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Wohlfühlbibliothek des 21. Jahrhunderts

Bibliothèque nationale de Luxembourg wurde mit Keramik gestaltet

Der lichtdurchflutete und funktionale Neubau der Luxemburger Nationalbibliothek, nach Plänen der Architektenbüros Bolles + Wilson aus Münster in Nordrhein-Westfalen und WW+ aus dem luxemburgischen Esch/Alzette realisiert, ist nicht nur ein Ort des Lesens und Forschens, sondern auch eine Stätte der Begegnung und des Wohlfühlens. Auf rund 24 000 m² bietet der großzügige Innenbereich neben einem zentralen, offenen Lesesaal auch Ausstellungsflächen, Konferenz- und Lesesäle, ein fünfgeschossiges Archiv, Räumlichkeiten für Besucher mit Kindern sowie eine Caféteria und Sanitärräume. In weiten Teilen der Räumlichkeiten sind Boden- und Wandflächen mit keramischen Fliesen gestaltet.

Die architektonische Qualität des fünfgeschossigen Bibliotheksneubaus auf dem Plateau Kirchberg in Luxemburg entfaltet sich auf 24 000 m² Gesamtnutzfläche (Bruttogeschossfläche: 38 200 m²). Der Neubau bietet mehrere Konferenzräume in den Obergeschossen, einen riesigen, dreigeschossigen Lesesaal mit einem Hauptleseraum im dritten Obergeschoss. Das Herzstück aber ist das fünfgeschossige Magazin, in dem Sammlungen und Dokumente der Nationalbibliothek gelagert sind. Überall dort, wo bibliophile Werke gelagert sind, herrscht eine konservatorisch konstante Raumtemperatur von 18 Grad. Eine Mediathek, ein Café, Freiluftterrassen und diverse Sanitärräume runden das Raumangebot ab.

Ort der Dokumentation und Interaktion perfekt verbunden

Doch die neue Nationalbibliothek will mehr sein als ein Ort der Dokumentation, Aufarbeitung und Bereitstellung des Luxemburger Schriftgutes. Von einer „Bibliothek des 21. Jahrhunderts“ wird gesprochen, mit einer ausreichenden Anzahl von Computerarbeitsplätzen, Besprechungs- und Unterrichtsräumen sowie einem automatisierten Transport- und Sortiersystem inklusive einer Medienrückgabe rund um die Uhr. Mit ihrer funktionalen und nachhaltigen Infrastruktur will die Nationalbibliothek für den Normalbürger genauso interessant sein, wie für spezialisierte Forscher, Schüler und Studenten. Selbst ein Lesesaal, in dem Kinder spielen dürfen, ist vorhanden.

Unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit hat sich der Bauherr, das Herzogtum Luxemburg, bei dem Neubau für ein „low-tech Konzept“ entschieden. Es macht sich zur Klimatisierung dicke massive Wände und deren thermische Speichermasse sowie natürliche Belüftung in Verbindung mit Nachtauskühlung zunutze. Sämtliche Räume wurden hinsichtlich der solaren äußeren und inneren Wärmeeintragung und des natürlichen Tageslichteinfalls untersucht und optimiert. Auch die Auswahl aller Materialien im Innenbereich wurde unter dem Aspekt ihrer akustischen und thermischen Aufnahmekapazität getroffen.

