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ChrisChristes I photography
Die 1959 eröffnete Beethovenhalle gilt als ein markantes Beispiel für die Bonner Nachkriegsarchitektur. Fotos: ChrisChristes I photography

Mapei: Sanierung denkmalgeschützter Mosaikbeläge 

Die 1959 von Theodor Heuss, dem ersten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland, eröffnete Beethovenhalle gilt als ein markantes Beispiel für die Bonner Nachkriegsarchitektur. In den vergangenen Jahren wurde das denkmalgeschützte Gebäude umfassend saniert. Zu den besonders aufwändigen Arbeiten zählte die Restaurierung der rund 400 Quadratmeter großen Glasmosaikfassade an der Rheinseite. Handwerklich perfekt umgesetzt wurde sie von dem Fachunternehmen „Mosaik Bau & Handel Carlo Jorias ehemaliges Mosaik Kontor“ aus Bensheim – unterstützt durch die Verlegeexperten von Mapei.

Die blauen Mosaikfassaden bilden einen ganz zentralen Blickfang an der Rheinfassade des Restaurants.

Die Beethovenhalle in Bonn ist ein bedeutendes Konzerthaus mit bewegter Geschichte. Bereits 1845 wurde anlässlich des 75. Geburtstags von Ludwig van Beethoven die erste Beethovenhalle errichtet – ein Festsaal, der sich rasch zum kulturellen Mittelpunkt der Stadt entwickelte. Nach ihrem Abriss entstand 1870 ein zweiter Bau, der jedoch im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Die heutige Beethovenhalle wurde 1959 nach Plänen des Architekten Siegfried Wolske eröffnet und gilt als herausragendes Beispiel der Nachkriegsmoderne. Sie ist seitdem Heimat des Beethovenfests sowie des Beethoven Orchesters Bonn und steht sinnbildlich für die lange Musiktradition der Stadt.

Teil der Stadtsilhouette Bonns

Auch in städtebaulicher Hinsicht dokumentiert die Beethovenhalle in hervorragender Weise die Neubebauung auf dem Gelände der ehemaligen Bastionärsbefestigung Bonns aus dem 17. Jahrhundert sowie die Stadterweiterung des 19. Jahrhunderts. In exponierter Lage auf dem erhöhten Rheinufer gelegen, gehört sie zur unverwechselbaren Stadtsilhouette Bonns. Während der Zeit Bonns als Bundeshauptstadt war die Beethovenhalle Schauplatz zahlreicher repräsentativer und historischer Veranstaltungen der Bundesrepublik Deutschland. Von besonderer Bedeutung war sie zwischen 1974 und 1989 als Ort der Bundesversammlung: Walter Scheel, Karl Carstens und Richard von Weizsäcker wurden hier zu Bundespräsidenten gewählt.

Im Herbst 2016 wurde das in die Jahre gekommene Gebäude geschlossen, um in den Folgejahren umfassende, denkmalgerechte Sanierungs- und Renovierungsarbeiten durchzuführen. Seit 2025 ist die Halle wieder voll einsatzbereit und hat im September 2025 den regulären Spielbetrieb offiziell aufgenommen.

Das restauratorische Vorgehen an den Mosaikfassaden erfolgte in enger Abstimmung mit den Denkmalbehörden.

Spezielles Sanierungskonzept

Seit 1990 steht die Beethovenhalle unter Denkmalschutz und ist in die Denkmalliste der Stadt Bonn eingetragen. Für die Erhaltung und Nutzung des Gebäudes sprechen laut Begründung der Denkmaleigenschaft „(bau)künstlerische, wissenschaftliche, insbesondere architekturgeschichtliche und städtebauliche Gründe“. Der Schutzstatus umfasst das gesamte Gebäude einschließlich Restauranttrakt mit Terrasse, Treppenaufgängen sowie die kompletten Außenanlagen. Dazu zählen auch die blauen Mosaikfassaden, die einen zentralen Blickfang an der Rheinfassade des Restaurants bilden und diesen Bereich nachhaltig prägen.

Entsprechend musste auch das restauratorische Vorgehen den Grundsätzen der Denkmalpflege folgen: maximaler Erhalt der Originalsubstanz, Material- und Farbtreue sowie eine enge Abstimmung mit den Denkmalbehörden und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die das Objekt seit Jahren begleitet.

Ziel der Restaurierungsmaßnamen war es, ein möglichst originales Erscheinungsbild der Mosaikfassaden zu erhalten.

Extrem hoher manuellen Aufwand

Unter diesen Rahmenbedingungen entstand ein spezielles Sanierungskonzept für die denkmalgeschützten Mosaikbeläge. Es erforderte neben einer langfristigen Planung und sorgfältigen Dokumentation vor allem einen extrem hohen manuellen Aufwand – und ein Fachunternehmen mit dem notwendigen Know-how. Die Wahl fiel daher auf „Mosaik Bau & Handel Carlo Jorias ehemaliges Mosaik Kontor“ aus Bensheim an der Bergstraße. Das Familienunternehmen gilt als besonders kompetent in der künstlerischen Gestaltung und der handwerklich perfekten Verarbeitung von Mosaikbelägen.

