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Fiandre präsentiert nachhaltige fotokatalytische Keramik

Ein Interview mit Tanja Pahlke, Fiandre-Vertriebsleitung Deutschland und Österreich   

Tanja Pahlke, Verkaufsleiterin Fiandre für Deutschland und Österreich, gab 1200Grad im Gespräch mit Italienkorrespondentin Alexandra Becker eine aktuelle Einschätzung des Markts und einen Ausblick auf das, was sich nach der Messe auf dem Markt tut.

Die Cersaie 2019 brachte für Fiandre auβer den auf der Messe vorgestellten Produktneuheiten auch einen komplett neu gestalteten Haupt-Showroom am Firmensitz in Castellarano. Das FAB Fiandre Architectural Bureau wendet sich an Architekten, Designer, Influencer, Bauherren und Key Account-Kunden und an die Branchenfachleute und steht generell allen denjenigen offen, die sich für Design interessieren. Zielsetzung ist dort, auf 1500 qm im Innen- und Auβenbereich auch mit Fassadenanwendungen die vielfältigen Einsatzgebiete der zeitgenössischen Keramik aufzuzeigen.

Hier geht es zu einer virtuellen Besichtigungstour im FAB Architectural Bureau in Italien.

FAB Fiandre Architectural Bureau. Foto: Fiandre
FAB Fiandre Architectural Bureau in Castellarano. Foto: Fiandre

Ab wann kommen die Neuheiten, die Sie auf der Cersaie gezeigt haben, auf den deutschen Markt bzw. was davon?

Tanja Pahlke: Der Ablauf der Produktionsplanung in unserem Hause ist gut strukturiert, da wir mit Investitionen, wie unserem Logistikzentrum für Maximum Formate, effektiv arbeiten können. Die Produktionen für die Messeneuheiten starten in reduzierten Mengen bereits vor der Cersaie, um Bemusterungen und erste Verkäufe abzudecken. Im Anschluss an die  Cersaie werden dann die Zweitproduktionen geplant und begonnen. Das erfolgt in maximierten Produktionsabschnitten auch auf Basis der Bestellungen.

Welche Bedeutung hat der deutsche Markt für Fiandre?

Tanja Pahlke: Der deutsche Markt ist nach wie vor ein wichtiger und hart umkämpfter Markt,

Und wie verläuft das Jahr 2019 für Sie?

Das Jahr 2019 ist, kurz gesagt, stabil und umsatzbezogen gleichbleibend im Vergleich zum Vorjahr

Welche Entwicklungen, Trends oder auch eventuelle Schwierigkeiten sehen Sie für die Zukunft?

Tanja Pahlke: Ich denke, daβ ein Unternehmen wie die Iris Ceramica Group mit der Marke Fiandre, für die ich zuständig bin, Trends, Entwicklungen und auch absehbare “Schwierigkeiten “ bereits sehr frühzeitig erkennt und dies in der Vergangenheit auch bewiesen hat. So hat die Familie Minozzi in ihrer Rolle als Firmeninhaber beispielswiese bereits 1972 für Umweltschutz manifestiert und dieses Problem erkannt. Das 6mm Material ist hier im Hause ursprünglich aus dem massiven Anspruch für den Schutz unserer Umwelt entstanden.

Das 6mm Material ist hier im Hause ursprünglich aus dem massiven Anspruch für den Schutz unserer Umwelt entstanden.

6mm Material bedeutet die Verarbeitung der Hälfte der kostbaren natürlichen Rohstoffe, und die Hälfte des Energieverbrauchs für die Herstellung.

2018 wurde eine No Profit Fondation ins Leben gerufen, die sich mit diesem Thema befasst. Seit über zehn Jahren werden in unserem Hause fotokatalytische Oberflächen in Zusammenarbeit mit der Universität Mailand entwickelt. Damit tragen wir heute unter der Bezeichnung ACTIVE Oberflächen zu einer umweltnachhaltigen Architektur bei.

ACTIVE-Oberflächen von Fiandre. Foto: Fiandre
ACTIVE-Oberflächen von Fiandre. Foto: Fiandre

Wie funktioniert ACTIVE?

