Kann man eine Großveranstaltung mit fast 1.000 Teilnehmern familiär gestalten? Codex hat mit seinem diesjährigen Netzwerk-Event bewiesen, dass dies nicht nur möglich ist, sondern dass sich dabei zudem die fachlichen Inhalte gleichermaßen anspruchsvoll wie leicht verdaulich vermitteln lassen.
Rund 900 Anmeldungen hatte Codex für sein Treffen der Mitglieder im „Netzwerk der Besten“ am 9. und 10. Mai im Europa-Park Rust erhalten. Während ihre Frauen und Kinder bei herrlichstem Wetter den Freizeitpark mit seinen zahlreichen atemberaubenden Attraktionen genossen, begeisterte die Fliesenleger ein von Codex perfekt zusammengestelltes Programm aus Fachwissen, Innovation und Unterhaltung.

Volle Ausstellung: Zwischen den Tagesordnungspunkten erhielten die Teilnehmer Gelegenheit, die 22 Messestände der Codex-Partner zu besuchen.
An dieser Stelle gilt es lobend hervorzuheben, dass Codex die komplette Veranstaltung selbst organisiert und produziert hat – und dies, obgleich die Teilnehmerzahl seit dem ersten Netzwerk-Event 2008 in Fulda sich von 150 bis zum 17. Treffen in diesem Jahr versechsfacht hat.
Große Herausforderungen heute und in Zukunft
Mehr als 20 Branchenpartner – darunter mit Marazzi der Exklusiv-Partner, die beiden Premium-Partner Alferproline und Dural sowie die vier Top-Partner Atlas Concorde, Kessel, Nozar und Triuso – sorgten für eine regelrechte Messeatmosphäre in der begleitenden Fachausstellung. Nachdem Moderatorin Katrin Raumer und Geschäftsführer Mario Meuler dort die Veranstaltung eröffnet hatten, starteten die beiden mit der Tagung im Plenum.
Anhand der aktuellen von Heinze erhobenen Marktzahlen ordnete Mario Meuler die dramatische Branchenentwicklung der letzten Jahre in den politischen Kontext ein – in selten erlebter offener, ehrlicher und plakativer Weise. Meuler bereitete seine Kunden zudem auf eine bevorstehende Preiserhöhung vor und rief die gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmer dazu auf, der Chemiebranche zu folgen, die in Anbetracht der Industriekrise eine Lohn-Nullrunde bis 2027 vereinbart habe.

Einer der Partner-Messestände exemplarisch: Ströher Fliesen aus Dillenburg

Mario Meuler bei seinem Vortrag.
Ein leichter Anstieg im Haus- und Wohnungsbau bedeute angesichts der zuvor massiv gesunkenen Zahlen noch lange kein Zurück zu den Werten des Fliesenverbrauchs 2021, so Meuler. Trotz derzeit moderater Zinsen könnten sich immer weniger Verbraucher einen Neubau leisten, weil diese so immens teurer geworden seien. Lediglich in der Modernisierung sei das Niveau aus 2020 nahezu wieder erreicht, wie der Codex-Geschäftsführer vermeldete. Auf Katrin Raumers Frage, welches denn aus seiner Sicht die größten Herausforderungen der Zukunft seien, prognostizierte Meuler, dass der Fachkräftemangel das größte Branchenproblem, das „Nadelöhr“ bleiben werde. Zudem würde modulares Bauen immer mehr in den Fokus rücken und zementhaltige Produkte würden im Zuge der Nachhaltigkeitsentwicklung immer mehr Schwierigkeiten bekommen.

Über 900 Codex Netzwerk Partner waren in diesem Jahr in Rust zu Gast – Rekord.
Werdet Possibilisten!
Nach dieser schonungslosen Klarstellung der Branchensituation machte der erste Referent den Zuhörern Mut: Prof. Dr. med. Volker Busch – derzeit einer der gefragtesten Speaker Deutschlands – erläuterte aus neurowissenschaftlicher Sicht, warum wir gerade in dieser Zeit „eine gewisse Leichtigkeit und Humor“ brauchen. Die herausragende Fähigkeit des Menschen in der Zukunft sehen zu können, würde ihm aus zwei Gründen derzeit zum Verhängnis. Zum einen gebe es eine Eskalation der negativen Berichterstattung, da sich nichts in den Medien besser verkaufe als die Empörung; zum anderen könne der Mensch unfassbar schlecht schätzen.

