Fernando Roig, Präsident der Pamesa Grupo Empresarial, hat kürzlich die Geschäftszahlen der Gruppe für 2025 sowie die Prognosen für 2026 vorgestellt. Am Hauptsitz von Pamesa erklärte Roig vor Medienvertretern, dass die Holding das Geschäftsjahr 2025 mit einem Umsatz von 1,147 Milliarden Euro abgeschlossen habe – ein Plus von 1 % gegenüber dem Vorjahr (1,133 Milliarden Euro).
Die Zahlen spiegeln ein insgesamt stabiles Geschäftsjahr wider. Während der Keramikbereich mit 926 Millionen Euro Umsatz auf Vorjahresniveau blieb, sorgten die Geschäftsbereiche Energie und Rohstoffe mit Zuwächsen von 16 % beziehungsweise 6 % für zusätzlichen Rückenwind. Der Gewinn vor Steuern belief sich auf 101 Millionen Euro nach 114 Millionen Euro im Jahr zuvor.
Roig stellte die Bilanz vor dem Hintergrund eines aus seiner Sicht schwierigen Umfelds für die spanische und italienische Keramikindustrie vor. Hohe Energiekosten, zunehmender regulatorischer Druck sowie die Herausforderung, die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, belasteten die Branche weiterhin erheblich.
Reform des europäischen Emissionshandelssystems
Besonders kritisch äußerte sich der Pamesa-Präsident zur Reform des europäischen Emissionshandelssystems (EU-ETS) für den Zeitraum 2026 bis 2030. Die vorgesehene Kürzung kostenloser CO₂-Zertifikate könne für die spanische Keramikindustrie Mehrkosten von bis zu 163 Millionen Euro verursachen. „Das ist ein schwerer Schlag für die spanische und italienische Keramikindustrie. Ich weiß nicht, ob uns der politische Einfluss fehlt oder ob man uns schlicht nicht zuhört. Italien macht mehr Druck, aber wir befinden uns in einer sehr schwierigen Lage“, sagte Roig.
Zugleich warnte er vor herausfordernden Jahren für die Branche: „Wenn wir uns nicht alle ins Zeug legen, wird es schwierig werden.“ Neben den steigenden CO₂-Kosten verwies Roig auch auf die höheren Erdgaspreise infolge des Iran-Kriegs und der aktuellen Verwerfungen auf den Energiemärkten.
Fokus auf USA, Europa und Spanien
Für 2026 erwartet die Gruppe im Keramikgeschäft ein Wachstum zwischen 3 % und 5 %. Besonders positiv entwickelte sich nach Angaben Roigs der US-Markt, auf den Pamesa trotz bestehender Unsicherheiten weiterhin „stark“ setze. Gleichzeitig verbessere sich auch die Situation auf dem spanischen Heimatmarkt.
Spanien biete derzeit „gute Perspektiven aufgrund des Wohnungsneubaus“, auch wenn sich dies erst in den kommenden zwei bis drei Jahren stärker auf die Keramikindustrie auswirken werde. „Es steht außer Frage, dass wir auf Spanien, Europa und die Vereinigten Staaten setzen müssen“, betonte Roig.
Derzeit keine weiteren Übernahmen geplant
Mit Blick auf mögliche Akquisitionen erklärte Roig mit einem Schmunzeln, dass die Gruppe derzeit „gut aufgestellt“ sei. Nach der Integration von Natucer befinde sich Pamesa aktuell in einer Phase der internen Konsolidierung. „Wir wollen Natucer weiterentwickeln und in die Optimierung der Produktion investieren. Neue Übernahmen sind derzeit nicht geplant“, so Roig.
Aktuell verfüge die Gruppe über 12.500 Kunden in 162 Ländern, wobei 67 % des Umsatzes im Export erzielt würden. Besonders hob Roig die breite internationale Aufstellung sowie das starke Vertriebsnetz hervor – aus seiner Sicht entscheidende Faktoren für die Positionierung in einem zunehmend wettbewerbsintensiven Markt.
237 Millionen Euro Investitionen in zwei Jahren
Darüber hinaus kündigte Roig an, dass Pamesa nach Investitionen von 117 Millionen Euro im Jahr 2025 die Summe 2026 auf 120 Millionen Euro erhöhen werde.
Zu den geplanten Projekten zählen die Modernisierung der Büros und des Showrooms von Natucer, die Erweiterung der Ausstellungsfläche von Ecoceramic, eine neue Trocknungsanlage im Natucer-Werk, eine neue Großformatlinie bei Pamesa Porcelánico sowie die Inbetriebnahme des ersten vollständig elektrisch betriebenen Ofens der Gruppe für den Zweitbrand. Die von Kerajet entwickelte Anlage soll in zwei bis drei Monaten in Betrieb gehen.
Ein weiteres strategisches Schlüsselprojekt ist „Pamesa NetZero“. Die integrierte Energieplattform umfasst bis zu 80 MWp Photovoltaikleistung sowie Batteriespeicher mit 366 MWh Kapazität zusätzlich zu den bereits bestehenden mehr als 20 MW erneuerbarer Energie. Die Investition von 74 Millionen Euro werde vollständig aus Eigenmitteln finanziert und solle jährlich rund 31.000 Tonnen CO₂ einsparen.
Roig erinnerte zudem daran, dass Pamesa bereits seit 2019 einen Photovoltaikpark mit mehr als 121.000 Quadratmetern Fläche betreibt, durch den jährlich 5.264 Tonnen CO₂ eingespart würden. Ergänzt werde dies durch Wärmerückgewinnungssysteme von den Öfen zu den Trocknern mit 32.014 MWh pro Jahr sowie zu den Zerstäubern mit weiteren 33.144 MWh jährlich.





