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Würth-Gruppe: Multikanalstrategie beweist unter Corona ihr Erfolgspotenzial

E-Business-Umsatz legt im ersten Quartal 2020 um 9,5 Prozent zu

Die Würth-Gruppe nutzt das Potenzial der Multikanalstrategie und ist damit auch unter der Corona-Pandemie zuverlässiger Partner des Handwerks und der Industrie. Die Chancen und Möglichkeiten stellt der Konzern auf der Bilanzpressekonferenz vor. „Diese Krise zeigt deutlich die Stärken und Chancen der Multikanalstrategie“, beschreibt Robert Friedmann, Sprecher der Konzernführung der Würth-Gruppe, die Situation unter der Pandemie. „Wir haben alle zur Verfügung stehenden Kanäle, die mit den Kontaktbeschränkungen konform laufen, zusätzlich verstärkt. Jetzt zeigt sich, dass der Ausbau der Digitalisierungsprozesse in den letzten Jahren gerade auch in dieser Krisenzeit greift.“

Corona bremst Entwicklung

Obgleich der Ausbruch der Corona-Pandemie die Entwicklung des Gesamtkonzerns natürlich beeinflusst, sieht sich das Unternehmen auf einem guten Weg: Im ersten Quartal 2020 verzeichnet die Würth-Gruppe ein Umsatzwachstum von 2,8 Prozent. „Doch selbstverständlich hat das Virus auch uns in Teilen schwer getroffen“, so Friedmann. Vor allem die Gesellschaften in den von COVID-19 stark betroffenen Ländern wie Italien, Frankreich und auch Spanien bekamen die Auswirkungen zu spüren. Dennoch: Frankreich erzielte trotz komplettem Lockdown einen E-Business-Zuwachs im ersten Quartal 2020 von 29,1 Prozent, Italien lag ebenfalls bei fast 30 Prozent und in Österreich sowie weiteren Landesgesellschaften wurden die Click & Collect-Aufträge verdoppelt (Bestellung per App oder telefonisch und Abholung in Paketstationen vor der Niederlassung). Der Lockdown in nahezu ganz Europa führte bei Würth zu so gut wie keinerlei Auslieferungsengpässen.

In Deutschland konnte sich der Konzern mit einigen wenigen Einschlägen der Krise sehr gut entgegenstellen. Der Elektrogroßhandel Deutschland konnte den Umsatz im ersten Quartal 2020 sogar um 9,2 Prozent steigern. Lediglich die im automobilnahen Bereich tätigen Gesellschaften mussten in Kurzarbeit gehen. Auch die Umsätze der Adolf Würth GmbH & Co. KG entwickeln sich unter den gegebenen Umständen sehr gut, da das Handwerk so gut wie durchgängig arbeiten konnte. Im ersten Quartal 2020 verzeichnet das Unternehmen einen Umsatzzuwachs von 7,6 Prozent. Das Mutterunternehmen des Konzerns nutzte den Multikanalvertrieb und bot den Kunden zu jeder Zeit Versorgungssicherheit.

„Wir sind froh, dass wir unsere Handwerker zuverlässig mit Material versorgen können. Das Handwerk hat aufgrund seiner Systemrelevanz seit Ausbruch der Krise fast durchgehend gearbeitet und trägt entscheidend dazu bei, dass die Infrastruktur und der Betrieb in wichtigen Versorgungseinrichtungen oder auch die Instandhaltung von Krankenhäusern gewährleistet bleiben. In vielen Einrichtungen finden derzeit Umbaumaßnahmen statt, um der Thematik Abstandshaltung und Hygiene Rechnung zu tragen“, erklärt Norbert Heckmann, Sprecher der Geschäftsleitung der Adolf Würth GmbH & Co. KG, die Situation.

