Fliesenbranche betrauert Hans-Henrich Tintelnot

Eine der prägenden Persönlichkeiten der letzten Jahrzehnte

Anfang August ist Hans-Henrich Tintelnot nach langer Krankheit gestorben. Der langjährige Geschäftsführer des Handelsunternehmens Linnenbecker in Bad Salzuflen war in den letzten Jahrzehnten eine der prägenden Persönlichkeiten der Fliesenbranche.

Nach Bundeswehr und Studium in Köln trat Hans-Henrich Tintelnot 1974 als Prokurist in das Unternehmen seines Schwiegervaters ein, der den 1928 gegründeten Betrieb seinerseits vom Vater und Gründer Wilhelm Linnenbecker übernommen hatte. Nach eigener Aussage hatte er zu dem Zeitpunkt „keine Ahnung, wie ein Sack Zement aussieht oder wie man eine Fliese an die Wand bringt.“ Das änderte sich schnell und nach seiner Bestellung zum Geschäftsführer forcierte er maßgeblich die kontinuierliche Entwicklung der Unternehmensgruppe, wobei er eine ausgeprägte Präferenz für die Fliese entwickelte.

Unter seiner Führung hat das Unternehmen Linnenbecker seine Spezialisierung in dem Bereich Fliese ausgeprägt und vertieft – er hat damit maßgeblich dazu beigetragen, dass sich die Firmengruppe zu der heutigen Größe und Bedeutung entwickelt hat.

Daneben begleitete Tintelnot immer auch die deutsche Fliesenbranche und war mehr als 35 Jahre im Vorstand des Bundesverbands des Deutschen Fliesenfachhandels (VDF) sowie Mitglied im Beirat der Fachhandelskooperation Bauco.

Dabei legte er stets großen Wert auf ein wohlwollendes Miteinander, er wurde geschätzt als nahbarer und freundlicher Mensch, der sich immer auch für die Interessen seiner Mitarbeiter einsetzte. Ende 2014 schied Hans-Henrich Tintelnot aus der aktiven Geschäftsführung der Unternehmensgruppe Linnenbecker aus. Damals gefragt, was man einst über ihn sagen soll, antwortete er: „Es würde mich schon freuen, wenn die Leute später mal sagen „Er hat Spuren hinterlassen und war ein Netter“.

Die Linnenbecker-Gruppe betreibt 21 Fachhandelsstandorte und 3 hagebaumärkte und hat im Jahr 2022 mit insgesamt 750 Mitarbeitern 204 Mio. € Umsatz realisiert.

1200Grad Chefredakteur Ralf Schanze zum Tod von Hans-Henrich Tintelnot:

“Meine berufliche Laufbahn als Fach-Journalist in der Fliesenbranche hat Hans-Henrich Tintelnot fast 30 Jahre lang begleitet. Auf Messen und Terminen war er ein beliebter Gesprächspartner mit fundiertem Fachwissen über die Branche und den Markt. Und er war jemand der eine Meinung hatte! Tintelnot hatte immer einen klaren Standpunkt, den er wortgewandt vertreten konnte.

Der groß gewachsene Mann mit der dunklen Stimme und der geschliffenen Rhetorik vermittelte Respekt. Tintelnot konnte mit wenigen Worten viel ausdrücken, oft mit einem Schuss Ironie. Sicherlich war er für die Industrie ein harter, aber fairer Verhandlungspartner.

Wer bei Tintelnot genauer hinschaute, entdeckte schnell die persönliche Seite des Vollblut-Händlers aus Bad Salzuflen. Tintelnot hatte immer auch ein Interesse an den privaten Themen seiner Gesprächspartner. Zwei Mal habe ich übrigens seinen Vornamen falsch geschrieben und aus Hans-Henrich einen Hans-Heinrich gemacht. Jedes Mal hat er es mit Humor ertragen.

Seine Nachfolge hat er frühzeitig und weitsichtig mit dem Übergang auf seinen Sohn Julian Tintelnot geregelt. Zum Abschied seiner beruflichen Laufbahn gab es vor vielen Jahren ein großes Fest mit Freunden und Bekannten aus Industrie und Handel. Ich war damals ebenfalls geladen und stolz darauf, Teil seines beruflichen Weges gewesen zu sein.”

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