Bereits in einer früheren Ausgabe der Realtà (Ausgabe Nr. 24, Dezember 2019) wurde das Unternehmen ausführlich vorgestellt. Firmenchef Carlo Jorias brachte seine Philosophie damals auf den Punkt: „Die Kreativität im Bereich gestalterischer Fragen und der handwerklich sachgerechte Umgang mit Materialien aus aller Welt zeichnen unser Unternehmen aus.“ Daran hat sich bis heute nichts geändert. In den vergangenen Jahren führte das Unternehmen unter anderem Restaurierungen im Marmorsaal des Weißenburgparks in Stuttgart sowie im Glückert-Haus auf der Mathildenhöhe in Darmstadt durch. Eine wesentliche Voraussetzung für diese Arbeiten ist ein umfangreiches Lager an Mosaiken unterschiedlichster Farben und Formate, das es ermöglicht, auch historische Materialien in ausreichender Menge bereitzustellen.

Die blauen Mosaikbeläge prägen auch den Eingangsbereich des Restaurants.

Mosaikfassade Stein für Stein instand gesetzt

Ziel der Restaurierungsmaßnahmen war es, das ursprüngliche Erscheinungsbild der Mosaikfassaden so weit wie möglich zu bewahren. Das gemeinsam mit dem Denkmalschutz entwickelte Sanierungskonzept sah vor, die vorhandenen Beläge zunächst zu sichern und sie vor Ort mittels Trennsägeverfahren sorgfältig von den Wänden abzunehmen. Anschließend wurden die abgeschälten Mosaike geschützt nach Bensheim transportiert.

Dort begutachteten die Fachleute jeden einzelnen Mosaikstein. Alle noch verwendbaren Steine wurden einzeln in einem Säurebad von Mörtelresten befreit und anschließend von Hand neu sortiert. Jeder der knapp eine Million Steine musste dabei mehrfach in die Hand genommen werden. Stark beschädigte Steine ersetzten die Experten durch italienisches Originalmosaik aus den 1960er-Jahren, das noch im Lager des Unternehmens vorhanden war.

Für die Neuverlegung wurden alte und ergänzte Steine zu insgesamt 4.100 Mosaikblättern mit jeweils 225 Steinen zusammengesetzt und mit der Vorderseite auf Trägerpapier verklebt. Nach Abschluss dieser Arbeiten kehrten die aufbereiteten Mosaikbeläge zurück zur Baustelle der Beethovenhalle.

Die noch vorhandenen Mosaikbeläge wurden vor Ort gesichertund alle noch verwendbaren Steine nach ihrer Reinigung bei der Fa. Jorias von Hand aufwändig neu sortiert.

Die noch vorhandenen Mosaikbeläge wurden vor Ort gesichert und alle noch verwendbaren Steine nach ihrer Reinigung bei der Fa. Jorias von Hand aufwändig neu sortiert.

Sanierung im Mapei-System

Vor Ort in Bonn bereiteten die Spezialisten zunächst die Verlegeuntergründe fachgerecht vor. Dazu egalisierten sie den vorhandenen Betonuntergrund mit dem schnell erhärtenden, faserverstärkten Ausgleichsmörtel Planitop Fast 330 von Mapei. Dieser eignet sich zum Ausgleichen und Glätten unebener Untergründe im Innen- und Außenbereich in Schichtdicken von drei bis 30 Millimetern und lässt sich auch auf vertikalen Flächen gut verarbeiten.

Da es sich um dauerhaft bewitterte Außenwände handelt, wurden die zuvor mit Primer RA grundierten Flächen anschließend mit einer Abdichtung versehen. Zum Einsatz kam – auf Empfehlung der Mapei-Verlegeexperten – Mapelastic A+B in Kombination mit dem Mapei-Dichtbandsystem. Die zweikomponentige, rissüberbrückende, faserverstärkte Dichtschlämme auf Zement-Kunstharzbasis überzeugt durch ihre dauerhafte Flexibilität, hohe Widerstandsfähigkeit gegen chemische Einflüsse und ihre UV-Beständigkeit – selbst unter ungünstigen klimatischen Bedingungen.

Die Verlegung der restaurierten, auf Trägerpapier geklebten Mosaikblätter erfolgte mit Adesilex P9, vergütet mit Isolastic. Dadurch entstand ein hoch standfester, hoch verformbarer Flexverlegemörtel, der sich besonders für Glasmosaik eignet. Nach dem Verkleben wurde das Trägerpapier durchnässt und vorsichtig abgezogen. Abschließend verfugten die Fachleute die Beläge mit Ultracolor Plus, einem schnell erhärtenden, kunststoffvergüteten Fugenmörtel mit niedriger Wasseraufnahme, gleichmäßigem Farbbild und hoher Dauerhaftigkeit.

Wo vorhandene Steine aufgrund zu starker Beschädigungennicht mehr verwendbar waren, ergänzte man sie durch das noch im Lager der Fa. Jorias vorhandene italienische Originalmosaik aus den 60er-Jahren.

Wo vorhandene Steine aufgrund zu starker Beschädigungen nicht mehr verwendbar waren, ergänzte man sie durch das noch im Lager der Fa. Jorias vorhandene italienische Originalmosaik aus den 60er-Jahren.

So erstrahlt die Bonner Mosaikfassade heute wieder in neuem Glanz. Mit ihrem lebendigen Spiel aus Höhen und Tiefen sowie den vielfältigen Blautönen entfaltet sie erneut ihre besondere Farbwirkung. Das Mosaik ist ein herausragendes Beispiel für die organische Verbindung von handwerklicher Kunst und Architektur – und ein liebevoll restauriertes Detail, das dem Gesamtbild der Beethovenhalle sowohl ästhetisch als auch historisch zusätzlichen Wert verleiht.

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