Cadix Krankenhaus in Antwerpens neuem Trendquartier

Malerischer Akzent dank keramischer Fassadenelemente von Tonality

Mit dem Klinikneubau Cadix Ziekenhuis vom Architekturbüro Robbrecht & Daem, Gent, entstand ein markantes „Scharnier“ zwischen einem neuen Landschaftspark, den Docks und der Innenstadt von Antwerpen. Dabei übernimmt der neue, bis zu 20 Stockwerke hohe Klinikkomplex gleich mehrere Aufgaben: Er dient der Stadt als Zentrum für Maximalversorgung, stellt nach Aussagen des Betreibers ZNA eine Referenz für moderne medizinische Dienstleistungen dar und ist Teil eines sich weiter entwickelnden Hochhausclusters. Für die harmonische Einbindung des massiven Baukörpers in die Landschaft sorgen keramische Fassadenelemente in den Farben Blau und Grün von Tonality. Elf Jahre Bauzeit liegen mittlerweile hinter dem Klinikkomplex, der 361 Patientenbetten bereithält. Nach der kommenden Eröffnung wird er zwei bestehende Krankenhäuser des Ziekenhuis Network Antwerpen ZNA ersetzen. Für eine Klinik dieser Größe ist das bebaute Grundstück eher klein. Und liegt nicht, wie zu vermuten wäre, am Rande der Stadt, sondern am Innenstadtrand. Im Zuge eines bereits seit zwei Jahrzehnten laufenden Stadterneuerungsprozesses im Norden der Stadt ist aus einem klassischen Hafenviertel mit Docks ein Trendquartier erwachsen. Zudem wurde das Gelände eines unmittelbar zum namensgebenden Cadix-Viertel benachbarten Bahnbetriebswerks in einen 20 Hektar großen Landschaftspark umgewandelt, der nun als „Park Spoor Noord“ direkt an den neuen Klinikkomplex grenzt.

Einkaufsstraße und Gesundheitsboulevard

Die sowohl an den Außenfassaden als auch im Innenbereich verbauten keramischen Elemente in den markanten Farben Blau und Grün sorgen für einen „malerischen“ Akzent.
Die sowohl an den Außenfassaden als auch im Innenbereich verbauten keramischen Elemente in den markanten Farben Blau und Grün sorgen für einen „malerischen“ Akzent. Foto: Tonality / Sven-Erik Tornow

Aufgrund der Grundstücksgröße organisierten die international renommierten Architekten Robbrecht & Daem gemeinsam mit den Krankenhausspezialisten von VK Architekten & Ingenieure den Gebäudekomplex vertikal. Im Ergebnis ist die Klinik in einen achtstöckigen Sockelbau und zwei schlankere, vier und zwölf Stockwerke umfassende Aufbauten unterteilt. Zur Vernetzung mit den umliegenden Quartieren fungiert das Erdgeschoss als eine Mischung aus Einkaufsstraße und Gesundheitsboulevard. Neben öffentlich zugänglichen Ladengeschäften und Gastronomieangeboten finden sich hier auch ambulante Gesundheitsangebote, Untersuchungszentren und medizinisch-technische Dienste. Zudem ist der gesamte Bereich sowohl für Fußgänger wie für Radfahrer nutzbar. Ein mehrstöckiges Atrium bildet die Mitte der unteren Etagen, in der eine monumentale Beton-Wendeltreppe alle Blicke auf sich zieht. Über diese gelangt der Besucher ins dritte Geschoss, wo Panoramalounges und Aussichtsterrassen den Blick auf die Stadt und den Hafen freigeben. Die klassische motorisierte Erschließung des Klinikkomplexes einschließlich der Anlieferung und des Rettungsdienstes erfolgt über das Untergeschoss, wo sich auch knapp 1.000 Parkplätze befinden. Alle Einrichtungen der stationären Krankenversorgung wie Patientenzimmer, Untersuchungsbereiche, OPs und Labore sind in den Geschossen oberhalb der dritten Etage angeordnet. Die Verwaltung findet sich in den obersten Turmetagen. Neben großzügigen Außenanlagen sorgen mehrere Innenhöfe für Auflockerung des Gebäudekomplexes und zusätzliche Belichtung der Innenräume.

Wohlbefinden und Natürlichkeit

Wie die Architekten selbst erklären, zeichnet sich das Cadix-Ziekenhuis durch eine gewisse Strenge und Urbanität aus. Um dem entgegenzuwirken, brachten sie ein hohes Maß an Wohlbefinden und Natürlichkeit in das Projekt ein. Neben den bereits erwähnten Außenbereichen, dem überaus hohen Anteil an Tageslichteinfall und der zentralen Wendeltreppe als organisches Element in dem streng orthogonalen Baukörper sorgen die sowohl an den Außenfassaden als auch im Innenbereich verbauten keramischen Elemente in den markanten Farben Blau und Grün für einen „malerischen“ Akzent. Dabei assoziiert die Farbgebung einerseits die typische Funktion des Krankenhauses, ermöglicht andererseits eine optische Reduzierung des massigen Baukörpers und damit verbunden die harmonische Einbindung in die umgebende Landschaft.

