Italienischer Hersteller Tagina überraschend an Saxa Gres verkauft

Geschäftsplan mit Produktion von 2 Millionen Quadratmetern

Die Traditionsmarke Tagina aus Gualdo Tadino in der mittelitalienischen Region Umbrien wurde, wie am 20.4.2018 in einer Pressekonferenz in Gualdo bekanngegeben, zu 100 Prozent von Saxa Gres übernommen. In informierten Kreisen galt hingegen mit der Gambini Gruppe bis vor kurzem ein Unternehmen aus dem Keramikdistrikt um Sassuolo  als wahrscheinlichster Käufer.

Einen Blick in die Zukunft gestatteten Mario Moriconi, Vorstandsvorsitzender von Tagina,  die Geschäftsführung von Saxa Gres mit Francesco Borgomeo (stellvertretender Vorsitzender der Saxa Gres)  und Bürgermeister Massimiliano Presciutti mit Informationen über den Geschäftsplan: Geplant sei eine Produktion von 2 Millionen Quadratmetern Feinsteinzeug in 2 und 3 cm Stärke und ein Umsatz von 30 bis 40 Millionen. Vorgesehen sei, so Francesco Borgomeo, die Investition in umweltfreundliche Technologie, wie zum Beispiel ein Zerstäuber und eine Biogasanlage, die zwei Öfen versorgen sollen.

Die derzeit 200 Mitarbeitern dürften wohl aufatmen, denn die Belegschaft wird vollständig übernommen Seit mehr als vier Monaten hatte das in Schwierigkeiten geratenen Unternehmen die Gehaltszahlungen eingestellt. Die Einstellung von weiteren 50 Mitarbeitern ist im Zuge der Investitionen geplant.

Die Unternehmensgruppe um Francesco Borgomeo hatte bereits mit Marazzi Sud (heute Saxa Gres) einen Koloss der italienischen Keramikproduktion übernommen, der heute wieder in 3 Schichten mit der gleichen Mitarbeiterzahl wie vor der Krise arbeitet. Es folgte die Ideal Standard (heute Saxa Grestone). Damit sei die Gruppe nach eigenen Angaben das größte Unternehmen, das Fliesen und Bodenbeläge außerhalb des Fliesendistrikts Sassuolo herstelle.

Die Tagina Kunstkeramik, die die antike Bezeichnung der Stadt Gualdo Tadino im Namen führt, wurde 1973 gegründet. Über 70% Produktion von Boden- und Wandfliesen werden heute weltweit exportiert. Das Unternehmen wurzelt in der antiken Tradition der Keramikherstellung von Gualdo Tadino, seit der Renaissance berühmt für Majolika mit Metallreflexen. Moderne Technologie wird verknüpft mit altem Kunsthandwerk. Dadurch entstehen im „Atelier“ von Tagina sozusagen maβgeschneiderte Kollektionen, die insbesondere im Objektbereich und Contract ihre Anwendung finden. Tagina produziert derzeit in drei Werken auf einer überdachten Fläche von ca. 24.000 Quadratmetern Ein- und Doppelbrandfliesen.

Weitere Infos unter  www.tagina.com/deu

 

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