Band das Publikum in seinen kurzweiligen Vortrag mit ein: Neurowissenschaftler Prof. Dr. med. Volker Busch
Am schlechtesten, so Busch, könnten wir die Zukunft schätzen. Diese würden wir fast immer zu schlecht einschätzen, die Gefahr liege im Überschätzen des Negativen. Busch zeigte auf, dass wir den Faktor Mensch und dessen Fähigkeit, bei Krisen zu handeln, unterschätzen würden. Der Mediziner rief das Publikum dazu auf, Possibilisten zu werden, anstatt Pessimisten oder Optimisten. Während etwa der pessimistische und auch der optimistische Frosch, der eine resignierend, der andere hoffend, in der Sahne untergingen, würde der possibilistische sich seiner Möglichkeiten bedienen und strampeln, bis aus der Sahne Butter geworden sei und er herausspringen könne.
KI-Tipps für den Büroalltag und ein neuer Estrich in der Pipeline
Fabian Wirth, Leiter des strategischen Marketings bei Codex veranschaulichte den Zuhörern, wie einfach künstliche Intelligenz den Handwerker von Bürokram entlasten kann. In den Mittelpunkt seines Vortrages stellte Wirth Lösungen zur Organisation und Automatisierung von Büroprozessen. Besonders großes Potenzial habe die Integration von Google Gemini in Google Workspace, so der Marketingspezialist. Er stellte sogenannte agentische KI-Lösungen vor, die über passive Textgenerierung hinausgehen und selbstständig, proaktiv sowie zielorientiert handeln und beispielsweise aus Aufgabenstellungen eigenständig Dokumente, Inhalte oder Arbeitsabläufe erstellen.
Video-Interview mit Mario Meuler:
Wirth sprach zudem über automatisierte Büroorganisation, digitale Workflows und „Vibe Coding“, bei dem der Programmierer zusammen mit der KI Programme entwickelt. Er stellte einen Prototyp für ein Baustellen-Tool vor, das Prozesse effizienter gestaltet und Mitarbeiter im Alltag entlastet.
Felix Traub, Leiter der Codex-Anwendungstechnik präsentierte ausnahmsweise keine neuen Produkte, sondern nahm die Netzwerk-Mitglieder mit auf eine Reise durch die oftmals lange Entwicklungszeit von einer Produktidee bis zum marktreifen Produkt. Traub gewährte dabei Einblicke in die Vorgehensweise der Produktentwickler und Anwendungstechniker, zeichnete Rückschläge nach und berichtete über die letztlich entscheidenden Ideen – in diesem Fall für einen neuen Zement-Fließestrich mit möglichst niedriger Schichtstärke und schneller Belegreife.

Bruchversuch bei dünnen Megaformat-Fliesen: Richtig vorgebohrt reißt die Ausklinkung nicht! Im Foto (v.l.): Felix Traub, Markus Ramrath, Marco Sass, Titus Wolkober und Mario Meuler.
Traub kündigte den neuen Estrich noch für dieses Jahr an, mit einer Rohrüberdeckung ab 25 mm, einer Belegreife nach fünf bis sechs Stunden und einer Güteklasse von mindestens C 40 F 7. Damit werde das neue Codex-Produkt „der Dünnste seiner Klasse auf dem Markt sein“, so der Anwendungstechniker.
X-Talk erstmals live auf der Bühne
Premiere feierte das neue Programmformat ‚X-Talk Live‘. Dabei diskutierten die Fliesenlegermeister Titus Wolkober (Sachverständiger sowie Geschäftsführer Wolkober GmbH), Marco Sass (Geschäftsführer Fliesen Sass) und Markus Ramrath (Sachverständiger sowie Geschäftsführer Fliesen und Naturstein Ramrath) mit Felix Traub und Mario Meuler über die Herausforderungen beim Verlegen von XXL-Formaten.
Spannend wurde es dabei, als Felix Traub einen Bruchversuch durchführte um aufzuzeigen, wie entscheidend das richtige Vorbohren bei Ausklinkungen aus den dünnen Megaformaten ist. Während die scharfkantige Ausklinkung früh nachgab, hielt die mit einem acht Millimeter Bohrer abgerundete Ecke schon deutlich länger; wirklich sicher war die Ausklinkung nur nach dem Vorbohren mit einem 20 Millimeter-Bohrer.

