Mit Time of Spain hat der spanische Herstellerverband ASCER zweifellos einen klugen organisatorischen Rahmen für die zahlreichen Hausmessen seiner Mitglieder geschaffen. Die Bündelung unter einer gemeinsamen Dachmarke sorgt für Sichtbarkeit, Struktur, ist eine organisatorische Klammer und eine klare Botschaft: Spanien steht geschlossen hinter seiner Keramikindustrie.
Die spanischen Gastgeber präsentierten sich dabei von ihrer besten Seite – mit einem ebenso sorgfältig kuratierten Fachprogramm wie mit kulturellen Highlights, die dem „Premiere Event“ Atmosphäre und Persönlichkeit verliehen. Man merkte schnell, dass es nicht nur um Produktneuheiten ging, sondern auch um Beziehungspflege und Emotion.
Gleichzeitig wurde deutlich, dass ein solches Konzept eine klassische Messe nicht vollständig ersetzen kann. Architekten und Verleger aus Deutschland sind traditionell in Spanien nur spärlich anzutreffen, viele Händler arbeiten ohnehin nur mit zwei oder drei spanischen Lieferanten zusammen und besuchen diese gezielt individuell. Wer jedoch nur einzelne Hersteller sieht, dem fehlt der direkte Vergleich – Trends lassen sich schwerer einordnen, Marktbewegungen weniger klar erkennen. Zudem gewinnen die Produzenten auf diesem Weg kaum neue Kontakte; das Format stärkt vor allem bestehende Partnerschaften.
Vor diesem Hintergrund wird die internationale Messe-Plattform der Cevisama weiterhin schmerzlich vermisst. In Gesprächen vor Ort war durchaus zu spüren, dass auch auf Herstellerseite die große, gemeinsame Bühne fehlt – als Schaufenster, Taktgeber und Treffpunkt der gesamten Branche. Ob sich die Hausmessen im Verbund mit „Time of Spain“ langfristig als tragfähiges Konzept etablieren, bleibt daher abzuwarten. Der Auftakt war engagiert und sympathisch – doch die Strahlkraft einer echten Leitmesse ersetzt er bislang nicht.





