Durch die an beiden Stirnseiten fächerartig verschwenkten Fassaden entsteht ein wortwörtlich richtungsweisendes Gebäude, das die Fußgängerströme vom Hauptbahnhof in Richtung Innenstadt lenkt. Foto: Agrob Buchtal / Jochen Stüber

Duisburger Bürogebäude: Markant, elegant, nachhaltig

Keramikfliesen der Kollektion Nova von Agrob Buchtal schaffen einen eleganten Stil

Bei dem Büro-Neubau Mercator One in Duisburg verzichteten Hadi Teherani Architects fast komplett auf Kunststoffe und Verbundkomponenten und setzten stattdessen auf wenige nachhaltige Materialien. Keramikfliesen der Kollektion Nova von Agrob Buchtal tragen in den Erschließungs- und Sanitärbereichen maßgeblich dazu bei, einen eleganten und zugleich wohltuend neutralen Hintergrund für die individuellen Mietbereiche zu schaffen.

Seitdem die tiefliegende Schneise der Autobahn A59 mit einem Betondeckel versehen ist, treffen Reisende beim Verlassen des Duisburger Hauptbahnhofs nicht mehr auf tosenden Verkehr und parkende Autos. Sie werden vielmehr von einem weitläufigen Platz empfangen, der mit Wasserspielen, Magnolienbäumen, einer Veranstaltungsfläche und eigens gestalteten Sitzmöbeln zum Verweilen einlädt. Dass dieser Platz zudem als Entrée zur Innenstadt dient, kommt auf subtile Weise auch in der wortwörtlich richtungsweisenden, fächerartig verschwenkten Fassade des Bürogebäudes zum Ausdruck, das dem denkmalgeschützten Bahnhof direkt gegenüberliegt. Der nach Plänen des Hamburger Büros Hadi Teherani Architects auf einem ehemaligen Parkplatz errichtete Neubau trägt – abgeleitet von der postalischen Adresse – die Bezeichnung Mercator One.

Zurückhaltend und temperamentvoll zugleich

Mit seiner klar gegliederten Fassade aus gleichförmigen raumhohen Fenstern und einem streng rechteckigen Raster aus anthrazitfarbenen Aluminiumpaneelen vermittelt der Neubau unaufgeregte Präsenz. Damit harmoniert Mercator One wunderbar mit dem Anfang der 1930er-Jahre im Stil der Neuen Sachlichkeit errichteten und in Sichtweite befindlichen Bahnhofsgebäudes. Dank der geschossweise in gleichmäßigen Schritten verdrehten Etagen wirkt das 100 m lange, 17 m breite und 26 m hohe Gebäude zugleich aber auch ausgeprägt dynamisch. Beträgt diese Drehung an den Längsseiten auf ganzer Länge kaum spürbare 30 cm, kragt das 5. Obergeschoss an beiden Stirnseiten stattliche 14 m über das Erdgeschoss aus. „Diese Bewegtheit lässt den Baukörper aus jeder Perspektive ein wenig anders erscheinen. Darüber hinaus lenkt sie die Blicke und Bewegungsflüsse der Passanten auf dem Weg vom Bahnhof zur Innenstadt“, erläutert der projektverantwortliche Architekt Bernd Muley.

Stringentes Materialkonzept als Plädoyer für die Kreislaufwirtschaft

Entscheidend für die Auswahl der Materialien bei diesem Projekt war der eng gesteckte Kostenrahmen, der den Architekten aber nicht ungelegen kam. Schließlich wollten sie ohnehin keine Glamourarchitektur, sondern ein auf solide Art elegantes Gebäude schaffen, dessen Charakter Duisburg als Stadt der Arbeiter und der Metallindustrie widerspiegelt. Dieser Idee folgend entwickelten sie ein Konzept, das nur wenige Materialien – vor allem Aluminium, Beton, Stahl, Glas und Keramik – vorsah und den Einsatz von Kunststoffen und Verbundkomponenten vermied. Auf diese Weise ist es möglich, die Baustoffe am Ende der Lebensdauer des Hauses sortenrein rückzubauen und als wertvolle Ressource der Kreislaufwirtschaft zuzuführen. Dass diese Form der Nachhaltigkeit auch heute schon funktioniert, zeigen die Architekten am Beispiel der Aluminiumfassade: Deren Paneele bestehen aus bis zu 90 % recyceltem Aluminium, das aus Abrissprojekten, Autos und Lebensmittelverpackungen gewonnen wurde.