Neues Format erstmals live auf der Bühne: X-Talk-Diskussionsrunde.
Bloß nie vor Gericht und nach dem Hinfallen nicht Liegenbleiben
Einer Abendveranstaltung im Dome des Europa-Parks, die in die Codex-Geschichtsbücher eingehen wird, folgte am nächsten Morgen – bei zunächst durchaus gelichteten Reihen – eine zweiteilige Gerichtsvermeidungs-Kampagne unter der Leitung des pensionierten Richters Prof. Jürgen Ulrich. In waschechtem Ruhrpott-Slang warnte Ulrich die Handwerker eindringlich, es auf einen Gerichtstermin ankommen zu lassen.
Mithilfe konkreter Negativbeispiele aus seiner langen Berufslaufbahn riet er den Auftraggebern, gegenüber ihren Bauherren ihre Beratungspflichten ebenso ernst zu nehmen wie Bedenkenhinweise und Behinderungsanzeigen korrekt anzubringen sowie bei Aufbau-Empfehlungen die Codex-Berater mit ins Boot auf die Baustelle zu holen. Seine Ansichten über Architekten ebenso wie über Ehefrauen als nicht geeignete Zeuginnen wurden bei diesem Beitrag leider von der Zensur gestrichen.

Felix Neureuther gewann das Bobbycar-Rennen im Saal gegen Mario Meuler.
Für den krönenden Abschluss im Programm hatte Codex Felix Neureuther gewonnen, der nicht nur einen virtuellen Skiparcours gegen Mario Meuler bestritt, sondern sich mit dem Codex-Geschäftsführer auch ein packendes Bobbycar-Rennen lieferte. Der mehrfache Skichampion machte den Handwerkern mit seiner eigenen Erfahrung Mut, Druck als etwas Positives zu betrachten und nach Rückschlägen stets wieder aufzustehen. Außerdem berichtete der Kinderbuch-Autor im Interview mit Katrin Raumer über seine Stiftung „Beweg Dich schlau“ sowie seine Tätigkeit als UN-Botschafter für saubere Gletscher und Berge.
Das Netzwerk-Event ist eine 100%ige Eigenproduktion, organisiert von der codex Marketingabteilung. Codex verzichte ganz bewusst auf eine externe Eventagentur. Das Unternehmen legt höchsten Wert auf den persönlichen Kontakt zu den Kunden, von der Anmeldung bis hin zur Begrüßung vor Ort.
Hinter den Kulissen
Das 5-köpfige Organisations-Team umfasst:
– Dunja Hoch
– Marina Junt
– Claudia Kopp
– Doreen Löffler
– Anja Söll
Dunja Hoch & Claudia Kopp sind seit dem 1. Event im Jahr 2008 an der Organisation beteiligt. Das 1. Netzwerk-Event brachte auf Anhieb 150 Teilnehmer in Fulda zusammen.
Zahlen und Fakten zum Netzwerk Event 2026
– 31 Paletten codex Eventmaterial wurden vom codex Headquarter von Ulm nach Rust transportiert
– 1,5 Aufbautage vor Ort
– 1 Jahr Planungszeit
– 900 Namensschilder gedruckt
– 1,5 TB Videocontent und 4.000 Bilder wurden erzeugt
– 900 glückliche Eventteilnehmer in Rust





