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“Momentan sind wir näher zusammen, als jemals zuvor”

Sind die deutschen Hersteller die Profiteure der Krise?

Ein Interview mit Peter Wilson, Gechäftsführer Steuler Fliesen und Vorsitzender des Bundesverbandes Keramische Fliesen e.V. zur aktuellen Lage rund um die Corona-Krise

Herr Wilson, auf den Websites der Steuler-Gruppe ist seit einigen Tagen zu lesen “Wir sind für Sie da!”. Was meinen Sie genau damit?

Peter Wilson: Wir könnten auch sagen, “Sie brauchen Fliesen, wir können liefern!” Als deutscher Hersteller sind aktuell weder unsere Produktionseinheiten von der Corona Krise eingeschränkt, noch die Warenversorgung.

Aus Italien hört man, dass die Warenlager schließen (siehe z.B unser Bericht hier ) und Transporte aus Spanien sind rar. An den Grenzen zu Polen rollen die LKW auch nicht mehr wie früher. Sind die deutschen Hersteller die Profiteure der Krise?

Peter Wilson: Ich glaube in einer Situation, in der Menschen hier und in anderen Ländern um ihre Zukunft bangen, sollten wir nicht von Profiteuren sprechen. Wir sind das, was wir vor und auch nach Corona schon waren beziehungsweise bleiben: Wir sind für unsere Kunden da und zwar als lokaler Hersteller eben nah, erreichbar und verlässlich.

Sie sagen, dass die Steuler Fliesengruppe nicht durch Corona eingeschränkt ist. Ist das wirklich so?

Peter Wilson: Corona betrifft uns natürlich alle, die Produktion ist aktuell aber nicht eingeschränkt. Selbstverständlich haben wir Vorkehrungen in den Werken getroffen. Wo viele Menschen nah zusammen sind, ist es notwendig auf Hygiene zu achten. Wir haben in den Fabriken schon lange Desinfektionsmittel und Regeln für den Umgang miteinander. Diese Maßnahmen haben wir selbstverständlich seit Anfang März erweitert. Auch Split Operations haben wir eingeführt um unsere Mitarbeiter zu schützen.

Corona betrifft uns natürlich alle, die Produktion ist aktuell aber nicht eingeschränkt.

Sind die Vertriebe erreichbar?

Peter Wilson: Ja. Die gesamte Verwaltung läuft wie gehabt. Auch hier muss ich sagen, dass schon vor Corona Homeoffice kein Fremdwort für uns war. Nur die Gebietsleiter nehmen verständlicherweise ihre Außendiensttätigkeit momentan nicht wahr. Die stehen mit unseren Kunden per Telefon, Skype, WhatsApp in Verbindung. Weil uns derzeit unglaublich viele Anfragen erreichen, haben wir eine Hotline eingerichtet, die an sieben Tagen in der Woche Mailanfragen beantwortet. Die Mail-Adressen ist wirsindfuersieda@steuler.de.

Schon vor Corona war Homeoffice kein Fremdwort für uns.

Heißt das, die Steuler Fliesengruppe war auf sowas vorbereitet?

Peter Wilson: Auf sowas ist niemand vorbereitet. Aber wir treiben die Nutzung von modernen Kommunikationsmedien, flexibles Arbeiten usw. schon lange voran. In einer Krise wie der jetzigen und auch in der Zeit danach nutznießen wir selbst und damit in erster Linie auch unsere Kunden davon. Das unser Außendienst nicht vor Ort sein kann, ist selbstredend nicht optimal. Allerdings haben wir eine sehr nahe und teils Jahrzehnte lange partnerschaftliche Verbindung zum Handel. Momentan sind wir näher zusammen, als jemals zuvor.

Auf sowas ist niemand vorbereitet.

Wie ist Ihre Message?

Peter Wilson: Lassen Sie uns gemeinsam das Beste aus dieser schwierigen Situation machen. Deutschland hat das Potential gestärkt durch diese Krise zu kommen. Wir sind und bleiben für unsere Kunden und auch Konsumenten erreichbar. Das ist unser Versprechen als deutscher Hersteller und Steuler Fliesengruppe.

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1 Kommentar
  1. Thomas sagt

    Die Coronakrise trifft alle. Hier heisst es von Herrn Wilson ,wir sind für Euch da,das klingt so als ob andere Firmen (hauptsächlich sind da wohl die spanische und italienische Industrie gemeint)nicht für Ihre Kunden da sind. Hier zeigt sich das die deutsche Mentalität siehe auch die Hagebau Skonto Geschichte
    Ich persönlich schäme mich dafür. Ich bin stolz auf die italiensche Firma die 1 Million an Krankenhäuser spendet.
    Davon habe ich noch nichts von der Deutschen Keramikindustrie gehört.

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