Keramische Elemente aus dem Westerwald

Sowohl die unterschiedlichen Farben als auch die regelmäßigen Wellenkämme der Elementoberflächen sorgen je nach Lage und Lichteinfall für ein ganz individuelles Farbspiel.
Sowohl die unterschiedlichen Farben als auch die regelmäßigen Wellenkämme der Elementoberflächen sorgen je nach Lage und Lichteinfall für ein ganz individuelles Farbspiel.
Foto: Tonality / Sven-Erik Tornow

Zur Gestaltung der Fassaden und der Innenwände mit einer Gesamtfläche von 16.000 m2 entschieden sich die Architekten für die keramischen Fassadenelemente des Westerwälder Herstellers Tonality, ein Unternehmen der Firmengruppe Leipfinger-Bader. Überzeugt hatte sie neben der Robustheit und dem permanenten Graffiti-Schutz die Oberflächenprofilierung sowie die breite Farbpalette des Modells „Ondo“. Wellenkämme im Abstand von 25 mm gliedern die Oberfläche des Tonality Ondo und verleihen ihm in Kombination mit einer der über 50 Standardfarben ein besonders edles Design. Darüber hinaus war das deutlich geringere Gesamtgewicht der edlen Fassadenkeramik aus dem Westerwald bei der Materialentscheidung mit entscheidend. Denn die besonders schlanken und dennoch überaus robusten keramischen Elemente von Tonality waren in Summe rund 160 t leichter als vergleichbare Wettbewerbsprodukte.

Sowohl das geringe Gewicht wie auch die weiteren herausragenden Produkteigenschaften der HighEnd-Keramik ermöglicht das unternehmenseigene MCS-Verfahren. Hierbei werden ausgewählte Westerwälder Tone mikrofein gemahlen und nach dem Mischen in einem Vakuum-Extrudierverfahren mit bis zu 30 bar Pressdruck stranggepresst und anschließend bei cirka 1.200° Celisus bis zur Sinterung gebrannt. So entsteht ein besonders widerstandsfähiger Scherben, der in Verbindung mit hochwertigen Glasuren dauerhaft UV-beständig und farbecht bleibt. Zum System der keramischen Tonality Fassadenelemente gehören zwei patentierte Befestigungssysteme. In deren vertikal verlaufenden Halteprofilen aus Aluminium werden die rückseitig profilierten keramischen Elemente formschlüssig und zwängungsfrei eingehängt und fixiert.

Wellenkämme mit besonderem Farbspiel

In Antwerpen kam das BAS Basisagraffensystem zum Einsatz. Es ermöglicht eine schnelle und effiziente Montage, da Fugen- und Trageprofil bereits werkseitig miteinander verbunden sind. Die belgischen Fassadenbauer der Allard & Fils aus Beersel montierten das BAS-Profil gemäß der objektbezogenen Verlegepläne. Anschließend konnten die keramischen Elemente in die System-UK eingehangen werden. Die HighEnd-Keramik wurden werkseitig in zwei unterschiedlichen Formaten millimetergenau konfektioniert und jeweils in den Farben Blau und Grün angeliefert. Die farbliche Verteilung der Elemente an den Fassaden und Innenwänden erfolgte gemäß den Vorgaben der Architekten. Sowohl die unterschiedlichen Farben als auch die regelmäßigen Wellenkämme der Elementoberflächen sorgen je nach Lage und Lichteinfall für ein ganz individuelles Farbspiel.

Auch wenn die keramischen Elemente für eine optische Akzentuierung des Klinikkomplexes sorgen, bleiben sie dank der gelungenen Farbwahl unaufdringlich und dezent. Damit sorgen die profilierten Fassadenelemente des Cadix Krankenhauses in Antwerpen einerseits für den gewünschten malerischen Akzent und andererseits für die ausgewogene Eingliederung des Bauwerks in das neue Trendquartier.

In seiner vertikalen Struktur immer wieder aufgelockert vermittelt die Farbgebung der Fassade zugleich eine optische Reduzierung des massigen Baukörpers.
In seiner vertikalen Struktur immer wieder aufgelockert vermittelt die Farbgebung der Fassade zugleich eine optische Reduzierung des massigen Baukörpers. Foto: Tonality / Sven-Erik Tornow

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