Quo vadis: Italien nach dem Referendum

Mit einer Wahlbeteiligung von 65,47% haben die Italiener am 2. Dezember 2016 die von Matteo Renzi vorgeschlagene Verfassungsreform mit einem klaren Nein von 59,11% Prozent abgelehnt. Der italienische Ministerprӓsident zog noch am Wahlabend wie im Vorfeld angekündigt die Konsequenzen –  und gab seinen Rücktritt bekannt. Allerdings hat Italiens Präsident Sergio Mattarella dann Regierungschef Matteo Renzi dazu aufgefordert, noch bis zur Verabschiedung des Haushalts 2017 im Amt zu bleiben. Die italienischen Medien rechnen damit, dass Renzi innerhalb der nächsten Tage, vielleicht bereits am 9.12.2016, offiziell zurücktritt. Ob danach Neuwahlen stattfinden werden oder zunächst eine provisorische Regierung eingesetzt wird, ist derzeit noch unklar.

Auf Anfrage unserer Redaktion beim italienischen Unternehmerverband der Keramikindustrie, Confindustrie Ceramica, wollte man aufgrund der zur Zeit noch unüberschaubaren Lage und der Dynamik der Situation noch keine Stellungnahme zu den möglichen Auswirkungen des Referendums auf die Export orientierte Keramikindustrie abgeben.

Der Verband der gesamten italienischen Industrie hatte offiziell für die Verfassungsreform Position bezogen. Präsident Vincenzo Boccia gab gegenüber der italienischen Nachrichtenagentur ANSA an, dass Confindustria weder Meinungsumfragen noch Wahlergebnissen folge – und bestätigt seine die Ansicht, dass die Reform „die Voraussetzung war, um das Land zu modernisieren.“

Italien hält mit 2,2 Billionen Euro den Staatsschulden-Rekord innerhalb der Euro-Zone. Mit einer Wirtschaftsleistung von 1,6 Billionen Euro ist das Land die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone. (Zahlen: Die Welt).

 

 

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