Schomburg entwickelt, produziert und vertreibt System-Baustoffe für zentrale Bereiche der Bauchemie: die Bauwerksabdichtung und -instandsetzung, die Verlegung von Fliesen, Naturstein und Estrichen sowie für Bodenschutz- und Beschichtungssysteme. Die in Deutschland gefertigten Produkte genießen international hohes Ansehen – nicht zuletzt wegen der konsequenten Innovationskraft, für die das Unternehmen seit Jahrzehnten in der Branche bekannt ist. Aktuell betreibt das Unternehmen zwei Standorte in Deutschland. Das Unternehmen hat zudem Niederlassungen und Partner in über 50 Ländern. Schomburg beschäftigt in Deutschland insgesamt 210 Mitarbeiter, davon 40 in der Produktion.

Blick auf den Hauptfirmensitz in Detmold. Foto: Schomburg
Gegründet wurde Schomburg im Jahr 1937 von Albert Fritz Schomburg als Handelsagentur für chemische Bautenschutzmittel. Seit 2010 führt mit Ralph Schomburg die dritte Familiengeneration das Unternehmen. Unterstützt wird er dabei von Geschäftsführer und Gesellschafter Alexander Weber, der seine Karriere bei Schomburg vom Kaufmann bis in die Geschäftsführung durchlaufen hat – ein Beleg für Kontinuität und Identifikation mit dem Unternehmen. 2016 erfolgte die Gründung einer Familienstiftung. Mit dem Stiftungsvermögen werden Forschungsprojekte finanziert. Gleichzeitig versteht man die Stiftung auch als Signal, dass das Unternehmen auch in Zukunft im Familienbesitz bleiben soll.
Video-Interview mit Geschäftsführer Alexander Weber:
Herausforderungen des Markts: Stabilität durch Nähe und Qualität
Das Jahr 2024 war für die gesamte Branche geprägt von Unsicherheit, sinkender Bauaktivität und massivem Kosten- und Preisdruck. Während Wettbewerber mit Verlusten zu kämpfen hatten, konnte Schomburg trotz des schwierigen Umfelds nach Aussagen von Alexander Weber ein leichtes Wachstum verzeichnen. „Für 2025 zeigen sich erste Anzeichen der Stabilisierung – insbesondere im Bereich Sanierung und Bestandserhalt, der als entscheidender Wachstumstreiber gilt“, so Weber weiter.

Das moderne Hochregallager in Detmold verfügt über 4.000 Palettenstellplätze. Ein weiteres großes Lager befindet sich in Bielefeld.
Um sich auch weiterhin erfolgreich im Markt zu behaupten, setzt Schomburg auf kontinuierliche Investitionen in Forschung und Entwicklung. Mit dem neuen Markenversprechen „Schomburg. Sicher sanieren.“ bündelt das Unternehmen seine Kompetenz in diesem stark wachsenden Bereich und bringt das Thema noch stärker in die Sichtbarkeit.
Fokussierung statt Überladung: Weniger ist mehr
Die Vielfalt bauchemischer Produkte kann schnell unübersichtlich werden. Schomburg begegnet dem mit einer bewusst ausgewählten, praxisorientierten Sortimentsstruktur: Mit weniger als 20 Produkten lassen sich laut Unternehmensangaben über 90 % der typischen Problemstellungen auf der Baustelle lösen. Für den Fachhandel bedeutet das: vereinfachte Lagerhaltung, hohe Umschlagshäufigkeit und geringere Komplexität.
Kritisch beurteilt Alexander Weber hingegen das Thema Handelsmarken. „Wir wissen natürlich, dass viele Mitbewerber Handelsmarken liefern und dafür sogar die Marktbearbeitung übernehmen. Wir halten jedoch nichts von dieser Strategie, denn in unseren Augen ist das der Tod der Marken“, so Weber.

Geschäftsführer Alexander Weber und sein Team sind stolz darauf, dass die Verpackungstechnologie entscheidend von Schomburg mitentwickelt wurde.
Kundenbindung durch Mehrwert und Emotion
Schomburg setzt nicht nur auf hochwertige Produkte, sondern auch auf umfassenden Support. Ziel ist es, Handwerksbetriebe nicht nur fachlich zu begleiten, sondern emotional an die Marke zu binden. Schulungsangebote, regionale Kundenevents und ein starkes Netzwerk gehören deshalb ebenso zur Unternehmensstrategie wie das bewährte Partnerhändler-System.

