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Sopro: Naturstein-Expertenseminar in der Sächsischen Schweiz

30 Fliesenleger und Steinmetze informierten sich über die Elbsandsteinarten

Mit 30 Teilnehmern – Fliesenleger und Steinmetze – führte das diesjährige Naturstein-Expertenseminar der Sopro Bauchemie in die Sächsische Schweiz. Ziel war es, die drei Elbsandsteinarten näher zu betrachten und das Verständnis für deren Unterschiede in Aussehen, Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten kennenzulernen.

Begeistert vom Ausblick des Tagungsraumes auf ein Panorama voller emporragender Felsformationen, wusste Dr. Anette Ritter Höll, Diplom-Geologin und Geschäftsführerin der unabhängigen Ritter Natursteinberatung und -begutachtung, das Interesse der Teilnehmer durch drei Musterstücke des Postaer-, Reinhardtsdorfer und Cottaer Sandsteins zu gewinnen und anschaulich die Entstehungsgeschichte der drei Sandsteinarten zu beschreiben. Dabei schuf sie bei den Teilnehmern ein völlig neues Zeitverständnis, indem sie die unterschiedlichen Eigenschaften der drei regionalen Steinvarietäten, die innerhalb eines nur kurzen Zeitraums von 20 Millionen Jahren entstanden sind, anhand der unterschiedlichen klimatischen und geologischen Einwirkungen erklärte. Ferner ging sie auf die Verwendung der Sandsteine ein, wie z.B. den Neubau Landtag Brandenburg („Potsdamer Schloss“), wo sie die Qualität für den Generalunternehmer in den Steinbrüchen und beim Bau prüfte.

Sebastian Kammerer, Dipl.-Ing. (FH) und Bereichsleiter der Anwendungstechnik der Sopro Bauchemie, brachte es als zweiter Referent in seinem Vortrag „Fugen und Verlegesysteme für Naturwerkstein im Innen- und Außenbereich“ auf den Punkt. Mit anschaulichen Worten erklärte er den Einfluss einer hohen kristallinen Wasserbindung gepaart mit der Zusammensetzung einer sich schnell erhärtenden Masse bei der Verarbeitung und weckte damit das Verständnis für eine fehlerfreie Verlegung des Natursteins. Weiterhin dankten es ihm die Teilnehmer mit aufmerksamem Zuhören, als er drohte… “bei Anruf – Verschüsselungsprüfung!“ und versprach, diesen Service um die Empfehlung wie und mit welchen Produkten der Naturstein am besten zu verlegen sei, zu ergänzen.

Als dritter Referent präsentierte Johannes Roßrucker, Jurist und Geschäftsführer das Familienunternehmen Sächsische Sandsteinwerke als Firma, die heute noch Sandsteine in insgesamt sechs Steinbrüchen abbaut, verarbeitet, verbaut und auch vertreibt. Von Schotter über Rohplatten bis hin zu aufwändigsten Steinmetz- und Bildhauerstücken liefert das Unternehmen ganz nach Kundenwunsch. Heute, so erklärte Roßrucker, baue man den Sandstein „vom Stock“ ab, so dass sich im Steinbruch ein terrassenförmiges Profil ergibt. Man nutze hierbei die unterschiedlichen Sedimentationshorizonte, um lange Bänke herauszusprengen. Von dem charakteristischen terrassenförmigen Abbau konnten sich die Teilnehmer beim anschließenden Besuch des Steinbruchs Mühlleite in Lohmen ein Bild machen. Insgeheim fieberten sie dabei dem Höhepunkt des Steinbruchbesuchs entgegen.

Sprengung “live” miterlebt

Die Spannung stieg bei den hautnah mitzuerlebenden Vorbereitungsarbeiten mit der Legung einer Sprengleitung zu zwei großen Rohblöcken, und gipfelte in dem Warnsignal, als das Horn vom Sprengmeister geblasen wurde und sich mit einem lauten Knall und einer Staubwolke die Sprengung entlud. Das Ergebnis der Sprengung konnte sodann von den Teilnehmern ebenfalls in Augenschein genommen werden: Die zwei großen Rohblöcke wurden durch die Sprengung exakt auf das zur Weiterverarbeitung benötigte Maß zerteilt.

Die gesamten Eindrücke und das Wissen um die variantenreiche Weiterverarbeitung im Werk der Sächsischen Sandsteinwerke zu großen Fassadenstücken – wie für die Frauenkirche in Dresden, zu meterhohen Ornamenten für Schlösser, zu Wandverkleidungen für innen und außen für moderne Bauten und auch zu Natursteinbodenbelägen oder Mauersteine für den GaLaBau –, eröffneten den Teilnehmern neue Ideen und Anregungen, den Postaer-, Cottaer- oder Reinhardtsdorfer Sandstein in das nächste Bauprojekt einzubeziehen, wissen sie doch, dass ihnen die professionelle Unterstützung dieses Dreiergespanns an Referenten einen Mehrwert an Service und Sachverstand bietet und sie sich damit einen Wettbewerbsvorteil erarbeiten.

Beim nächsten Seminar seien sie wieder dabei, meinten viele Teilnehmer abschließend, als sie hörten, dass es am 6. Juni 2019 um den „Mendiger Basalt“ gehen wird. Und für die Auslandsreise im September nächsten Jahres hat die Sopro mit den Carrara-Steinbrüchen ein ganz besonderes Schmankerl in der Planung.

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