Multikanalstrategie greift im Lockdown

Der Multikanalvertrieb bei Würth basiert auf dem persönlichen Kontakt über den Außendienst, die Niederlassungen– allein in Deutschland sind es über 530, weltweit rund 2.200 – und den Onlinekanälen wie E-Shop und Würth App bis hin zum E-Procurement. Die Bedeutung dieser digitalen Vertriebswege hat während der Krise stark zugenommen: Auf den Webseiten der Adolf Würth GmbH & Co. KG gehen beispielsweise pro Minute rund 700 Suchanfragen ein, im Monat loggen sich rund 400.000 Kunden im Onlineshop und der Würth App ein. Im März, bei Ausbruch der Krise in Deutschland, hat der E-Business-Umsatz der Adolf Würth GmbH & Co. KG um 27 Prozent zugelegt. Auch die Möglichkeiten der Onlinetools als Informationskanal werden intensiv genutzt: Über E-Mails, Social Media und die Website sind die Kunden über Produktverfügbarkeiten und Erreichbarkeit von Außendienst und Niederlassungen immer auf dem aktuellsten Stand.

Sicherheitsfaktor Liquidität

Die Würth-Gruppe verfügt über eine konstante finanzielle Stabilität: Das Eigenkapital der Würth-Gruppe stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr um 7,4 Prozent auf 5.554 Millionen Euro – ein Plus von 382 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote liegt damit zum Jahresende bei 44,0 Prozent (2018: 47,1 Prozent). Die Ratingagentur Standard & Poor´s bestätigte 2019 erneut das Rating der Würth-Gruppe mit A/outlook stable. Das oberste Gebot der aktuellen Stunde ist die Sicherung der Liquidität. Die Liquiditätsreserven der Würth-Gruppe belaufen sich per Ende April 2020 auf über 800 Millionen Euro und bestehen aus liquiden Mitteln von über 400 Millionen Euro und der bis 2023 fest zugesagten, nicht ausgenutzten Kreditlinie im Umfang von 400 Millionen Euro.

Jahresabschluss 2019

Für 2019 meldet der Konzern noch einen neuen Rekordumsatz: 14,3 Milliarden Euro (Vorjahr: 13,6 Milliarden Euro) erzielte der Weltmarktführer im Vertrieb von Montage- und Befestigungsmaterial, was einem Wachstum von 4,8 Prozent entspricht. Trotz der schlechteren Entwicklung in der Würth-Gruppe Deutschland (+2,2 Prozent) aufgrund der Abkühlung in der Automobilindustrie hat sich der Umsatz über den Multikanalvertrieb im Bereich E-Business erhöht: Der EBusiness-Umsatz wuchs überproportional und liegt bei 2,6 Milliarden Euro. Damit hat sich der Anteil am Konzernumsatz auf 18,3 Prozent erhöht.

Betriebsergebnis und Mitarbeiter

Das Betriebsergebnis liegt mit 770 Millionen Euro unter dem Vorjahr (2018: 870 Millionen Euro). Die unter Druck geratene Rohertragsmarge ist unter anderem ausschlaggebend für diesen Rückgang. Die steigenden Einkaufspreise konnten nicht eins zu eins an die Kunden weitergegeben werden. Darüber hinaus gab es Einflüsse aus weiteren Investitionen in die Geschäftsmodelle und aus IFRS 16. Die Zahl der Beschäftigten hat sich 2019 von 77.080 um 1.606 auf 78.686 erhöht, eine Steigerung um 2,1 Prozent. In Deutschland arbeiten 24.344 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, was einer Steigerung zum Vorjahr von 2,4 Prozent entspricht. Im Außendienst beschäftigt der Konzern 33.979 Mitarbeiter (2018: 33.218). Durch Akquisitionen kamen 996 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hinzu.

Die Adolf Würth GmbH & Co. KG erwirtschaftete 2019 mit 7.418 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Umsatz von 2.094 Millionen Euro inklusive konzerninterner Umsätze und erreichte damit einen historischen Meilenstein in der Unternehmensgeschichte: über zwei Milliarden Euro Umsatz. Das war insofern besonders erfreulich, als die Keimzelle des Konzerns und damit die komplette Würth-Gruppe 2020 ihr 75-jähriges Bestehen feiert.