Im Schulungszentrum in Detmold finden Events für Händler und Verarbeiter statt.
Der Fokus liegt auf langfristigen, vertrauensvollen Beziehungen mit ausgewählten Partnern im Baustoff- und Fliesenfachhandel. Diese Strategie schafft laut Weber nachhaltigen Mehrwert – für Händler, Handwerker und Schomburg selbst. „Das beinhaltet allerdings keinen Gebietsschutz, sondern setzt auf eine gemeinsame, intensive Marktbearbeitung. Wir haben damit gute Erfahrungen gemacht“, so Weber weiter. Insgesamt bearbeitet Schomburg den deutschen Markt mit 40 Außendienstmitarbeitern.
Nachhaltigkeit mit Substanz
Nachhaltigkeit ist in der Bauchemie mehr als ein Trend. „Schomburg verfolgt in diesem Bereich jedoch einen sachlichen, lösungsorientierten Ansatz – frei von plakativem „Greenwashing“, unterstreicht Alexander Weber im Gespräch mit 1200Grad. „Wir kümmern uns um Nachhaltigkeit, die auch beim Kunden ankommt.“ Zudem werden mit dem unternehmenseigenen „Future Lab“ außerdem weitere strategisch relevante Neuentwicklungen angestoßen, die einen technologischen Fortschritt ermöglichen sollen.
Ziel ist die Entwicklung technologiegetriebener Lösungen mit hohem Innovationsgrad – von der Idee bis zum marktfähigen Prototyp. Zu den aktuellen Projekten zählen unter anderem:
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die KI-gestützte Vorhersage von Zementchargen basierend auf Röntgendiffraktometrie-Daten (XRD)
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die Integration von KI-Plattformen in die Produktentwicklung
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die Erprobung von Zementalternativen zur CO₂-Reduktion
Kundenclub, Weiterbildung und Social Media

Die POS-Darstellung wurde komplett überarbeitet und moderner und farbiger aufgebaut.
Mit dem neuen „One Team Club“ (OTC) verstärkt das Unternehmen seit geraumer Zeit zudem seine Kundenbindung. Handwerker profitieren durch ihren Einkauf beim Fachhandel von einem attraktiven Treueprogramm – inklusive Rabatten, Arbeitskleidung zu Vorzugspreisen, Werbemitteln, Gewinnspielen (z. B. Fußballtickets) und Event-Highlights, wie dem „Schom-Burger“ vom Grill. Laut Weber sind mittlerweile 1.000 Betriebe Mitglied im OTC. Das Konzept überzeugt intern wie extern und soll weiter ausgebaut werden.
Weiterbildungen für Verarbeiter finden regelmäßig in Zusammenarbeit mit dem Fachhandel statt – ob vor Ort oder im firmeneigenen Technikum in Detmold. Hier erhalten Anwender qualifizierte Antworten auf ihre Praxisfragen und können sich mit Experten austauschen.

One-Team-Club mit vielen Vorteilen
Auch kommunikativ geht Schomburg moderne Wege: Auf Plattformen wie Facebook, Instagram, YouTube und LinkedIn ist das Unternehmen aktiv und informiert unter anderem mit Influencer Markus „DerFliesenleger“ über Trends, Tipps und Produkte. In der klassischen Werbung sorgen kreative Kampagnen wie „Leg mich flach“, „Geile Masche“ oder „Steht wie eine Eins“ für Aufmerksamkeit – ohne die fachliche Ernsthaftigkeit zu verlieren.

Werbeaktion mit flotten Sprüchen
Blick in die Zukunft: Herausforderungen als Chancen
Wie die gesamte Branche sieht sich auch Schomburg mit strukturellen Herausforderungen konfrontiert. Dazu zählen der zunehmende Fachkräftemangel in Planung, Ausführung und Handwerk, steigende Rohstoff- und Energiekosten sowie wachsende Anforderungen an das nachhaltige Bauen – etwa in Form von CO2-Reduktion und Energieeffizienz.
Durch Innovationsstärke, Serviceorientierung und partnerschaftliches Denken ist Schomburg jedoch gut aufgestellt, diesen Herausforderungen mit zukunftsweisenden Lösungen zu begegnen – und sich auch weiterhin erfolgreich zwischen internationalen Großkonzernen zu behaupten.





