Iris Ceramica Group baut Produktionsanlage mit Wasserstoff

Weltweit erstes Werk für die Herstellung keramischer Beläge mit Wasserstoff

Mit der ersten Produktionsanlage der Welt, die mit Grünem Wasserstoff betrieben wird, setzt die Iris Ceramica Group neue Maßstäbe für die Herstellung keramischer Beläge. Die Anlage befindet sich nach Auskunft des Unternehmens gegenüber 1200Grad derzeit am Produktionsstandort in Castellarano in der Provinz Reggio Emilia im Bau und soll bis Ende 2022 betriebsbereit sein.

Schon vor der Energiekrise geplant

Die Investitionsplanung der Gruppe war langfristig angelegt und ist eingebettet in das Credo der Gruppe, die seit über 60 Jahren auf Forschung, Entwicklung und kontinuierliche Innovation setzt.

Denn ein innovatives Projekt von dieser Tragweite kann nicht innerhalb von wenigen Monaten auf die Beine gestellt werden und ist keine direkte Reaktion auf die explosionsartig angestiegenen Energiekosten. Die industriellen Investitions- und Entwicklungspläne der Gruppe waren bereits vor der eingetretenen aktuellen Situation am Start.

Mischung aus aus Grünem Wasserstoff und Erdgas

Iris Ceramica Group entwickelte diese Lösung für das Werk in Castellarano mit Unterstützung des italienischen Fernleitungsnetzbetreibers für Erdgas, Snam (Società Nazionale Metanodotti). Dabei kommt eine Mischung aus mit Sonnenenergie gewonnenem Grünem Wasserstoff und Erdgas zum Einsatz.

Eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 2,5 MW auf dem Dach des Werks wird mit einem Elektrolyseur und einem Reservoir für den vor Ort produzierten erneuerbaren Wasserstoff kombiniert. Durch den Einsatz der Mischung aus Grünem Wasserstoff und Erdgas- anstelle der ausschließlichen Verwendung von Gas- werden die CO2-Emissionen mit sofortiger Wirkung reduziert.

Emissionsfreie Produktion angestrebt

Langfristig sei der Weg zu einer ausschließlichen Verwendung erneuerbarer Energien für eine emissionsfreie Produktion geebnet. Die Anlage wurde so ausgelegt, dass sie zu 100% mit Wasserstoff betrieben werden kann.

“Unsere Gruppe übernimmt damit eine Vorreiterposition im Keramiksektor, einem Industriesektor, der aufgrund seiner energetisch sehr intensiven Produktionsprozesse große Energiemengen verschlingt. Inmitten dieses Fertigungsszenarios hat sich unsere Handlungsweise schon immer dadurch hervorgehoben, dass nach der Gleichung Wirtschaftlichkeit = Umweltschutz agiert wurde, die bereits in den 60er-Jahren von meinem Vater Romano Minozzi, Präsident und Gründer der Gruppe, geprägt wurde, um den Weg aufzuzeigen, den wir bezüglich der Umweltnachhaltigkeit einschlagen würden.“, so Federica Minozzi, C.E.O. der Iris Ceramica Group, „Wir können mit Stolz sagen, dass diese Gleichung im Laufe der Jahre mit großer konkreter Umsetzung aufgegangen ist, und die Errichtung der weltweit ersten Keramikfabrik, die genetisch gezeugt und konzipiert wurde, um mit Grünem Wasserstoff betrieben zu werden, ist dafür ein klarer Beweis. Dieses Industrieprogramm reiht sich an die verschiedenen Projekte für nachhaltige Innovation an, die in 60 Jahren Unternehmenstätigkeit ins Leben gerufen wurden.“

„Grüner Wasserstoff“ ideale Energieträger zur Dekarbonisierung der Keramikindustrie

„Grüner Wasserstoff“, so Marco Alverà, Geschäftsführer von Snam, „ist der ideale Energieträger zur Dekarbonisierung energieintensiver Industrien wie der Keramikindustrie, eine Branche, in der unser Land auf internationaler Ebene über hervorragende Unternehmen wie die Iris Ceramica Group verfügt. Diese Zusammenarbeit, die sich an die Initiativen anschließt, die wir bereits in anderen Sektoren wie in der Stahlbranche, der Glasbranche und im Schienentransport vorantreiben, stellt einen ersten Schritt in Richtung der zukünftigen CO2-emissionsfreien Keramikproduktion dar. Mit unseren Infrastrukturen und unseren Technologien möchten wir dazu beitragen, eine nationale Wasserstoff-Produktionskette zu etablieren, um die Erreichung der nationalen und europäischen Klimaziele zu unterstützen und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie zu garantieren.“

Zweites Produktionszentrum in Sassuolo

Die Iris Ceramica Group verfügt über ein zweites Produktionszentrum in Sassuolo. Hier, im Stammwerk des Unternehmens, wurden in den vergangenen beiden Jahren technologische Investitionen getätigt, in dem Keramikoberflächen mit einem in der gesamten Plattenstärke durchgängigen Design entstehen.

Die Iris Ceramica Group beschäftigt rund 1.000 Mitarbeiter in sechs Werken in Italien und weitere 500 an den beiden Produktionsstandorten in Deutschland und in den USA. Zu den Marken der Gruppe zählen Ariostea, Fiandre Architectural Surfaces, FMG Fabbrica Marmi e Graniti, Iris Ceramica, Porcelaingres, SapienStone und StonePeak Ceramics.

Keramikindustrie durch Energiekosten bedroht

Die drastisch gestiegenen Energiekosten sind für die energieintensive Produktion keramischer Beläge nicht nur eine Wachstumsbremse. Nach Aussage des italienischen Verbands der Keramikhersteller, Confindustria Ceramica, seien Zukunft und Arbeitsplätze der gesamten europäischen Fliesenproduktion dadurch ernsthaft gefährdet.

Aus diesem Grund setzt sich der italienische Herstellerverband gemeinsam mit den Industrievertretern aus Spanien und anderen europäischen Ländern auf politischer Ebene unter anderem dafür ein, dass die Investitionen der Unternehmen in die ökologische Nachhaltigkeit und Dekarbonisierung mit den Kosten für den Emissionshandel kompensiert werden können.

Mit Spannung bleibt daher zu erwarten, ob der von der Iris Gruppe eingeschlagene Weg eine Antwort für die Branche aus der Branche mit einer Strategie für die Übergangsphase der Energiewende sein kann.

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