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Corona: hagebau verlangt Skonto-Verlängerung von Lieferanten

Kooperation will das vereinbarte Zahlungsziel für den Skontoabzug sofort um 60 Tage verlängern

In der vergangenen  Woche kursierte bei einigen deutschen Herstellern der hagebau ein Schreiben, in dem die Handelskooperation ihre Lieferatnen um eine Verlängerung der Skonto-Fristen bittet. Allerdings hat das Schreiben bei einigen Unternehmen erheblichen Unmut hervorgerufen, wie wir selber bei Telefongespräche erfahren konnten. Vor allem der Stil der hagebau, die Skonto Verlängerung quasi “einzufordern”, stieß vielen Unternehmen unangenehm auf. Darüber hinaus wurde bemängelt, dass die hagebau als finanzstarke Kooperation eine Mehrberlastung in der Corona-Krise sicherlich besser stemmen könnte, als ein kleines mittelständische Unternehmen aus der Produktionsbranche.

Hier das Schreiben der hagebau im Wortlaut:

“Fast stündlich verändert sich die Lage im Rahmen der Coronakrise. Neben den Einschränkungen im öffentlichen Leben haben wir inzwischen auch massive Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb im Einzel- und Fachhandel der hagebau.

Unsere Unternehmen arbeiten seit Jahren erfolgreich und partnerschaftlich zusammen. Wir möchten diese Geschäftsbeziehung in schwierigen Zeiten und darüber hinaus weiter festigen und bitten um Zustimmung für eine Maßnahme, die helfen soll, das Geschäft unserer Gesellschaft in den nächsten Wochen wirtschaftlich zu überbrücken.

Wir schlagen daher vor, folgende Vereinbarung für die zwischen uns bestehenden Lieferbeziehungen zu treffen: ergänzend bzw. abweichend zu den mit Ihnen vereinbarten Zahlungsbedingungen und Konditionen verlängert sich das vereinbarte Zahlungsziel für den Skontoabzug um 60 Tage. Diese Abrede würde ab sofort greifen und wäre bis auf Weiteres gültig.

Uns ist bewusst, dass auch Sie mit den Auswirkungen der Coronasituation beschäftigt sind. Umso mehr wäre Ihre Zustimmung zu vorgenannter Maßnahme ein starkes Signal zum Ausbau unserer Partnerschaft.

Es heißt „Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen“. Wir bauen also auf Ihre Solidarität und Unterstützung. Wir möchten Sie daher höflich bitten, uns Ihr Einverständnis in die genannten Anpassungen unserer Vereinbarungen bis 18. März 2020 mitzuteilen, sehr gerne postalisch oder als Antwort auf diese E-Mail…”

Stellungnahme der hagebau

1200Grad hat die hagebau diesbezüglich um eine Stellungnahme gebeten. Daraufhin bekamen wir von Frank Roth, Bereichsleiter Unternehmenskommunikation der hagebau-Gruppe, folgende Zeilen:

„Um eines vorwegzunehmen: tatsächlich kann die Mitteilung an unsere Lieferanten eventuell missverstanden werden. Das bedauern wir, aber es ging der hagebau lediglich darum, einen Vorschlag zu machen, wie wir in dieser Ausnahmesituation eine für alle Seiten sinnvolle und tragbare Lösung finden können. Denn unsere Handwerkerkunden fragen in unseren Standorten nach Sonderlösungen für Zahlungsbedingungen. Sie haben aktuell große Sorgen, dass möglicherweise die Bauherren aufgrund der Coronakrise nur verspätet Zahlungen vornehmen. Diesen Wünschen versucht die hagebau mit Augenmaß und unter Berücksichtigung betriebswirtschaftlicher Grenzen zu begegnen. Unabhängig davon hält sich die hagebau selbstverständlich an vertraglich vereinbarte Parameter.“

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