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Umsatz des italienischen Keramikdistrikts -3,6% im ersten Quartal 2018

Keramikexport aus Italien nach Deutschland, Frankreich und in die USA rückläufig

Der italienische Keramikdistrikt um Sassuolo registrierte im ersten Quartal 2018 rote Umsatzzahlen: Ein Umsatzrückgang von 3,6% wird dabei auf den rückläufigen Export nach Deutschland, Frankreich und in die USA zurückgeführt. Positiv entwickelt sich hingegen der Binnenmarkt.

Der italienische Keramikdistrikt um Sassuolo repraesentiert mit 90 Firmen 80% der italienischen Fliesenproduktion  – und schrieb im ersten Quartal 2018 rote Umsatzzahlen: Ein Umsatzrückgang von 3,6% wird dabei auf den rückläufigen Export nach Deutschland, Frankreich und in die USA zurückgeführt. Positiv entwickelt sich hingegen der Binnenmarkt. Allerdings gehen 85% der Produktion ins Ausland, Deutschland ist der wichtigste Absatzmarkt für italienische Fliesen. Die Daten zum Geschäftsjahr 2017 der gesamten italienischen Fliesenindustrie finden Sie hier auf 1200Grad.

Ein Einbruch von 13,1% bei in Modena und Reggio Emilia produzierten Maschinen und Anlagen für die Keramikindustrie wird verzeichnet, während die Maschinenbaubranche insgesamt stabil bleibt und beispielsweise die Landwirtschaftsmaschinen aus Modena und Reggio Emilio ein Plus von 5,2%. Negativ ist auch der Verkauf von Verpackungsanlagen aus Bologna (-5,1%). Allerdings sollte in diesem Zusammenhang die starke Investitionstätigkeit im Rahmen des staatlichen Förderprogramms Industria 4.0 berücksichtigt werden, das sich im ersten Quartal 2017 noch mit einem satten Plus von 60,6% ausgewirkt hatte. 1200Grad hatte hier berichtet.

Das ergibt eine Analyse der italienischen Bank Intesa San Paolo, in der die Exportzahlen der 19 Industriedistrikte der italienischen Region Emilio Romagna für das erste Quartal 2018 veröffentlicht wurden.

Mit dem Begriff Industriedistrikt wird in Italien ein System beschrieben, das regional stark konzentrierte Produktionsbereiche einer Branche auch rechtlich organisiert. Die meisten so genannten Distrikte befinden sich in Nord- und Mittelitalien. Es handelt sich dabei um hochspezialierte, häufig kleine und mittelgroβe Unternehmen, die in einem engen Geflecht von Beziehungen zueinander stehen. Dadurch können die Unternehmen auf hochqualifizierte Arbeitskräfte und Know-How zugreifen, die Anbieter von Technologie und Maschinen entwickeln in enger Zusammenarbeit mit den Anwendern innovative Lösungen. Mitbewerber beobachten sich einerseits auf engstem Raum, bilden gleichzeitig aber Synergien, um auf dem Weltmarkt als regionales, arbeitsteiliges Produktionssystem wettbewerbsfähig und erfolgreich zu bleiben. Die italienischen Industriedistrikte werden als erfolgreiche „Case History“ sowohl von den Industrie- als auch von Schwellenländern wie China mit Interesse beobachtet und verfügen in vielen Bereichen, wie zum Beispiel in der Keramik, über eine Leaderposition auf dem globalen Markt.

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