Foto: Sopro

Fliesenboden verbindet Außen mit Innen

Von außen zeigt sich die neue Luxemburger Nationalbibliothek mit ihrer in changierenden Sandstein-Rottönen gehaltenen Fassade einladend und repräsentativ. Die transparente, konische Fassade zieht sich visuell bis tief ins Gebäudeinnere hinein. Große Fenster gewähren Einblick in das Bibliotheksinnere. Die Eingangsfassade ist, wie auch die des Cafés, als verglaste zweischalige Vorhangfassade mit Windfang konzipiert. Die schräge Auskragung des Daches formt ein großdimensioniertes Vordach. Der Natursteinbelag der Außenanlage im Eingangsbereich wird mit einem keramischen Feinsteinzeug im Innenbereich des Bibliotheks-Foyers optisch fließend fortgesetzt. Die natürlichen und unpolierten Fliesen finden sich außer in der Eingangshalle, dem Foyer und Windfang auch in den Aufzügen, auf der Brücke Expo sowie in den Treppenhäusern. Hier wurden die marmorierten Keramikfliesen auch auf den Treppenstufen und Teilen der Wandflächen verlegt. Für die Wandbereiche in den Sanitärbereichen fiel die Wahl auf einen weißen, großformatigen keramischen Belag. Ein besonderer Hingucker ist hier der keramische Bodenbelag mit modernen, auffällig dekorierten Musterfliesen.

Fliesenverlegung mit aufeinander abgestimmten System-Produkten

Die Abdichtungs- und Verlegarbeiten in den hochbeanspruchten Bereichen erforderte auch besondere Sorgfalt bei der Verlegung mit entsprechend hochwertigen System-Produkten. Die Kombination bibliophiler Sammlungen und Dokumente, verbunden mit Aktivitäten zur Wertschätzung des Erbes sowie Räumlichkeiten für Konferenzen, Seminare oder Schulungen, wie auch eine Caféteria und frei zugängliche Terrassen, machen die Nationalbibliothek zu einem Treffpunkt und Ort des Austauschs und Debattierens. Das Projekt zeichnet sich zudem durch ein innovatives Konzept zum Gebrauch erneuerbarer Energien in Kombination mit einem hochentwickelten Energiekonzept und Baumaterialien aus, die bezüglich Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit hohe Ansprüche erfüllen.

Foto: Sopro

Infos zu den verwendeten Produkten

Die Bodenfliesen: „Mirage Tribeca“ des italienischen Herstellers Mirage im Farbton „Hudson naturale“; Bodenfliesen in den Sanitärräumen: Moving Collection des spanischen Anbieters Aparici (Format 30 x 30 cm); an den Wänden weiße, großformatigen (10 x 90 cm) Fliesen von Agrob Buchtal. Die Abdichtungen der mit einer Grundierung behandelten Flächen in den Boden- und Wandbereichen erfolgte mit der Sopro Dicht-Schlämme Flex 1-K. Die Verlegung der Feinsteinzeug-Fliesen erfolgte mit Sopro Fliesenfest extra einem zementären Flexkleber. Die Verfugung wurde mit der Sopro MeisterFuge schmal und breit ausgeführt. Dabei konnte entsprechend der gewünschten Oberflächenoptik mit Fugenbreiten von 3 bis 12 mm variiert werden.

Die Bibliothèque nationale du Luxembourg entstand aus der 1798 von der französischen Verwaltung gegründeten Stadtbibliothek, die 1849 dem Staat übergeben und 1899 in „Nationalbibliothek“ umbenannt wurde. Die Bibliothek sammelt alle in Luxemburg erschienenen Werke sowie im Ausland über Luxemburg und/oder dort von Luxemburgern veröffentlichte Publikationen. Seit ihren Anfängen war sie aber immer auch für das breite Publikum zugänglich. 1985 schlug die Nationalbibliothek den anderen luxemburgischen Bibliotheken vor, einen Bibliotheksverbund mit einem gemeinsamen Katalog zu gründen. Seitdem hat sich dieser Verbund, dessen gemeinsames elektronisches Nachweissystem von der Nationalbibliothek verwaltet wird, ständig erweitert. Heute zählt der Verbund „bibnet.lu“ 35 Bibliotheken, darunter sämtliche Fakultätsbibliotheken der Universität sowie die Bibliotheken der staatlichen Kulturinstitute. Am 30. September 2019 wurde das neue Bibliotheksgebäude auf dem Kirchberg-Plateau eröffnet.

Foto: Sopro

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