Cersaie 2021 legt Hygienekonzept für Messe vor

Zugang zur Messe wird mit Thermoscannern kontrolliert

Das mit Spannung erwartete Hygienekonzept für die Cersaie wurde Anfang Juli 2021 in einer gemeinsamen Pressekonferenz der Messeorganisatoren mit Vertretern von Stadt, Land und Unternehmer- und Tourismusverbänden vorgestellt. Städtische und regionale Einrichtungen arbeiten mit Hochdruck an den Vorbereitungen für einen sicheren Aufenthalt, Transport und Messebesuch. 1200Grad Italien-Korrespondentin Alexandra Becker war dabei.

Das erarbeitete Protokoll sieht vor, maximal ca. 50.000 Besucher auf rund 40.000 Quadratmetern unter Einhaltung der entsprechenden Protokolle empfangen zu können. Ansonsten gelten die aktuellen Hygienevorschriften des italienischen Staates. Sie besagen zur Zeit einen Mindestabstand von 1 m und das Tragen von Masken in geschlossenen Räumen, sprich den Messehalllen. Für die Umsetzung sind die Aussteller verantwortlich. Die zur Zeit geltenden Hygienevorschriften für die Cersaie stehen auf der Internetauftritt der Messe hier auch zum  Download zur Verfügung. Auf der Seite “Bologna together” werden auch weitere konkrete Informationen zur Anreise, Aufenthalt, Hotels, Freizeitangebot und Vorschriften gebündelt.

Wie läuft die Messe ab?

Die Weltleitmesse in Bologna ist nach Informationen der Messeorganisation Bologna Fiera in allen 15 Hallen fast komplett ausgebucht. Die internationale Keramikfachmesse für Architektur und Badeinrichtung konnte rund 600 Aussteller aus 25 Ländern überzeugen, in die erste internationale Messe der Branche vom 27.September bis 1. Oktober 2021 seit Beginn der Pandemie zu investieren.

Rund 41% der Aussteller kommen aus dem Ausland. Nach der Gastgebernation Italien sind die spanischen Hersteller mit 132 Ständen am stärksten vertreten, gefolgt von der Türkei, Polen und Indien (Ausstellerliste hier).

Der Zugang zur Messe wird kontrolliert mit Thermoscannern, innerhalb der Messe gibt es Distanzierungsregeln, Menschenansammlungen werden vom Messepersonal umgeleitet bzw. aufgelöst. Zur Einlasskontrolle gehören die auch sonst für Großveranstaltungen gültigen Regelungen, wie Impfnachweis bzw. Genesungsnachweis oder negatives Testergebnis.

 

Direkte Anfahrt der Messe für einiger Züge

Neu wird eine direkte Anfahrt der Messe für einiger Züge, zum Beispiel zweimal täglich mit je 4.000 Plätzen vom Flughafen Bologna. Die italienische Bahn wirbt damit, als erste Zuggesellschaft weltweit eine „Biosafe“-Zertifizierung erhalten zu haben, mehr dazu hier. Die Zugverbindungen sind wieder fast auf Vorpandemieniveau.

Als einer von fünf italienischen „Covid tested“ Flughäfen hat Bologna im Juli 2021 bereits wieder 105 Ziele aktiviert und ist bereit für die wieder fast volle Kapazität, sobald die entsprechende Nachfrage da ist. Vor Corona waren es 112 Flugziele weltweit.

Am Flughafen steht den Passagieren ein Testzentrum zur Verfügung, an dem man nach Anmeldung und gegen Bezahlung  die geforderten Tests durchführen kann. Nach den entsprechenden Kontrollen von Impfung, Genesung oder Test, die bei den Fluggesellschaften erfolgen, müssen Einreisende auch z.B. aus den USA oder Asien aktuell keine Quarantänepflicht einhalten.

