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„Der deutsche Markt ist für Marazzi einer der wichtigsten“

Christoph Thaler, Vertriebsleiter Marazzi für D-A-CH, im Gespräch mit 1200Grad

Christoph Thaler, Vertriebsleiter Marazzi für D-A-CH, sieht nach einem durchwachsenen Jahr 2019 noch viel Potenzial, um z.B. mit Service und Logistik Resourcen für das Wesentliche zu schaffen. Die Schwierigkeiten auf dem Markt, wie Fachkräftemangel, die strukturellen Veränderungen im Handel mit noch mehr Konzentration, geringen Margen der Händler und die deutlich schrumpfenden Margen der Hersteller werden nach seiner Ansicht weitergehen. Unsere Italien-Korrespondentin Alexandra Becker unterhielt sich mit ihm über seine Sicht auf den deutschen Markt.

Ab wann kommen die Neuheiten, die Sie auf der Cersaie gezeigt haben, auf den deutschen Markt bzw. welche davon?

Christoph Thaler: Viele Produkte wurden bereits vor der Messe produziert. Alles, was vorgestellt wurde, kommt bei Marazzi und Ragno in der Regel  fix ins Programm. Auf Wunsch von vielen Kunden wurden dieses Jahr noch einige kleine Veränderungen in den Programmen vorgenommen.  Nicht alles kann sofort nach der Messe bereits voll bemustert werden, weil insbesondere das Zubehör dann nicht immer schon komplett ist.

Einige Serien, wie z.B. Lume und Zellige, waren bereits vor der Messe produziert, durch die hohe Nachfrage ist die Erstproduktion aber bei einigen Artikeln schon ausverkauft. Die neuen Produktionen sind aber alle kurzfristig geplant.

Alles, was vorgestellt wurde, kommt bei Marazzi und Ragno in der Regel  fix ins Programm.

Welche Bedeutung hat der deutsche Markt für die Gruppe?

Christoph Thaler: Der deutsche Markt ist einer der wichtigsten Einzelmärkte der Gruppe und wird als Heimatmarkt gelebt. Da die USA von unserer amerikanischen Muttergesellschaft Mohawk Industries Inc. geleitet wird und somit nicht direkt zum Umsatz der Marazzi Group gehört, ist Deutschland bzw. D-A-CH  nach dem Heimatmarkt Italien der wichtigste Markt.

Wie verläuft das Jahr 2019 für Sie?

Christoph Thaler, Marazzi. Foto: Christoph Thaler

Christoph Thaler: Etwas durchwachsen. Es waren viele gute Monate dabei, aber dann auch wieder ein Monat der nicht so gut verlief. Mitte des Jahres haben wir nach einer sehr langen Ausschreibungszeit unseren Kunden REWE verloren. Hier waren wir exklusiver Lieferant aller Bodenfliesen. REWE hat sich für billige Importware entschieden.

Auch wenn wir hierdurch unsere für 2019 gesteckten Ziele leicht verfehlen werden, liegen wir gemessen am Gesamtmarkt gut und werden trotzdem mit einem Plus abschließen. Deutlicher als beim Umsatz liegt das Plus in der Menge, da wir dieses Jahr die Produkte aus dem Produktionsstandort Polen sehr erfolgreich in der Region DACH eingeführt haben.

Auch wenn wir hierdurch unsere für 2019 gesteckten Ziele leicht verfehlen werden, liegen wir gemessen am Gesamtmarkt gut und werden trotzdem mit einem Plus abschließen.

Welche Entwicklungen oder auch eventuelle Schwierigkeiten sehen Sie für die Zukunft?

Christoph Thaler:  Auf dem Markt sind Schwierigkeiten vorhanden, die in den nächsten Jahren voraussichtlich nicht überwunden werden: Am Mangel an Fachkräften, vor allem an Fliesenlegern, wird die Wiedereinführung der Meisterpflicht aus meiner Sicht nicht viel ändern. Der Fachkräftemangel ist ein explizit deutsches Problem, ist aber auch in Österreich spürbar.

Auch die strukturellen Veränderungen im Handel mit noch mehr Konzentration, geringen Margen der Händler und die deutlich schrumpfenden Margen der Hersteller werden weitergehen.

Durch den starken Zuwachs im Neubau sind weniger Kapazitäten für den Sanierungsmarkt vorhanden. Im letzteren könnten jedoch deutlich höherwertige Produkte verkauft werden als im Neubau. Durch den starken und transparenten Wettbewerb werden die Preise, die erzielt werden können, nicht steigen, gleichzeitig steigen aber die Kosten konstant.

Am Mangel an Fachkräften, vor allem an Fliesenlegern, wird die Wiedereinführung der Meisterpflicht aus meiner Sicht nicht viel ändern.

Damit das trotzdem alles gut geht, werden alle Marktbeteiligten irgendwo sparen müssen. Vor allem ist ein Umdenken der Händler gefordert, sonst kann es auf Dauer nicht funktionieren. Dies alles spielt in die Hände alternativer Bodenbeläge, wie z.B. Vinyl oder LVT.

Nichts desto trotz werden wir als Marazzi Group diese Zeit nutzen um noch mehr in die Marktbearbeitung, in unsere Marken und gemeinsam mit unseren Partnern des Handels in deren Ausstellungen zu investieren.

Auf der To-Do-Liste stehen auch Themen wie Service und Logistik ganz oben. Hier haben wir, aber generell die Branche, noch viel Potenzial besser zu werden, um so wiederum Ressourcen zu schaffen für das Wesentliche. Das bleiben gute Produkte, erstklassige Qualität und gelebte Partnerschaften mit unseren Handelspartnern und deren Kunden!

Die Marazzi-Neuheiten der Cersaie 2019

Marazzi präsentierte auf der Cersaie 2019 eine Reihe neuer Kollektionen, darunter Feinsteinzeug in Zementfliesenoptik (Marazzi Crogiolo D_Segni Blend) in den Formaten 20×20 cm und 10×10 cm mit einer besonderen Glasurtechnik, und die farbenfrohe Serie Marazzi  Crogiolo Zellige in 10×10 cm, die sich an den  typischen marokkanischen Terrakotta-Fliesen mit stark glänzender Glasur orientiert.

Marazzi Crogiolo Segni Blend. Foto: Marazzi

Mit der neuen Serie Vero im Segment Holz will Marazzi einen neuen Maßstab in Bezug auf die Holzanmutung setzen.

Marazzi Grande Resin Look empfindet die moderne Ausstrahlung und das Materialbild von Kunstharz in großformatigenFeinsteinzeugplatten nach bei einer Materialstärke von 6 mm  im neuen rektifizierten Format 120×278 cm.

Marazzi Grande Resin Look Foto: Marazzi
Marazzi Kollektion Grande Resin Look. Foto: Marazzi

Auch im Bereich der Technik gab es bei Marazzi wichtige Neuheiten:  Die neue Oberfläche STEPWISE steht für besonders hohe Werte bei der Rutschhemmung mit gleichzeitig sehr weichen und freundlichen Oberflächen. Dadurch wird Verschmutzungsgrad deutlich reduziert  und damit die Pflege erleichtert.

Weitere Informationen bei www.marazzi.de.

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