Keramikfliesen als souveräner Rahmen

Puristisch-elegante Materialien prägen das Foyer: Großformatige keramische Bodenfliesen der Serie Nova (Basalt), Wände aus Faserbetonplatten, Türen und Briefkästen aus gewachstem Stahlblech. Foto: Agrob Buchtal / Jochen Stüber

„Gemäß unserem Anliegen, nur reine, ehrliche Materialien zu verwenden verfügt das Gebäudeinnere über die gleiche puristisch-elegante Anmutung wie die Fassade“, sagt Muley. „Die öffentlichen Bereiche wie z. B. das Foyer und die Aufzugsflure folgen dabei dem zum Ruhrgebiet passenden Credo ‚rough and tough‘.“ Nach Passieren der Foyerverglasung, die als Reminiszenz an den Kartografen Gerhard Mercator mit einer pixeligen Weltkarte bedruckt ist, steht man daher in einem gestalterisch reduzierten Foyer mit authentisch-rohen Materialien. Die Wände sind mit naturbelassenen Faserbetonplatten bekleidet. Türen und Briefkästen bestehen aus gewachstem Stahlblech, dessen dunkler Farbton mit den Fensterprofilen korrespondiert. Und am Boden finden sich Keramikfliesen der Kollektion Nova der Marke Agrob Buchtal in der Farbstellung Basalt. Die 60 x 120 cm großen und unregelmäßig steinig-erdig gezeichneten Fliesen gehen nahtlos in den Aufzugsvorraum über. Dort setzt sich der Sauberlaufteppich des Foyers im Sinne visueller Barrierefreiheit als mittiges Band aus mittelgrauen Fliesen fort. Hinzu kommt eine Art Intarsienarbeit aus abwechselnd basalt- und mittelgrauen Fliesenstreifen, die pfeilförmig auf den Aufzugtaster weist.

Wohltuend unprätentiös

Wer den ebenfalls mit großformatigen Keramikfliesen der Kollektion Nova ausgestatteten Aufzug nach oben nimmt, gelangt in die analog zum Foyer von wenigen ausgewählten Materialien geprägten Verteilerflure vor den vier gewerblich genutzten Mieteinheiten mit Flächen zwischen 360 und 430 m². Deren Sanitärbereiche und Teeküchen verfügen über die gleichen basaltgrauen Bodenfliesen wie im Foyer,  teilweise ergänzt durch basalt- und mittelgraue Wandfliesen. Die bis ins kleinste Detail durchdachte puristische Stringenz endet schließlich an den Türen zu den Mietbereichen. Dort wird dann klar, welch angenehm neutralen Hintergrund die Erschließungs- und Sanitärbereiche bilden, um dadurch im Umkehrschluss die Individualität der Mieterausbauten zu unterstreichen.

Die zeitlose Ästhetik fernab von modischer Kurzlebigkeit ist ebenso ein Garant für eine lange Nutzungsdauer des Gebäudes wie die Dauerhaftigkeit und hohe Qualität der Materialien. Beispielsweise verfügen die robusten, aus natürlichem Ton bestehenden Keramikfliesen von Agrob Buchtal über die werkseitige Veredelung „Hytect“, die Tag für Tag wertvollen Zusatznutzen bringt: Diese innovative Lösung minimiert nicht nur den Reinigungsaufwand, sondern baut Luftschadstoffe sowie störende Gerüche ab und wirkt antibakteriell ohne Chemie. Zukunftssicher sind aber auch der Verzicht auf Verbundmaterialien, um so das spätere Recycling zu erleichtern, und die Flexibilität der Grundrisse. Dank tragender Außenfassade sind die Büroflächen nahezu stützenfrei, so dass sie sehr flexibel bespielbar sind und vielfältige Nutzungsszenarien ermöglichen.

Basalt- und mittelgraue Fliesenstreifen weisen pfeilförmig zum Aufzugtaster. Im Lift kamen auch großformatige Keramikfliesen der Serie Nova zum Einsatz, die als geschossübergreifendes Bindeglied fungieren. Foto: Agrob Buchtal / Jochen Stüber

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