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Scharfe Kritik der Hersteller am Verhalten einiger Händler in der Corona-Krise

Hornbach, Bauhaus und Eurobaustoff liefern positive Beispiele für den Umgang in der Krise

Nach unserem Bericht über ein Schreiben der hagebau, in dem die Kooperation ihre Lieferanten aufgrund der Corona-Krise eine Skontoverlängerung abverlangt, haben uns zahlreiche Anrufe und Mails diverser Hersteller erreicht, die das Vorgehen der hagebau aufs schärfste verurteilen.

Herstellerverbände appellieren an den BHB

Anscheinend wurden inzwischen auch anderer Herstellergruppen von den aktuellen Praktiken einiger Handelshäuser aufgeschreckt. So haben z.B. die Vorstände des Herstellerverband Haus & Garten e.V. und des Industrieverband Garten (IVG) e.V. am vergangenen Freitag in einem gemeinsamen Schreiben an die Vorstände des BHB – Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten e.V. ihr Unverständnis für die Bitten der Handelspartner nach verlängerten Zahlungszielen/Valuta und anderen Maßnahmen der Liquiditätsverbesserung geäußert.

Die beiden Vorstände von HHG und IVG haben nochmals deutlich an die BHB-Handelspartner appelliert:
„Wir möchten hiermit deshalb noch einmal an alle Stakeholder unseres Marktes appellieren, die eigenen Schwierigkeiten nicht zulasten anderer Markteilnehmer, seien es die Lieferanten oder auch die marktbegleitenden Handelspartner, bewältigen zu wollen. Alle Unternehmen stehen vor denselben Herausforderungen und die fehlende Liquidität ist für alle Wirtschaftsbeteiligte die größte Existenzbedrohung. … Solidarität und Sensibilität im Umgang mit oftmals langjährigen Wegbegleitern sollten jederzeit Vorrang haben vor den verständlichen Schwierigkeiten eines jedes Unternehmens.“

Nun trudeln auch Reaktionen aus anderen Handelsunternehmen ein, die jedoch ganz gegensätzlich zu den Reaktionen der hagebau sind. Dieses Handelsgruppen kommen ihren Lieferanten sogar entgegen. Und sie kommen gerade aus der immens Preis geprägten Baumarktbranche, wo sich die Unternehmen Hornbach und bauhaus zum aktuellen Status Quo äußern.

Hornbach: Gerade in Krisenzeiten  partnerschaftliches Miteinander pflegen

So heißt es in einem Schreiben von Hornbach an die Lieferanten: „Für unser Unternehmen gilt auch in der aktuell sicherlich nicht einfachen Situation, dass wir die gute und faire Partnerschaft mit Lieferanten und Dienstleistern pflegen und nicht durch einseitige Maßnahmen infrage stellen. Hornbach kommt seinen Zahlungsverpflichtungen wie gewohnt pünktlich nach. Gerade in Krisenzeiten kann ein partnerschaftliches Miteinander nicht hoch genug geschätzt werden. Wir halten daran fest und sind überzeugt, dass wir dadurch die Herausforderungen gemeinsam bestmöglich meistern.“

Bauhaus: Teillieferungen werden erlassen, Pönalisierung der Lieferquote und des Disposervice ausgesetzt

Auch von der BAHAG/Bauhaus (Bauhaus ist nicht Mitglied im BHB) ist ein Schreiben bekannt das zu den “Liquiditätswünschen” der Marktbegleiter informiert. Darin heißt es:

„Die derzeitigen Ereignisse überschlagen sich fast stündlich und führen zu massiven Einschränkungen unserer beider Geschäftsabläufe auch die unterschiedliche Handhabung in den Bundesländern macht ein planbares Handeln schwierig. Dennoch sind wir davon überzeugt dass wir diese außergewöhnliche Situation nur solidarisch und vor allem partnerschaftlich meistern können.

Wir bitten Sie eindringlich die laufen Geschäftsprozesse so schnell und effizient wie möglich zu gewährleisten. Wir werden uns als zuverlässiger Partner Ihnen gegenüber erweisen. Deshalb werden wir in Ausnahmefällen Teillieferung zulassen. Darüber hinaus haben wir uns in dieser „surrealen“ Zeit entgegen der vertraglichen Vereinbarung dazu entschlossen die Pönalisierung der Lieferquote und des Disposervice bis auf weiteres auszusetzen. Die Aussetzung der Servicepönale gilt für den Zeitraum vom 16. März bis einschließlich 30.4.2020. Die Deaktivierung der Lieferpönale findet im Zeitraum vom 24. Februar bis einschließlich 30.4.2020 statt. Den vorgenannten Zeitraum halten uns hiermit ausdrücklich vor. Diese Handhabung setzt jedoch voraus dass uns dadurch keine Nachteile in der Belieferung entstehen. Sollten wir eine deutliche Verschlechterung Ihrer Lieferperformance verstellen behalten wir uns vor diese kulanter Regelung neu zu bewerten.

Wir möchten Sie weiterhin darüber informieren, dass wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine finanzielle Forderung oder Änderung der vertraglichen Zahlungsmodalitäten anstreben.

Es ist uns bewusst, dass in diesen schwierigen Umfeld um Mitarbeiter, Familien und Existenzen geht und gerade jetzt Partnerschaft nicht nur eine Wortfloskel sein darf. Wir werden unseren Verpflichtungen vertragsgemäß erfüllen in Erwartung, dass sie dies ebenfalls sicherstellen. Unser Anliegen ist es mit ihn auch nach der Krise unsere erfolgreiche und vertrauensvolle Zusammenarbeit fortzusetzen.“

Eurobaustoff: Kommen Zahlungsverpflichtungen nach

Auch von der Eurobaustoff kommen Hinweise, dass man seinen Zahlungsverpflichtungen pünktlich nachkommen will. Dazu heißt es in einer Stellungnahme der Eurobaustoff bzgl. der vertraglichen Vereinbarungen zu Zeiten von Corona sowohl mit Gesellschaftern als auch Industriepartnern: “Die Eurobaustoff erklärt, dass sie sich an bestehende Verträge sowohl mit ihren Gesellschaftern als auch mit ihren Industriepartnern hält. Das schließe ausdrücklich Skonto- und Zahlungsvereinbarungen ein.  Wir sind der festen Überzeugung, dass wir die Krise nur gemeinsam und in partnerschaftlichem Umgang bewältigen können“, so Dr. Eckard Kern, Vorsitzender der Eurobaustoff Geschäftsführung.

Dr. Eckard Kern. Foto: Eurobaustoff

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