft.

Ein weiteres Investieren dieser Fonds in die Baustoff- / Fliesenbranche halte ich für wahrscheinlich.

Keramik Orion ist ja im Vergleich ein eher kleiner Verbund. Was macht die Orion anders oder besser als vergleichbare Kooperationen?

Wie bei allen Kooperationen geht es bei uns darum gemeinsam stark zu sein und gemeinsam Einkaufsvorteile zu generieren, die jeder Einzelne nicht erreichen könnte. Was wir vielleicht etwas anders machen ist, dass das menschliche Miteinander für die Gesellschafter, Aufsichtsräte und auch den Vorstand an oberster Stelle steht. Dies leben wir an unseren zwei Gesellschafterversammlungen im Jahr, welche von allen Mitgliedern ausgiebig genutzt werden, um Netzwerke zu knüpfen, kollegial Erfahrungen auszutauschen oder sich auch einmal gegenseitig unter die Arme zu greifen. Zudem sind all unsere Angebote, die wir an die Gesellschafter richten, wie z.B. Aus- und Weiterbildungsangebote, Projektgruppen zur Digitalisierung, gemeinsame Logistik usw. absolut freiwillig. Das heißt für den Gesellschafter, dass er darauf zurückgreifen kann aber nicht muss. Er bleibt somit absolut unabhängig in seinem täglichen Geschäft und in seinen Entscheidungen.

Was wir vielleicht etwas anders machen ist, dass das menschliche Miteinander für die Gesellschafter, Aufsichtsräte und auch den Vorstand an oberster Stelle steht.

Welche Schwerpunkte setzen Sie und die Keramik Orion bei Ihrer zukünftigen Arbeit?

Da ich aus meiner Sicht ein sehr gut bestelltes Haus von meinem Vorgänger übernommen habe, werden wir viele der bestehenden Themen wie z.B.: Schulungen, unsere Eigenmarke Cero oder die Konzentration der Lieferanten weiterführen. Der Fokus liegt für mich jedoch zukünftig darauf neue und gleichgesinnte Gesellschafter in Markträumen zu finden, in denen wir noch keine Gesellschafter haben.

Keramik Orion ist ja erst im vergangenen Jahr als neues Mitglied dem VDF beigetreten, der sich durch zahlreiche Austritte nun in schwierigem Fahrwasser befindet. Wie schätzen Sie die Chancen zum Fortbestand des Verbandes ein?

Ich bin zuversichtlich, dass wir bei unserer Mitgliedersitzung im März ein tragfähiges Konzept für die Zukunft des VDF vorgestellt bekommen.

Ich bin zuversichtlich, dass wir bei unserer Mitgliedersitzung im März ein tragfähiges Konzept für die Zukunft des VDF vorgestellt bekommen.

Das Thema Digitalisierung und neue Medien gewinnt auch in der Fliesenbranche immer mehr an Bedeutung. Welche Bausteine bzw. Hilfsmittel bietet die Keramik Orion diesbezüglich seinen Mitgliedern?

Wir haben einen Arbeitskreis innerhalb der Keramik Orion, in dem wir uns stark mit diesem Thema auseinandersetzen. Denn nichts ist für den Endkunden wichtiger als sich die ausgesuchte Fliese räumlich vorstellen zu können. Hier bietet die Digitalisierung ein großes Feld an Möglichkeiten, um die Fliese für den Kunden erlebbar zu machen.

Jedoch bei aller Euphorie zu diesem Thema: Digitalisierung muss Arbeitsabläufe vereinfachen und verbessern, als Selbstzweck macht es wenig Sinn. Da das Invest an Zeit und Geld in solche Projekte immens sein kann, muss immer der Nutzen und das Ergebnis in der Relation bewertet werden.

Jedoch bei aller Euphorie zu diesem Thema: Digitalisierung muss Arbeitsabläufe vereinfachen und verbessern, als Selbstzweck macht es wenig Sinn.

 

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