Unsere fotokatalytischen Oberflächen werden mit mikrometrischem Titandioxyd  hergestellt und sind durch den Zusatz von Silber im Titandioxyd auch unter LED Beleuchtung und im Dunkeln aktiv. Das ist ein unglaublicher wissenschaftlicher Fortschritt. Die mikrometrischen Partikel sind im Gegensatz zu Nanopartikeln für den Verarbeiter nicht gesundheitsschädlich.

Das Titandioxyd wird mit dem Ziel einer homogenen Deckung durch einen digitalen Drucker appliziert und anschließend bei 680 Grad im eigens entwickelten industriellen ACTIVE Ofen eingebrannt.

Unser ACTIVE-Produkt ist das einzige, weltweit existierende, dauerhafte,  ISO zertifzierte Feinsteinzeug-Produkt mit den vier Eigenschaften antibakteriell – auch gegen antibiotikaresistente Bakterien, schadstoffabbauend, Abbau von unangenehmen Gerüchen, selbstreinigend – im Sinne von überflüssigen gesundheitsschädigenden und umweltbelastenden Reinigern.

Schwierigkeiten sehe ich darin, dass in Zeiten von Internet,  Facebook und Instagram viele Produkte im Umlauf sind, die dem derzeitigen Trend von Umweltnachhaltigkeit scheinbar gerecht werden, jedoch dies nicht immer der Fall ist.

Schwierigkeiten sehe ich darin, dass in Zeiten von Internet,  Facebook und Instagram viele Produkte im Umlauf sind, die dem derzeitigen Trend von Umweltnachhaltigkeit scheinbar gerecht werden, jedoch dies nicht immer der Fall ist.

In unserem Unternehmen gilt: Man kann alles behaupten, muss jedoch alles beweisen.

Gibt es Besonderheiten auf dem deutschen Markt?

Tanja Pahlke: Speziell auf Deutschland bezogen sehen wir große Schwierigkeiten, auch in Richtung massiver Mangel an Handwerkern. Das gilt generell für die gesamte Baubranche und zeigt sich insbesondere für die Keramikindustrie durch den Mangel an Verlegebetrieben für keramische Produkte.

Dieses Problem ist beängstigend und hat desweiteren zur Folge, dass die Qualität des Handwerkes sinkt. In Zeiten von viel Nachfrage und wenig Angebot ist dies eine normale und sichtbare Konsequenz. Natürlich gibt es, wie in jeder negativen Situation, auch einen positiven Aspekt. Die professionellen Verlegebetriebe, die sich spezialisieren und weiterhin auf technisches Know How setzen, stärken ihre zukunftssichere Marktposition und können wachsen.

Wir arbeiten hier im Hause Fiandre parallel in Richtung vorkonfektionierte Duschen und Bäder. Ziel ist, damit in Zukunft in der Lage zu sein, große Projekte wie zum Beispiel Modulbauweise weiterhin weltweit und deutschlandweit mit keramischen Produkten beliefern zu können. Heute meldet sich dort zum Teil nur ein einziger Verlegebetrieb für die Ausschreibung.

Heute meldet sich dort zum Teil nur ein einziger Verlegebetrieb für die Ausschreibung.

Dies ist natürlich keine Lösung für alle Begebenheiten. Es ist eine Lösung für spezielle Bereiche und spezielle Situationen. Wir würden uns wünschen, dass das Handwerk in Deutschland massiv gefördert wird, statt solche Projekte überhaupt angehen zu müssen.

Wohin geht die Reise für keramische Beläge auf internationaler Ebene?

Tanja Pahlke: Ein weltweiter Trend sind auf jeden Fall großformatige keramische Produkte, die nicht allein als barrierefreie, fugenlose Wand- und Bodenbeläge dienen, sondern auch im Fassadenbereich mit Sika Tak Panel, oder im Möbelbau, in Küchen oder in gewerblichen Objekten unendliche Anwendungsgebiete finden. Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Manchmal  „lernen“ wir von unserer Kundschaft neue Anwendungsbereiche kennen.

Weitere Informationen: Die vorkonfektionierten Produkte werden auf der IMM in Köln im Januar erstmalig präsentiert. (Iris Ceramica Group – Halle 4.2 – Stand C049/B050).

www.granitifiandre.com

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