Qualifizierungsveranstaltung „Schnittstelle Nassraum“

Nur gemeinsam sind wir stark. So eröffnete Oldenburgs Fliesenleger-Obermeister Stefan Bohlken die ausgebuchte Qualifizierungsveranstaltung „Schnittstelle Nassraum „ am 17. November 2017 im Bildungszentrum der Bauwirtschaft – BAU-ABC Rostrup. Nach mehrmonatiger Vorbereitung fand das Gesamtkonzept in Abstimmung mit dem Obermeister der Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Oldenburg, Erhard Lamberti, nach Bekanntgabe schnell einen enormen Zuspruch. Dreizehn Aussteller aus dem Zuliefererbereich und 98 Seminarteilnehmer aus den Oldenburger Innungen, aber auch aus ganz Niedersachsen, meldeten sich hierfür an.

Sowohl im Neubau als auch im Sanierungssektor komme es bei der Herstellung von Bädern und Duschen immer wieder zu ärgerlichen und durchaus vermeidbaren Problemen. In den meisten Fällen sei die Koordination der Arbeitsabläufe und die Zweckmäßigkeit der verwendeten Materialien sowie die Abstimmung zwischen dem Installateur und Fliesenleger die Ursache, bestätigen zahlreiche Fachleute.

Das Resultat sind leider Schäden, wie z.B. Undichtigkeiten im Bereich der Punkt- und Linienentwässerungen, an Rohrdurchführungen, unzureichende Höhen für das vorgeschriebene Gefälle oder die Zerstörung der Abdichtungsebene durch die Montage von Duscheinrichtungen. Da in der Regel der Fliesenleger der Leidtragende ist, entstand im Kreis der Fliesen- und Natursteinleger Innung Oldenburg die Idee, diese Problematik aktiv anzugehen und das direkte Gespräch mit den Betrieben des regionalen Installateur- und Heizungsbauerhandwerks zu suchen.

Die Zielsetzung sollte sein, die „andere Seite“ zu verstehen, Missverständnisse zu erörtern, Zusammenhänge zu erklären und gemeinsam Wege zur fachgerechten Lösung zu finden. Zu diesem Zweck wurden praxiserfahrene Referenten verpflichtet und den interessierten Unternehmern (mit und ohne Innungsmitgliedschaft) angeboten, ihre Partnerbetriebe zu informieren und mitzubringen.
Fliesenlegermeister Marcus Kohl, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger aus Grünstadt, erläuterte in seinem Einstiegsreferat das für das kommende Jahr angekündigte und von ihm mit erarbeitete ZDB-Merkblatt „Schnittstelle Nassraum“. Hervorzuheben sei aus seiner Sicht die Forderung, dass in Zukunft das Gewerk, welche die Rinne bzw. den Bodenablauf liefert, auch die Abdichtung herstellen soll.

Im zweiten Referat „Fliesenbranche 2025“ stellte Werner Altmayer die Arbeit der Europäischen Union der Fliesenfachverbände vor und präsentierte den Teilnehmern Statistiken und Prognosen über die zu erwartende Entwicklung auf dem Fliesenmarkt. Dies war für alle Teilnehmer insoweit interessant, weil der zu erwartenden Nachfrage im Bad-Sanierungsbereich ein Rückgang der beschäftigten Fachkräfte gegenübersteht. Desweiteren stellte er die verschiedenen EUF Werbekonzepte vor.

Im dritten Vortrag des Seminartages ging Dipl. -Ing. Bernd Staats, Sachverständiger Ingenieur – Duisburg, auf das Thema Nasszellenabdichtung aus Sicht des Installateur- u. Heizungsbauerhandwerks ein. Er stellte einige Praxisfälle aus seiner Tätigkeit als Sachverständiger vor und gab Anregungen zur Schadensvermeidung.

Abschließend wurde im Vortrag von Joachim Bredenbeck, Team Direkt IPR Modul Systeme GmbH, Landsberg, das aus Kundensicht und auch für die Beschäftigten wichtige Thema: Staubbelastung und staubfreies Arbeiten“ erörtert und Problemlösungen bzw. Wege zur Entlastung vorgestellt.

Es bleibt die Frage, ob die Formulierung „staubfreies Arbeiten“ eine gute Wahl sei, betonte Bredenbeck, weil hierdurch etwas versprochen wird, was letztendlich in der Baustellensituation kaum einzuhalten sei. Wird es in dieser Form mit einem Kunden kommuniziert und dadurch Vertragsgrundlage, könnten daraus größere Probleme resultieren. „Staubreduziertes Arbeiten“ wäre seiner Meinung nach als Titel die bessere Wahl gewesen.
Im Anschluss an die informativen Fachvorträge wurden weiterführende Gespräche mit den Vertretern der anwesenden Fachaussteller genutzt und Geschäftskontakte geknüpft. Im Interesse seiner Kunden und aufgrund des großen Schulungsbedarfs wird die Fliesenleger-und Natursteinleger-Innung Oldenburg in Kürze weitere ZERT-Fliese Qualifizierungsseminare anbieten, schloss Obermeister Bohlken die gelungene Veranstaltung, nicht ohne sich bei der Innungsgeschäftsstelle im Haus der Kreishandwerkerschaft Oldenburg und dem Ausbildungszentrum „BAU-ABC, Rostrup für die konstruktive Unterstützung zu bedanken.

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