Faveker-Gres Aragón hat sein keramisches Fassadensystem für vorgehängte hinterlüftete Fassaden nach einem internationalen Großbrandtest auf Basis der NFPA-285-Norm prüfen lassen. Ziel war es, das Brandverhalten des gesamten Fassadensystems im Hinblick auf eine mögliche vertikale und horizontale Brandausbreitung zu bewerten.
Im Mittelpunkt steht dabei ein ganzheitlicher Ansatz: Nicht einzelne Baustoffe werden isoliert betrachtet, sondern das Zusammenspiel aller Komponenten der Gebäudehülle. Dazu zählen Fassadenbekleidung, Befestigungssystem, Unterkonstruktion, Dämmung sowie die Abschottung des Hinterlüftungsraums.
Brandschutz als Systemeigenschaft
Mit steigenden Anforderungen an Gebäudehüllen gewinnt auch der Brandschutz bei vorgehängten hinterlüfteten Fassaden zunehmend an Bedeutung. Im Fokus steht dabei nicht mehr allein das Brandverhalten einzelner Materialien, sondern die gemeinsame Reaktion des gesamten Systems bei einem möglichen Brandereignis.
Bereits 2019 ließ Faveker-Gres Aragón sein Fassadensystem freiwillig nach einem Großbrandtest auf Grundlage der NFPA-285-Norm prüfen. Das Zertifikat wurde von Thomas Bell-Wright International Consultants in Dubai ausgestellt, einer nach ISO/IEC 17065 akkreditierten Prüfstelle.
Nach Unternehmensangaben ermöglicht das Prüfverfahren eine koordinierte Bewertung der keramischen Bekleidung, des mechanischen Befestigungssystems, der Metallunterkonstruktion, der Dämmung aus Steinwolle sowie der Komponenten zur Abschottung des Luftspalts.
Nichtbrennbare Materialien im Fokus
Die Fassadensysteme von Faveker basieren auf stranggepressten Feinsteinzeugplatten. Das mineralische Material ist gemäß UNE-EN 13501-1 in die europäische Brandklasse A1 eingestuft und gilt damit als nicht brennbar.
Die keramischen Platten werden bei Temperaturen von rund 1200 Grad Celsius gebrannt und tragen nach Herstellerangaben weder zur Brandentwicklung noch zur Brandlast eines Gebäudes bei. Gleichzeitig zeichnen sie sich durch geringe Wasseraufnahme, hohe Formstabilität und Langlebigkeit aus.
Durch das Extrusionsverfahren lassen sich zudem unterschiedliche Geometrien und Querschnitte realisieren, die an die Anforderungen individueller Architekturprojekte angepasst werden können.
Kontrolle des Kamineffekts
Ein wesentlicher Bestandteil des Sicherheitskonzepts ist die Kontrolle des Luftspalts hinter der Fassade. Hier kommen intumeszierende Barrieren zum Einsatz, die sich bei Hitze ausdehnen und den Hinterlüftungsraum verschließen. Dadurch soll eine vertikale Brandausbreitung durch den sogenannten Kamineffekt verhindert werden.
Im Normalbetrieb bleiben diese Elemente geöffnet, um die für vorgehängte hinterlüftete Fassaden typische Luftzirkulation und das hygrothermische Verhalten des Systems sicherzustellen.
Kombiniert werden die Barrieren mit mineralischer Steinwolle sowie mechanischen Befestigungssystemen, die auf die Stabilität und technische Abstimmung des Gesamtsystems ausgelegt sind.
Mit diesem Ansatz betrachtet Faveker vorgehängte hinterlüftete Fassaden nicht als Summe einzelner Bauteile, sondern als abgestimmtes Gesamtsystem, in dem Materialien, passive Sicherheit, bauphysikalische Eigenschaften und technische Funktionalität zusammenwirken.




Nichtbrennbare Materialien im Fokus
Kontrolle des Kamineffekts