Investitionen

Mit einem Investitionsvolumen von 705 Millionen Euro lag der Schwerpunkt der Investitionen der Würth-Gruppe 2019 auf dem Ausbau von ITInfrastruktur und Lagerkapazitäten für die Vertriebsgesellschaften sowie in den Bereichen Produktionsgebäude, technische Anlagen und Maschinen für die Produktionsgesellschaften. Auch 2019 wurden die Investitionen vollständig aus dem operativen Cashflow finanziert. Einer Krise dieses Ausmaßes war der Konzern in der 75-jährigen Unternehmensgeschichte noch nie ausgesetzt. Die COVID-19 Pandemie hat auf die komplette Weltwirtschaft gravierende Auswirkungen. Die momentan volatile Lage der Weltwirtschaft lässt eine belastbare Prognose für 2020 nicht zu. Der Konzern geht davon aus, dass die Leistungsfähigkeit über die Multikanalstrategie und die Risikostreuung durch die internationale Aufstellung und die Diversifikation auf einem stabilen Niveau gehalten werden kann.

Logistik auf Topniveau

Über das neue Lager der Adolf Würth GmbH & Co. KG direkt an der A6 / Gewerbepark Hohenlohe und in unmittelbarer Nähe zum Firmensitz schafft Würth eine eigene Hauptumschlagsbasis (HUB) – Sammel- und Knotenpunkt – für den Umschlag und die Zusammenfassung von Warenströmen zur Weiterverteilung in ganz Europa. Rund 20 Prozent aller Aufträge aus dem neuen Lager gehen direkt ins europäische Ausland: Bestückung der Lager von Würth Tochtergesellschaften, Sendungen direkt zu Endkunden, die im Ausland sitzen. Darüber hebt der Konzern die logistische Leistungsfähigkeit auf eine neue Ebene. Rund 300 Menschen werden im Zweischichtbetrieb in dem neuen Logistikkomplex arbeiten. „Das neue Umschlaglager im Gewerbepark Hohenlohe direkt an der A6 geht planmäßig in Betrieb. Die Planung des Innovationszentrums ist in vollem Gange. Damit sind wir insbesondere für die Zeit nach der Pandemie gut gerüstet“, kommentiert Friedmann.

Innovationsstrategie: vom Händler zum Hersteller

Für die Zukunft setzt der Konzern auf seine Innovationsstrategie – den Wandel vom Händler zum Hersteller. Das Ohr immer direkt am Markt beim Kunden: Über das große Netz an Außendienstmitarbeitern und Niederlassungen fließt das Knowhow aus dem Handwerk direkt in die Entwicklung der Produkte ein. In den zurückliegenden 12 Monaten wurde auf dem Campus am Stammsitz des Konzerns in Künzelsau der Bereich Forschung und Entwicklung bereits deutlich ausgebaut und zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. Über Mechatronik-Labore und Prüffelder wurden weitere Kompetenzen erschlossen.

Die Investitionen in die Herstellerkompetenz und Innovationsprojekte am aktuellen Entwicklungsstandort gehen zukunftsgerichtet weiter, auch wenn sich die Fertigstellung des neuen Innovationszentrums aufgrund der aktuellen Situation etwas verzögern wird. In der Endausbaustufe werden dort rund 250 Menschen beschäftigt sein. Schon jetzt arbeiten Entwicklungsteams aus den Kompetenzbereichen Mechatronik, Befestigungstechnik, Werkzeuge, technischer Chemie und Maschinen intensiv an der Umsetzung der Innovationsstrategie: Mitarbeiter aus dem Bereich Forschung und Entwicklung der Adolf Würth GmbH & Co. KG und aus den KonzernTochtergesellschaften, die im produzierenden Bereich tätig sind sowie externe Forscher. Durch die Kooperation mit dem Karlsruher Institut für Technologie KIT und den Universitäten Stuttgart und Innsbruck entsteht ein Cluster aus Wissen und Knowhow.

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