Wassereinwirkungsklassen als Richtschnur für normgerechte Abdichtung

Die DIN 18534 und offene Fragen an den Gewerkeschnittstellen – Teil 2

Die neue DIN 18534 hat offene Fragen rund um Duschrinnen und Punktaubläufe geklärt. Dieser zweiteilige Fachbeitrag von Christian Schmalzel, Produktmanager Entwässerung bei TECE, beschäftigte sich im ersten Teil mit Sekundärentwässerungsöffnungen. Der zweite Teil gibt nun Antworten auf die Frage, welche Anforderungen die Abdichtungen abhängig von Wassereinwirkungsklassen erfüllen müssen.

Für den Übergang zwischen Dichtmanschetten oder Flanschen von Duschrinnen und Abläufen zu Verbundabdichtungen gibt es keine normativen Prüfvorschriften, welche die Tauglichkeit in Bezug auf die Wasserdichtheit sicherstellen. Dennoch gibt es hier sichere und handwerkstaugliche Lösungen wie zum Beispiel das „Seal System“. Hier lässt sich der Flansch der Duschrinne in Kombination mit dem „Seal System Klebeband“ und allen marktüblichen Verbundabdichtungen sicher verbinden und abdichten.

„Seal System“ bedeutet, dass unabhängige Prüfinstitute die Verbindung der Entwässerungsprodukte für die marktüblichen Verbundabdichtungen einzeln prüft und die Funktion durch Prüfzeugnisse bestätigt, so dass sowohl der Fliesenleger als auch der SHK-Installateur an diesem Schnittpunkt der beiden Gewerke auf der sicheren Seite sind.

Eine Weiterentwicklung von Seal System durch Sanitärprodukte-Anbieter TECE sind werkseitig an die Duschrinnen angebrachte Dichtmanschetten. Für die Dichtigkeit der Verbindung zwischen Dichtmanschette und Rinnenkörper haftet jetzt der Hersteller, ein weiterer Punkt zur Absicherung des Fachhandwerks. Weiterhin sind Duschrinnen mit werkseitig befestigten Dichtmanschetten ohne Einschränkung für alle Wassereinwirkungsklassen (W0-I bis W3-I) zulässig.

Leichte Reinigung. Foto: TECE

Neue Wassereinwirkungsklassen

Bei den Wassereinwirkungsklassen gab es in der Vergangenheit Unsicherheiten. Diese sind durch die neue DIN 18534 vom Juli 2017 aber geklärt. Demnach sind Fußböden in bodenebenen Duschen im privaten Bad in die Wassereinwirkungsklasse W2-I eingestuft, Wände hingegen stuft die Norm in W1-I ein. W2-I steht für hohe Einwirkung im Innenbereich mit häufiger Einwirkung von Brauchwasser, zeitweise intensiviert durch anstauendes Wasser. W1-I ist steht für mäßige Einwirkung.

Für Einsatzorte wie Schwimmbäder, Sportstätten oder Großküchen gibt es noch die Wassereinwirkungsklasse W3-I, bei der ein zusätzlicher Einsatz intensiver Reinigungsverfahren zu berücksichtigen ist. Die Einstufung in die Wassereinwirkungsklassen steht dem Planer frei, die Norm will hier nur konkrete Richtwerte angeben.

Für W2-I und W3-I sind bestimmte Flanschgrößen bei den Entwässerungsrinnen oder Abläufen erforderlich, die vom Handwerker zu berücksichtigen sind. Die Maße sind in der Tabelle für die Wassereinwirkungsklassen dargestellt. Einfacher geht es aber mit werkseitig befestigten Dichtmanschetten, die für alle Wassereinwirkungsklassen, also auch für die höchste Klasse W3-I, zulässig sind.

Sicherheit bei Wanddurchdringungen

Auch in der Wand gibt es Schnittstellen zwischen den Gewerken des Fliesenlegers und des SHK-Installateurs, bei denen es auf langfristige Dichtigkeit ankommt. Im Fokus stehen hier die Wanddurchdringungen für Armaturenanschlüsse. Die DIN 18534-3 fordert, dass eine Dichtmanschette, welche vom Fliesenleger in die Abdichtungsebene integriert wird, die Rohrleitung wasserdicht umschließt.

In der Praxis montiert der Installateur einen Bauschutzstopfen als Platzhalter, an den der Fliesenleger seine Dichtmanschette andichtet. Bei der Feininstallation entfernt der Installateur die Baustopfen und ersetzt sie durch Hahnverlängerungen. Die Dichtheit der Dichtmanschette zur Wanddurchführung kann dadurch beeinträchtigt werden. Ein spezielles Abdichtungsset von TECE für Wanddurchführungen soll hier eine sichere Lösung bieten, damit der Fliesenleger normgerecht abdichten und der Installateur wie gewohnt mit Baustopfen arbeiten kann.

Bauschutzstopfen. Foto: TECE

In diesem Fall wird zunächst eine Dichthülse beim Einschrauben des Baustopfens auf die Wandscheibe geschoben und dichtet nach außen ab. Der Fliesenleger passt seine Abdichtung mit der Dichtmanschette, die dem Set ebenfalls beiliegt, an die Dichthülse an. Diese verbleibt nach dem Herausdrehen des Baustopfens in der Wand und die Abdichtung bleibt unangetastet. Die Hahnverlängerung wird anschließend durch die Dichthülse geführt. Dabei ist die Gewindeverbindung zwischen Hahnverlängerung und Wandscheibe abgesichert: Sollte diese undicht werden, dann läuft das Leckwasser nach vorne aus der Wand.

Fazit

Durch die ständige Weiterentwicklung der Produkte und die mittlerweile eindeutige Normenlage sind die Risiken an den Schnittstellen zwischen den Gewerken des Sanitärinstallateurs und des Fliesenlegers entschärft. Fliesenleger und SHK-Installateur können also ohne Einschränkung eine bodenebene Dusche mit Linienentwässerung empfehlen. Die Vorteile dieser Lösung, vor allem die damit eingebaute Barrierefreiheit des Bades und mehr noch die Ästhetik einer durchgängig einheitlichen Bodengestaltung im kompletten Raum, sind sichere Argumente bei der Badgestaltung auch in der Modernisierung.

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