Cersaie 2020: Neuer Termin, neue Halle und scharfe Hygiene-Regeln

Digitale Pressekonferenz zu den Änderungen der Fliesenmesse in Bologna

Die mit Spannung erwartete Pressekonferenz am 21.5.2020 zur Cersaie 2020 im neuen Kleid und zu einem späteren Termin wurde, den aktuellen Umständen gemäβ, digital veranstaltet und war mit 118 Teilnehmern gut „besucht“. 1200grad war dabei.  Als Ansprechpartner standen die vier Referenten Giovanni Savorani, Vorsitzender des Unternehmerverbands Confindustria Ceramica, Gianpiero Calzolari, Vorsitzender der Messeorganisation BolognaFiere, Emilio Mussini,  und stellvertretender Präsident von Confindustria Ceramica sowie Stefano Bonaccini, Rede und Antwort.

Die Cersaie 2020 stelle einen symbolischen Startschuss für die Trendwende nach der Coronakrise für die Branche, den Messestandort und die Stadt Bologna und Italien dar – ein Neustart mit der Fliese als Hauptdarsteller eines veränderten Ansatzes für Planung und Design. Groβe Erwartungen liegen damit auf der Messe. Als Folge des langen Lockdowns wird für Italien ein Einbruch des Bruttosozialprodukts von geschätzten 9-10% erwartet. Danach könnte, vielleicht bereits 2021, so Giovanni Savorani, ein Rebound-Effekt mit einem Plus von 5-6% eintreten. Die Bauwirtschaft wird dabei auch in Form von Förderprogrammen und auf internationaler Ebene eine entscheidende Rolle spielen.

Die durch die Covid19 verursachte Pandemie werde, so Giovanni Savorani, zu Veränderungen in der Planung aller Räumlichkeiten führen, in denen öffentliches Leben stattfindet. Die Nachhaltigkeit des keramischen Produkts und der Fliesenproduktion waren bereits vor der Virusgeschichte als Fokus der diesjährigen Cersaie geplant und hat jetzt nochmal an Bedeutung gewonnen. Denn in der aktuellen Lage habe sich gezeigt, dass die Notwendigkeit bestehe, Orte zu schaffen, in denen Momente des sozialen Lebens in Sicherheit stattfinden können. Keramische Beläge punkten in diesem Zusammenhang mit Ihrer Widerstandsfähigkeit auch im Zusammenhang mit Hygienemaβnahmen und bieten gleichzeitig eine ansprechende Optik.

Eine Bühne für Contract und Objektbereich

Die neue Halle 37 mit 14.000 m2 Ausstellungsfläche wird den Contract-Bereich in den Mittelpunkt stellen. Dort werden 11 international bedeutende Architekturstudios zu Gast sein, die in besonderer Weise mit der Welt der Fliese verbunden sind. Auβerdem werden dort besondere Anwendungsbereiche wie Küchen im Innen- und Auβenbereich, Oberflächenbearbeitungen für drinnen und drauβen, Outdoor, Wellness und Lichttechnik gezeigt.

Giovanni Savorani appelliert dabei an die Branche, die Cersaie als einen notwendigen kollektiven Kraftakt der Branche auch unter den erschwerten Umständen durchzuziehen. Ob es gelingt, wird sich in den nächsten Wochen und Monaten herauskristallisieren. Offene Grenzen, die Einigung auf einheitliche Protokolle und niedrige Infektionszahlen zumindest innerhalb der EU sind dabei die entscheidenden Voraussetzungen. Viele Fragen bleiben offen – die wichtigsten beginnen alle mit „Was passiert, wenn …. und gehen weiter mit: …sich die Menschen wieder frei innerhalb der Regionen Italiens und zumindest innerhalb von Europa bewegen können, arbeiten und ihre Urlaubsreisen antreten. Anfang Mai erst wurde die Produktion in den italienischen Werken langsam wieder hochgefahren, seit dem 18. Mai konnte der Einzelhandel in Italien wieder öffnen. Die Öffnung der regionalen und nationalen Grenzen ist für den 3. Juni geplant, sofern die Ansteckungszahlen dies zulassen.

Welche Vorsorgemaβnahmen sind zur Sicherheit der Besucher und Aussteller vorgesehen?

Es gelten die üblichen Regeln für die Phase 2 der Coexistenz mit dem Virus: Distanz halten, Maskenpflicht, Handdesinfektion, Hygienemaβnahmen. Auβerdem wird die Körpertemperatur vor dem Zugang zur Messe gemessen.

Geplant sei, den Besucherstrom mit Voranmeldungen und Shuttlebussen vom Flughafen und Bahnhof zu organisieren. Dabei soll voraussichtlich auch eine App eingesetzt werden, damit schnell reagiert werden kann. Für die Umleitung und Auflösung von eventuellen Menschenansammlung werde entsprechendes Personal bereitgestellt.

2019 zog die Messe circa 120.000 Besucher aus der ganzen Welt an. Die Messe sei mit einer Bruttofläche von 150.000 qmdazu in der Lage, 4 qm pro anwesender Person bereitzustellen, selbst dann, wenn sich insgesamt bis 38.000 Besucher und Ausstellern zeitgleich auf dem Gelände aufhalten. Dieses Niveau wurde selbst 2019 nicht erreicht und wird für die „Corona-Edition“ nicht erwartet.

Jeden Morgen vor der Öffnung werden entsprechende Hygienemaβnahmen durchgeführt, dazu sind auch die einzelnen Stände verpflichtet, ebenso wie zur Kontrolle der entsprechenden Anwesenheitsbegrenzungen.

Ein erster entscheidender Stichtag ist der 1. Juli, also für Italien knapp 4 Wochen nach dem kompletten Ausstieg aus dem Lockdown. Bis zu diesem Datum erwarten die Organisatoren der 38. Cersaie die Zusagen der Aussteller zum ungewohnten Termin – 42 Tage später als sonst – vom 9.-13. November in Bologna. Die internationale Natursteinmesse Marmomacc in Verona soll nach aktuellen Informationen übrigens wie geplant vom 30. September bis zum 3. Oktober stattfinden.

Die Erwartungen an die Internationalität der Cersaie 2020 wird von der Teilnahme einer vorwiegend europäischen Präsenz mit der Aussicht auf möglichst zeitnah verabschiedete einheitliche Sicherheitsprotokolle getragen. Amerikanische Marktteilnehmer könnten eventuell auch über die dort stattfindenden Events, wie die Coverings, erreicht werden. Wünschenswert, aber zweifelhafter sei der Besuch aus Nahost und Asien.

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