Hotels: Generalprobe im Sommertourismus

Viele Fragen stehen im Raum, die zum Teil im Sommer nicht nur in der Theorie beantwortet werden dürften. Denn die Emilia Romagna ist nicht nur eine der treibenden Wirtschaftsregionen Italiens, sondern auch eine attraktive und derzeit ausgebuchte Urlaubsregion. Die Feuerprobe für Transport, Hotel und Gastronomie findet also bereits in den Monaten Juli und August statt, auch wenn nach Angaben des Hotelverbands einige Hotels erst ab dem 1. September wieder Gäste empfangen werden. In und um Bologna sei eine ausreichende Kapazität gewährleistet. Für Sicherheit sorge in diesem Bereich die  fortgeschrittene Digitalisierung, die einen schnellen Check-In und Check-Out ermögliche und die Impfung des Personals.

Hohe Erwartung liegen auf dem in Bologna erwarteten Messepublikum, denn die Veranstaltung soll auch der insgesamt gebeutelten regionalen Wirtschaft nach der langen Durststrecke wieder auf die Beine helfen. Die App „My Bologna“ soll die anreisenden Gäste in allen relevanten Fragen zum Aufenthalt von der Hotelvermittlung bis zur Anmeldung zum Restaurant- oder Museumsbesuch unterstützen.

Bereits die Gästeliste der Pressekonferenz vermittelt einen Eindruck von der Bedeutung und der Komplexität der Aufgabe: Giovanni Savorani, Präsident des Unternehmerverbands der Keramikindustrie Confindustria Ceramica, Virginio Merola, Bürgermeister von Bologna, Stefano Bonaccini, Präsident der Region Emilia Romagna, Gianpiero Calzolari, Präsident von BolognaFiere, Vincenzo Colla, Referent der Region Emilia Romagna für wirtschaftliche Entwicklung und grüne Wirtschaft, Andrea Corsini, Referent der Region Emilia Romagna für Mobilität, Transport, Tourismus und Handel, Valerio Veronesi, Präsident der Handelskammer Bologna, Patrizia Bauer, Präsidentin der Tourismus- und Kultursparte von Confindustria Emilia – Zentrales Gebiet, Celso De Scrilli, Präsident von Federalberghi Bologna, Enrico Postacchini, Präsident des Flughafens Bologna Marconi, Valentino Di Pisa, Vizepräsident von Confcommercio Ascom Bologna, Alessandro Tullio, Geschäftsführer von Trenitalia TPER, Giovanni Trombetti, Präsident von Bologna Welcome.

Gibt es ein Szenario für die Notbremse?

Eine Antwort auf diese Frage liegt in der weiteren Entwicklung von Impfgeschehen und Virusmutationen. Wie in den meisten Länder und Regionen ist die Delta-Variante auch in der Emilia Romagna bereits angekommen. Die niedrigen Inzidenzzahlen ermöglichen zurzeit die Nachverfolgung der Kontakte. Die fortschreitende Impfkampagne soll zum Ende des Sommers alle diejenigen erreicht haben, die geimpft werden möchten.

Seit 28. Juni ist ganz Italien „weiß“ eingestuft und unterliegt demnach nur noch der Maskenpflicht im Innenbereich sowie Distanzierungsregeln und Handhygieneauflagen.

Ein entsprechender Anstieg der Inzidenzzahlen hätte allerdings auch wieder die entsprechenden von der Regierung für gelbe (7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner zwischen 50 und 150), orange (Inzidenz über 150 bis 250) und rote Zonen (über 250 Ansteckungen) vorgesehenen Schutzmaßnahmen und Einschränkungen zur Folge.

Bleibt der allen gemeinsame Wunsch mit einer ersten Messe nach der Pandemie durchzustarten – mit Betonung auf „nach“.

 

Anzeige

Erhalten Sie Echtzeit-Updates über 1200Grad Beiträge direkt auf Ihrem Gerät. Jetzt kostenfrei abonnieren!

 GDPR Cookie Consent mit Real Cookie Banner